Schostakowitschs ›Leningrader‹ und Billy Childs’ Saxophonkonzert ›Diaspora‹
Dirigent Rafael Payare und Saxophonist Steven Banks zu Gast beim DSO am So., 07.06.
Zum Konzert am Sonntag, den 7. Juni begrüßt das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin (DSO) erstmals den Saxophonisten Steven Banks in der Philharmonie. Unter der Leitung von Rafael Payare interpretiert er Billy Childs’ Konzert ›Diaspora‹. Gemeinsam bringen sie das facettenreiche Werk über Identität, Erinnerung und kulturelle Herkunft zur Deutschen Erstaufführung. Im zweiten Teil des Abends erklingt Dmitri Schostakowitschs Siebte Symphonie, seine sogenannte ›Leningrader‹.
Zwei Werke, die Erfahrungen von Gewalt, Bedrohung und Behauptung musikalisch verarbeiten, stehen am 7. Juni auf dem Programm. In Billy Childs’ Saxophonkonzert ›Diaspora‹ drückt der Komponist »seine Vision der afroamerikanischen Geschichte aus – von der Zeit, bevor wir nach Amerika kamen bis zum Blick in die Zukunft«. Inspiriert von Texten afroamerikanischer Dichter:innen, übersetzt Childs die Geschichte der Diaspora in eine ergreifende musikalische Erzählung. Das Konzert ist dem Solisten Steven Banks auf den Leib geschrieben, der es nach gefeierten Aufführungen in Amerika nun erstmals in Deutschland auf die Bühne bringt. Im Anschluss dirigiert Rafael Payare Schostakowitschs ›Leningrader‹. Die Siebte entwickelt unter dem Eindruck von Krieg, Belagerung und Vernichtung eine musikalische Dramaturgie, in der sich historische Gewalt in enorm spannungsreiche Prozesse von Verdichtung, Wiederholung und Überlagerung einschreibt.
Der venezolanische Dirigent Rafael Payare ist seit 2019 Musikdirektor der San Diego Symphony und seit 2022 Chefdirigent des Orchestre symphonique de Montréal. Sein Werdegang begann als Hornist im Rahmen des venezolanischen Jugendbildungsprogramms ›El Sistema‹, später studierte er Dirigieren bei José Antonio Abreu und lernte von seinem Mentor Lorin Maazel. Er arbeitete mit weltweit führenden Orchestern zusammen, darunter die Wiener Philharmoniker, das Chicago Symphony und die Berliner Staatskapelle. Außerdem dirigierte er Opern u. a. beim Glyndebourne Festival, im Londoner Royal Opera House sowie an der Royal Stockholm Opera.
Der Saxophonist und Komponist Steven Banks strebt danach, sein Instrument ins Zentrum der klassischen Musik zu rücken. Als Solist konzertierte er mit US-Klangkörpern wie dem Boston und Pittsburgh Symphony Orchestra unter Dirigent:innen wie Franz Welser-Möst, Manfred Honeck, Matthias Pintscher und Ruth Reinhardt und brachte Werke von Joan Towers oder Augusta Read Thomas zur Uraufführung. Seine Werke für Saxophon und Klavier wie ›Come As You Are‹ gehören zu den meistgespielten Stücken von Saxophonist:innen in den USA.
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