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Chefdirigent Kazuki Yamada
Mit der Saison 2026/2027 beginnt für das DSO eine neue Ära: Kazuki Yamada tritt sein Amt als Chefdirigent und Künstlerischer Leiter an. Der 47-jährige Japaner ist damit der neunte in einer illustren Reihe, die 1946 mit Ferenc Fricsay begann. »It’s a match!« steht am Anfang der neuen Saisonbroschüre, und tatsächlich haben sich mit Kazuki Yamada und dem DSO zwei gefunden, die vom ersten Moment an wussten, dass sie füreinander bestimmt sind.
Mit zunächst sechs Programmen stellt sich Kazuki Yamada mit dem DSO vor. Große
Klassiker, Neues, Altes, Unbekanntes und Ungewöhnliches stehen dabei gleichberechtigt und selbstverständlich nebeneinander:
Das Antrittskonzert am 4. Oktober 2026 spannt ein weites Panorama über Mensch, Spiritualität und Natur – mit Ives’ ›Unanswered Question‹, Griegs Klavierkonzert (Alice Sara Ott), Anna Clynes ›Woman of the Mountain‹ und Debussys ›La mer‹. Im Konzert am 20. Dezember 2026 stehen Spiritualität und musikalische Tiefe im Fokus: von Saariahos ›La passion de Simone‹ über Bachs berühmter Chaconne (in einer Orchesterfassung von Hideo Saitō) bis zu Bruckners unvollendeter Neunter Symphonie. Das Konzert am 26. März 2027 beleuchtet böhmisch-amerikanische Verbindungen: Florence Prices Erste Symphonie und Dvořáks Cellokonzert (Pablo Ferrández).
Am 25. April 2027 folgt ein Programm mit großer Wirkung: Rufus Wainwrights ›Dream Requiem‹ mit drei Chören, Sopranistin Regula Mühlemann und Iris Berben als Erzählerin. Die Konzerte am 7. und 8. Mai 2027 bilden einen romantischen Höhepunkt mit Bacewiczs Ouvertüre, Dutilleux’ Cellokonzert ›Tout un monde lointain …‹ (Jean-Guihen Queyras) und Berlioz’ ›Symphonie fantastique‹. Musikalische Seelenerkundung mit Schönbergs ›Verklärter Nacht‹ und Strauss’ ›Tod und Verklärung‹ bilden den Abschluss am 23. Mai 2027, gemeinsam mit Fazıl Says kathartisch-mitreißendem Cellokonzert ›Never Give Up‹ (Abel Selaocoe).
Saisonmotto ›Ach, Mensch‹
Unter das bewusst vieldeutige Motto ›Ach, Mensch‹ stellt das DSO seine Konzertsaison 2026/2027. Die Themen, die das Orchester in den letzten Jahren explizit beschäftigten – Musik von Frauen, Werke Schwarzer Komponist*innen, gesellschaftspolitische Verantwortung und Demokratie –, sind zu einem selbstverständlichen Teil der Programmplanung und des -angebots geworden. Das DSO weitet nun den Horizont und nimmt den Ausruf ›Ach, Mensch‹ als Ausgangspunkt für eine Spielzeit, die sich dem Menschsein in all seinen Facetten widmet.
Die Konzertprogramme greifen große gesellschaftliche Themen wie Teilhabe, Nachhaltigkeit, Vertreibung, Religion und Liebe auf. Sie laden dazu ein, zuzuhören, mitzuempfinden, über sich selbst und über die Verantwortung von Kunst und Gesellschaft nachzudenken. Das DSO will keine fertigen Antworten parat halten. Vielmehr möchte es Anregungen geben, Fragen stellen, und das zu jedem Konzert. Diese Fragen begleiten die Symphonieprogramme der Saison, mal nachdenklich, mal provokant, mitunter auch humorvoll – häufig stammen sie aus dem berühmten ›Fragebogen‹ des Schriftstellers Max Frisch. Mit ihnen werden die Konzerte zu Orten der Reflektion, in- und außerhalb der Philharmonie – über die Kunst selbst und was es heute bedeutet, Mensch zu sein.
Vor diesem Hintergrund werden in sechs Programmen Carolin Emcke, Michel Friedman, Maja Göpel, Nikolaus Habjan, Navid Kermani und Düzen Tekkal ihre Gedanken und Perspektiven auf das Menschsein und seine vielen Dimensionen mit dem DSO-Publikum teilen. Und in den Pausen der DSO-Konzerte bietet ›ASK! Das Zimmer für jede Antwort‹ den Besucher*innen im Foyer der Philharmonie die Gelegenheit, über das Gehörte und die Fragen mit sich, mit anderen und dem DSO ins Gespräch zu kommen.
Gäste und Programme
Auch seinen ehemaligen Chefdirigenten ist das DSO weiterhin eng verbunden. Ehrendirigent Kent Nagano bringt Schuberts ›Große C-Dur‹-Symphonie auf die Bühne, Ingo Metzmacher Psalmenkompositionen des 20. Jahrhunderts von Bernstein, Strawinsky und Lili Boulanger.
Langjährige Wegbegleiter*innen und neue Freund*innen gestalten die weiteren Symphoniekonzerte der Saison. Simone Young kehrt mit einem farbenreichen Programm zwischen Todessehnsucht, irdischer Liebe, Meer und Land beim Musikfest Berlin zum DSO zurück. Dort ist das DSO gemeinsam mit dem RIAS Kammerchor Berlin, dessen Chefdirigenten Justin Doyle und intimen Requiem-Kompositionen von Duruflé und Schnittke ein weiteres Mal zu hören. Eva Ollikainen hat Thomas Larchers Zweite Symphonie auf dem Pult, die er den abertausenden Ertrunkenen im Mittelmeer gewidmet hat.
Manfred Honeck dirigiert zwei Abende mit Mahlers Erster Symphonie, Susanna Mälkki widmet sich der ›Auferstehungssymphonie‹ des Komponisten. Anja Bihlmaiers Konzert führt über Bacewicz und Adams zu Beethovens Siebter, Pablo Heras-Casado stellt dessen Fünfter Schumanns Klavierkonzert und die feine Kunst des Puppenspielers Nikolaus Habjan zur Seite. Auch Schostakowitsch gibt es im Doppelpack: David Afkham dirigiert die Achte Symphonie des Komponisten, Daniele Rustioni dessen Zehnte.
Publikumsliebling Dalia Stasevska ist gleich zweimal zu Gast – einmal mit Landschaftsmusiken von Adams, Ligeti, Sibelius und Thorvaldsdottir, ein weiteres Mal mit Bruckners Siebter Symphonie. Fabien Gabel spannt einen Bogen von Bacewiczs Polnischer Rhapsodie zu abenteuerlichen Ballettmusiken von Ravel und Roussel.
Zwei Alte-Musik-Spezialist*innen erkunden mit geschultem Ohr die Musikgeschichte: Thomas Hengelbrock schlägt einen Bogen von Haydns Vokalkunst zu Schumanns früher Symphonik, Jeannette Sorrell stellt in ihren Programm ›Mozart’s Requiem – A Tapestry‹ dem letzten, unvollendet gebliebenen Werk des Wiener Komponisten vier US-amerikanische Zeitgenoss*innen zur Seite, die sich mit Fragen des Erinnerns, der Tradition, des Rassismus und dem Streben nach Freiheit auseinandersetzen.
Barbara Hannigan präsentiert als Sopranistin und Dirigentin in Personalunion Francis Poulencs Monodram ›La voix humaine‹ als mitreißende, multimediale Opernperformance. Auch Wayne Marshall ist so eine Doppelbegabung – er dirigiert Musik von Gershwin, Wallen und Weill und übernimmt in der ›Rhapsody in Blue‹ den Solopart. Das dritte Multitalent ist der Geiger Renaud Capuçon, der vom Pult aus Werke von Sohy und Brahms interpretiert. Mit einem polnisch-böhmischen Programm gibt Dinis Sousa seinen Einstand am Pult des DSO, ebenso wie Hankyeol Yoon, der mit Tschaikowskys ›Pathétique‹ anreist.
Saisonbroschüre
Ausführliche Informationen zur Saison finden Sie in unseren Online-Konzertkalender aber auch in unserer Saisonbroschüre, die wir Ihnen gerne druckfrisch und kostenfrei zusenden und die Sie hier direkt digital durchblättern können: