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Mo 30. Oktober 2017
20.30 Uhr Philharmonie Berlin

Casual Concert

Rafael Payare

Christiane Karg Sopran

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Dmitri Schostakowitsch
Symphonie Nr. 10 e-Moll  
Benjamin Britten
›Quatre chansons françaises‹ für Sopran und Orchester  

Moderation des Konzerts in deutscher Sprache

Im zweiten Teil des Abends Casual Concert Lounge
mit ANNA VR (Live Act) und Johann Fanger (DJ)

 

Zum Programm

Die Casual Concerts des DSO gehen in eine neue Runde! Mit Rafael Payare führt im ersten Konzert der Serie einer der vielversprechendsten jungen Dirigier-Talente durch das Programm. Der im venezolanischen Programm ›El Sistema‹ ausgebildete ehemalige Hornist wird nun in der Berliner Philharmonie Dmitri Schostakowitschs Zehnte Symphonie näher beleuchten. Schostakowitschs Opus 93 entstand als erste symphonisch-musikalische Äußerung des Komponisten nach acht schweigsamen Jahren innerhalb weniger Monate 1953. Lange Zeit hatte Schostakowitsch seit der Veröffentlichung des berüchtigten ›Prawda‹-Artikels unter Repressalien gelitten - das nachdenkliche Werk mit seinen grüblerischen Motiven und Trauergestus im ersten Satz wurde daher oft als seine persönliche Aufarbeitung des Stalinismus gedeutet. So ungewiss die wie Zukunft der Sowjetunion nach Stalins Tod im selben Jahr erscheint dann auch das Ende der Symphonie: Dessen Fröhlichkeit wirkt aufgesetzt, die Sorglosigkeit brüchig. Rafael Payare stellt dem bedeutenden Großwerk des russischen Komponisten Benjamin Brittens unschuldige ›Quatre chansons françaises‹ mit der gefragten Sopranistin Christiane Karg als Solistin voran. Obwohl erst kurz vor dem 15. Geburtstag des englischen Komponisten entstanden, lässt die musikalische Gestaltung der Lieder Brittens nach Texten von Victor Hugo und Paul Verlaine den Einfluss von Vorbildern wie Richard Wagner, Alban Berg und Claude Debussy erkennen - und weist an einigen Stellen sogar auf den späteren Opernkomponisten voraus.

  • Rafael Payare Dirigent

    Foto: no credit

    Rafael Payare | DirigentRafael Payare
    Christiane Karg | SopranChristiane Karg
    ANNA VR | Live ActANNA VR
    Johann Fanger | DJJohann Fanger

    Rafael Payare Dirigent

    Rafael Payare, geboren 1980 in Venezuela und Schüler des Ausbildungsprogramms El Sistema, war als Solo-Hornist langjähriges Mitglied im Simón Bolívar Symphony Orchestra of Venezuela. Nach seinem Dirigierstudium arbeitete er als Assistenz-Dirigent mit Claudio Abbado, Daniel Barenboim und Gustavo Dudamel zusammen. 2012 gewann er den Ersten Preis beim Malko-Wettbewerb für junge Dirigenten und wurde kurz darauf von Lorin Maazel eingeladen, bei dessen Castleton Festival in Virginia zu dirigieren, wo er mittlerweile zum Principal Conductor ernannt wurde. Der polnische Komponist Krzysztof Penderecki lud den Südamerikaner ein, im Rahmen der Konzerte anlässlich seines 80. Geburtstages 2013 in Warschau zu dirigieren – neben Dirigenten wie Valery Gergiev, Charles Dutoit, Leonard Slatkin und Jiří Bĕlohlávek. Seit September 2014 ist Rafael Payare Chefdirigent des Ulster Orchestra.

    Inzwischen einer der gefragtesten Dirigenten seiner Generation, gab Rafael Payare in jüngerer Zeit seine Debüts bei den Wiener und Münchener Philharmonikern, dem London Symphony Orchestra und dem Chicago Symphony Orchestra. Weitere Höhepunkte waren Konzerte mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra, dem Seoul Philharmonic, dem Oslo Philharmonic, den Göteborger Symphonikern, der Accademia Nazionale di Santa Cecilia, dem Mahler Chamber Orchestra, dem NHK Symphony Orchestra und dem Royal Stockholm Philharmonic, sowie die Gastspiele mit dem Rotterdam Philharmonic im Royal Concertgebouw Amsterdam. Gemeinsam mit dem Geiger Frank Peter Zimmerman und den Münchner Philharmoniker gastierte er zudem im Londoner Southbank Centre.

    Nach seinem erfolgreichen Debüt als Operndirigent mit Puccinis ›Madame Butterfly‹ an der Royal Swedish Opera kehrte er unlängst für eine ›La Bohème‹-Produktion nach Stockholm zurück.

    Rafael Payare arbeitet mit Solisten wie Jean-Yves Thibaudet, Nikolai Lugansky, Alisa Weilerstein, Elisabeth Leonskaja, Sergey Khachatryan, Jonathan Biss und Alexander Melnikov zusammen.

    Der junge Venezolaner lebt in Caracas und Berlin.

Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin ist ein Ensemble der

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