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Sa 25. November 2017
20 Uhr Philharmonie Berlin, Großer Saal

Cornelius Meister

Karen Cargill Mezzosopran

Damen des Rundfunkchors Berlin

Benjamin Goodson Choreinstudierung

Staats- und Domchor Berlin

Kai-Uwe Jirka Choreinstudierung

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Toshio Hosokawa
›Meditation‹ für Orchester  
Gustav Mahler
Symphonie Nr. 3 d-Moll für Mezzosopran, Knabenchor und Frauenchor  

18.55 Uhr Einführung mit Habakuk Traber

Aktueller Hinweis: DSO-Chefdirigent Robin Ticciati musste seine Mitwirkung an den Aufführungen von Mahlers Dritter krankheitsbedingt bedauerlicherweise absagen. Statt seiner tritt Cornelius Meister am 24. und 25. November ans Pult des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin.


In Zusammenarbeit mit dem Rundfunkchor Berlin

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Zum Programm

Gustav Mahler gilt als »Sommerkomponist«. Die Monate von Juli bis September zog sich der Direktor Wiener Hofoper in eine Hütte in den Bergen zurück, um sich unbehelligt vom Spielplantrubel, gehässigen Kritikern und sozialen Verpflichtungen der Komposition seiner Symphonien widmen zu können. In den Sommern der Jahre 1895 und 1896 hielt sich Mahler in Steinbach am Attersee auf; dort entstanden die größten Teile der längsten und vermutlich kontrastreichsten seiner Symphonien, der Dritten. Auch programmatisch ‒ die Dritte bildet mit den beiden vorherigen den vorläufigen Abschluss der sogenannten ›Wunderhorn‹-Symphonien ‒ scheint diese durch die alpine Flora und Fauna inspiriert: »Pan erwacht. Der Sommer marschiert ein« notierte Mahler ursprünglich über dem Eröffnungssatz. Allein aufgrund dessen Dimensionen schrieb er an seine Vertraute Natalie Bauer-Lechner: »Es ist kaum mehr Musik zu nennen, sondern nur ein ungeheurer, mystischer Naturlaut. Ich hätte den Satz auch nennen können: Was mir das Felsengebirge erzählt.« Nach den schroff-archaischen Klängen des Beginns erzählen die weiteren Sätze von dem durch Streicher- und Harfenpizzicati symbolisierten Wiegen und Wogen der Blumen im Wind, den Tieren im Wald im grotesken Scherzo, den mit Einsatz des Alt-Solos eintretenden Menschen im vierten Satz, dem von Kirchenglocken, Kinder- und Frauenchor untermalten Reich der Engel, und schließlich von der Liebe. Die Texte der Gesangsstimmen entlehnte Mahler neben der Sammlung ›Des Knaben Wunderhorn‹ außerdem Friedrich Nietzsches ›Also sprach Zarathustra‹. Robin Ticciati lässt der Mahler’schen Natur- und Klanggewalt das Orchesterstück ›Meditation‹ des japanischen Komponisten Toshio Hosokawa vorausgehen. Sein eindrucksvolles Werk beschreibt nicht die Freuden und Erhabenheit der Natur, sondern entfaltet vielmehr deren vernichtende Macht: Hosokawas ›Mediation‹ gedenkt den etwa 16.000 Opfern des Tsunamis vom 11. März 2011 an der japanischen Küste nahe Fukushima und der sich daran anschließenden Atomkatastrophe.

  • Cornelius Meister Dirigent

    Foto: Marco Borggreve

    Cornelius Meister | DirigentCornelius Meister
    Karen Cargill | MezzosopranKaren Cargill
    Rundfunkchor BerlinRundfunkchor Berlin
    Staats- und Domchor BerlinStaats- und Domchor Berlin

    Cornelius Meister Dirigent

    Cornelius Meister ist seit 2010 Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des ORF Radio-Symphonieorchesters Wien (RSO). 2018 wechselt er als Generalmusikdirektor an die Staatsoper Stuttgart und zum Staatsorchester Stuttgart. Seit 2017 ist er zudem Erster gastdirigent beim Yomiuri Nippon Symphony Orchestra Tokyo. Zusammen mit dem RSO Wien gewann er 2016 mit ›Peter Grimes‹ den International Opera Award für die beste Produktion der Saison und 2017 einen ECHO Klassik.

    In der Saison 2017|2018 dirigiert er Konzerte bei den Salzburger Festspielen, am Teatro alla Scala Mailand, in der Kölner Philharmonie, in Wien, Tokio und Shanghai. Als Operndirigent ist er präsent beim Glyndebourne Festival (›Ariadne auf Naxos‹), an der Wiener Staatsoper (›Die Fledermaus‹) und in Antwerpen (›Parsifal‹). In der Saison 2018|2019 folgt sein Debüt an der Metropolitan Opera New York.

    In seinen Aufführungen dirigiert Cornelius Meister sowohl das Kernrepertoire (sämtliche Beethoven-, Schumann-, Brahms-, Bruckner-, Tschaikowsky-, Mahler- und Sibelius-Symphonien) als auch selten gespielte Werke (u.a. sämtliche Martinů-Symphonien). Hinzu kommen zahlreiche Uraufführungen und die Zusammenarbeit mit Originalklang-Orchestern (u. a. ›Die Zauberflöte‹ an der Oper Zürich). Zusätzlich zu den Abonnementkonzerten im Wiener Musikverein und Konzerthaus dirigiert er das RSO Wien auf Tourneen in Asien und Europa. Sämtliche Konzerte werden im Radio und im Internet, teilweise auch im Fernsehen, übertragen. Regelmäßig erscheinen CD-Einspielungen.

    In Konzerten leitet er das Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam, City of Birmingham Symphony Orchestra, BBC National Orchestra of Wales und BBC Philharmonic, National Symphony Orchestra Washington, Mostly Mozart Festival Orchestra New York, Swedish Radio Symphony Orchestra und Danish National Symphony Orchestra, Orchestre de Paris, Orchestre de l’Opéra National de Paris und Ensemble Intercontemporain, Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia Rom, Orchestra Sinfonica Nazionale della Rai, Tonhalle-Orchester Zürich und Orchestre de la Suisse Romande, Deutsches Symphonie-Orchester Berlin und die Rundfunk-Sinfonieorchester von NDR, SWR und BR.

    Mit 21 Jahren debütierte Cornelius Meister an der Hamburgischen Staatsoper. Es folgten Einladungen an die Bayerische Staatsoper München, Deutsche Oper Berlin, Semperoper Dresden, Theater an der Wien, New National Theatre Tokyo, San Francisco Opera und The Royal Danish Opera. Seit 2012 dirigiert er an der Wiener Staatsoper (Mozart, Beethoven, Wagner und Richard Strauss), seit 2014 am Royal Opera House Covent Garden London (Mozart und Puccini), seit 2015 am Teatro alla Scala Mailand (Uraufführung einer Oper von Giorgio Battistelli anlässlich der Weltausstellung).

    Cornelius Meister studierte Klavier und Dirigieren in Hannover bei Konrad Meister, Martin Brauß und Eiji Ōue sowie am Mozarteum Salzburg bei Dennis Russell Davies, Jorge Rotter und Karl Kamper. Von 2005 bis 2012 war er Generalmusikdirektor in Heidelberg. Bereits 2007 wurde er für das ›Beste deutsche Konzertprogramm‹ und seither mehrfach für seine Education-Projekte ausgezeichnet. Als Pianist trat Cornelius Meister in Europa und den USA auf und leitete Klavierkonzerte von Grieg, Liszt, Gershwin, Beethoven und Mendelssohn vom Flügel aus.

    Gustav Mahlers Dritte Symphonie dirigiert Cornelius Meister auch am 12. Dezember 2017 in der Suntory Hall Tokyo und am 14. Juni 2018 im Wiener Konzerthaus. Am 15. Februar 2018 leitet er die österreichische Erstaufführung von Toshio Hosokawas neuem Orgelkonzert.
     
    Weitere Informationen unter corneliusmeister.net.

Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin ist ein Ensemble der

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