Programm

Zoltán Kodály
›Tänze aus Galánta‹

Missy Mazzoli
›River Rouge Transfiguration‹

Franz Liszt
›Totentanz‹ für Klavier und Orchester

Dmitri Schostakowitsch
Suite aus ›Lady Macbeth von Mzensk‹, zusammengestellt von James Conlon

Mitwirkende

Kerem Hasan

  • Martin Helmchen – Klavier

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Zum Konzert

Der junge Engländer Kerem Hasan, der seit 2019 als Chefdirigent des Tiroler Symphonieorchesters Innsbruck amtiert, leitet bei seinem DSO-Debüt ein abwechslungsreiches Programm aus mittel- und osteuropäischer Musik, das durch die melodiös eingängige und brillant orchestrierte Tondichtung ›River Rouge Transfiguration‹ komplettiert wird. Missy Mazzoli, die von der Presse einmal als »Brooklyn’s post-millenial Mozart« bezeichnet wurde, ließ sich zu ihrer Komposition durch die Stadt Detroit und deren großen Fluss inspirieren.

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Ein starker lokaler Bezug charakterisiert auch Zoltán Kodálys ›Tänze aus Galánta‹. Der Vater des ungarischen Komponisten arbeitete während dessen Kindheit als Angestellter der Bahn sieben Jahre im titelgebenden Ort, der auf der Strecke zwischen Budapest und Bratislava liegt. Hier hörte Kodály in seiner Jugend »Zigeunerkapellen« mit Musik im Stil des Verbunkos. Mit dem aus dem deutschen Wort »Werben« abgeleiteten Begriff wurde ursprünglich ein Tanz zur Rekrutierung von Soldaten benannt. Diese Bedeutung wurde allerdings in der musikalischen Folklore aufgegeben, die Kodály in der Komposition mit seinem ureigenen Stil verschmolz.

Viele Tonkünstler wie Berlioz, Rachmaninoff und Saint-Saëns waren von der aus dem Mittelalter überlieferten »Dies Irae«-Tonfolge fasziniert. Franz Liszt legte das Motiv seinem ›Totentanz‹ für Klavier und Orchester zugrunde. Das zu Beginn in geradezu perkussiver Weise vom Soloinstrument herausgehämmerte Thema wird im Verlauf der folgenden Variationen zum Gegenstand eines Kanons und einer Passage, der die Hörner das Kolorit einer Jagdszene verleihen. Martin Helmchen, der 2020 mit dem DSO für die gemeinsame Aufnahme des Zweiten und Fünften Klavierkonzerts von Beethoven mit einem Gramophone Award ausgezeichnet wurde, übernimmt den eminent virtuosen Solopart.

Die bei ihren ersten Aufführungen umjubelte Oper ›Lady Macbeth von Mzensk‹ von Dmitri Schostakowitsch, aus der zum Abschluss des Konzerts eine Orchestersuite erklingt, wurde 1936 vermutlich auf Anweisung Stalins persönlich mit einem Bann belegt. Die Musik zur Handlung um patriarchale Unterdrückung, gewaltsame Rache und erotische Verfallenheit spiegelt die archaische Brutalität der Stalin-Ära auf vielleicht einzigartige Weise.

Übertragung

Termin wird noch bekannt gegeben

rbbKultur
Mo 3 Okt '22

20 Uhr
19.10 Uhr Einführung mit Habakuk Traber

Philharmonie Berlin

Übertragung

Termin wird noch bekannt gegeben

rbbKultur

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Biografie Kerem Hasan

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