Programm

Johann Sebastian Bach
Präludium E-Dur aus ›Das Wohltemperierte Klavier II‹ BWV 878 für Klavier solo

Johann Sebastian Bach
Klavierkonzert Nr. 2 E-Dur

Aribert Reimann
›Fragments de Rilke‹ für Sopran und Orchester (Uraufführung – Auftragswerk des DSO)

Johannes Brahms
Symphonie Nr. 4 e-Moll


Im Anschluss: Musikalische Lesung aus dem Briefwechsel zwischen Johannes Brahms und Clara Schumann

Konzerteinführung: Habakuk Traber im Gespräch mit Aribert Reimann

Mitwirkende

Robin Ticciati

  • Kristian Bezuidenhout Klavier
  • Corinna Harfouch Sprecherin
  • Sylvester Groth Sprecher
  • Sarah Aristidou Sopran

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Rachel Harnisch musste ihre Mitwirkung am Konzert bedauerlicherweise krankheitsbedingt absagen. Das DSO dankt Sarah Aristidou sehr herzlich für die kurzfristige Übernahme der  Sopranpartie in Aribert Reimanns ›Fragments de Rilke‹. Auch Tom Schilling musste bedauerlicherweise seine Teilnahme an der musikalischen Lesung absagen, da er zur Oscar-Preisverleihung geladen ist. Wir danken Sylvester Groth für die Übernahme sehr herzlich.

Festival ›Brahms-Perspektiven‹ (16. – 23.02.)

Im abschließenden Teil der Brahms-Tetralogie geht der Blick vor Erklingen der Vierten Symphonie in zweierlei Richtungen: in die Vergangenheit zum hochverehrten Bach und, von Brahms aus gesehen, in die Zukunft zu Aribert Reimann.

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Als einer der gefragtesten Interpreten historischer Tasteninstrumente eröffnet Kristian Bezuidenhout das Konzert sinngemäß mit einem Präludium aus Bachs ›Wohltemperierten Klavier‹. Im Anschluss wird mit dessen E-Dur-Klavierkonzert ein Pionierwerk erklingen. Bach war seit 1729, neben seiner Tätigkeit als Thomaskantor, auch Leiter des städtischen Collegium Musicum und musste für dessen Konzerte ständig neues Material liefern. In diesem Zusammenhang arbeitete er eigene Instrumentalkonzerte für das Cembalo als Soloinstrument um und ließ es damit aus seiner Rolle als bloßen Begleiter aus dem Orchester heraustreten – damit begründete er ganz nebenbei eine neue Gattung.

Arnold Schönberg war mit seinem berühmten Vortrag ›Brahms, der Fortschrittliche‹ von 1933 wesentlich an der Revision eines Brahms-Bilds beteiligt, das diesen als vermeintlich Konservativen zeichnete. Mit großem Einfluss auf den selbsternannten »Brahmsianer« Schönberg hatte dessen Musik also weitreichende Folgen – sie erstrecken sich bis in die Gegenwart und zu Komponisten wie dem Berliner Aribert Reimann (*1936). » Ich komponiere seit meiner frühesten Kindheit und schätze sowohl die musikalische Tradition als auch die modernen Entwicklungen in meiner Arbeit«, so der Komponist. Die ›Fragments de Rilke‹ für Sopran und Orchester sind ein Auftragswerk des DSO, ermöglicht durch die Ernst von Siemens Musikstiftung, und erleben heute ihre Uraufführung.

Brahms komponierte die Vierte Symphonie während seiner Sommeraufenthalte 1884|85 in der Steiermark. Nach anfänglicher Skepsis unter Freunden und Kollegen feierte das Werk regelrechte Triumphzüge. Doch gerade in den Bedenken verstecken sich die besonderen Kennzeichen der Symphonie: »Auf den ersten Blick wird sie keinem ihren reichen Gedankenschatz erschließen«, urteilte etwa Eduard Hanslick. Brahms hat hier die kunstvolle Vernetzung des musikalischen Materials zur Perfektion gebracht. Er entfaltet im letzten Satz auf ein Bach-Thema nicht weniger als 31 Variationen in Form einer Passacaglia – Brahms, der »Geschichtsbewusste«, trifft Brahms, den »Neuerer«.

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Sonntag, 24.02.2019 | 20.03 Uhr

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