Hildur Guðnadóttir ist eine mit dem Oscar ausgezeichnete isländische Komponistin, Cellistin und Sängerin, deren Werk von experimentellem Pop über zeitgenössische Klassik bis hin zur Filmmusik reicht. Sie hat sich zu einer der innovativsten und emotional bewegendsten Stimmen im Bereich der zeitgenössischen Musik entwickelt, die dafür bekannt ist, aus intimen Quellen weitläufige Klanglandschaften zu erschaffen.
Ihre Filmmusik für ›Joker‹ brachte ihr einen Oscar, einen Golden Globe, einen BAFTA und einen Critics’ Choice Award für die beste Originalmusik ein. Außerdem gewann sie einen Primetime Emmy und einen Grammy für ihre Arbeit an der HBO-Serie ›Chernobyl‹ und war damit die erste Komponistin, die allein in einer dieser beiden Kategorien ausgezeichnet wurde. Zu ihren weiteren Film- und Fernsehkompositionen zählen ›Sicario: Day of the Soldado‹, ›Mary Magdalene‹, ›Tom of Finland‹, ›Journey’s End‹ sowie 20 Episoden der isländischen Fernsehserie ›Trapped‹ (Amazon Prime). Im Oktober 2025 erhielt Guðnadóttir beim 21. Zürich Film Festival den Career Achievement Award, eine weitere Anerkennung für ihre Verdienste um die zeitgenössische Musik und die Filmmusik.
Im Oktober 2025 erschien ihr Studioalbum ›Where to From‹ bei der Deutschen Grammophon. Das Album umfasst neun intime und nachdenkliche Titel, die aus spontanen musikalischen Tagebucheinträgen entstanden sind, die ursprünglich auf ihrem Handy aufgenommen wurden. ›Where to From‹ zelebriert die kreative Kraft von Freundschaft und Zusammenarbeit und präsentiert langjährige musikalische Partner wie Liam Byrne, Clare O’Connell, Eyvind Kang, Jessika Kenney und Elsa Torp, mit Tontechnik von Francesco Donadello und einem Cover-Design von Gisèle Vienne. Die Musik des Albums wurde von der Volksbühne Berlin, dem Reykjavík Arts Festival, dem Barbican Centre und dem Holland Festival in Auftrag gegeben und war während der gesamten Spielzeit 2025/26 zu hören.
Im Jahr 2026 fungiert Guðnadóttir als ›Associate Artist‹ des Holland Festivals, der größten und einflussreichsten internationalen Veranstaltung für darstellende Künste in den Niederlanden. Im Rahmen dieser prestigeträchtigen Ernennung präsentiert sie ›Where to From‹ zusammen mit einer Auswahl von Werken aus ihrem breiteren Repertoire, bereichert durch immersive Lichtkunst von Theresa Baumgartner und unterstützt durch eine groß angelegte Koproduktion mit dem Festival an mehreren Terminen, darunter ›Chernobyl‹, ›Nærmynd‹, das neue Auftragswerk ›Passing Remarks‹ sowie weitere Veranstaltungen, die alle Aspekte ihres Schaffens würdigen.
Guðnadóttir tritt im Juni 2026 außerdem als ›Artist in Residence‹ beim Reykjavík Arts Festival auf und präsentiert eine Trilogie von Performances, die die Tiefe und Bandbreite ihres künstlerischen Schaffens verdeutlichen. Dazu gehören ein kuratiertes Programm mit dem Iceland Symphony Orchestra in der Eldborg Hall, die isländische Premiere von ›Where to From‹ im Silfurberg der Harpa sowie ein gemeinsames Konzert mit dem Hallgrímskirkja-Chor – allesamt ein eindrucksvoller Auftakt zu ihrer erweiterten Vision beim Holland Festival.
Mit Blick auf die Saison 2026/27 präsentiert Guðnadóttir ›This Will Be Us‹, ihr neues symphonisches Projekt, mit dem sie das 20-jährige Jubiläum ihres ersten Albums ›Mount A‹ feiert. Das Projekt wurde für die Deutsche Grammophon in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin aufgenommen und markiert eine bedeutende Erweiterung ihres groß angelegten Konzertschaffens. Die Albumvorstellung findet am 25. Oktober 2026 in der Berliner Philharmonie statt; weitere Aufführungen sind unter anderem im Opernhaus Oslo, im De Singel sowie im Laufe der Saison 2027/28 geplant.
Guðnadóttirs Solo-Diskografie umfasst vier von der Kritik gefeierte Alben – ›Mount A‹ (2006), ›Without Sinking‹ (2009), ›Leyfðu Ljósinu‹ (2012) und ›Saman‹ (2014) –, die nun alle beim Label Deutsche Grammophon erhältlich sind, sowie ihre Extended-Single ›Iridescence‹ und die Soundtracks zu ›Chernobyl‹ (2019) und ›TÁR‹ (2022).
Im Jahr 2026 komponiert Guðnadóttir zudem die Originalmusik für die Inszenierung von ›Electra Persona‹ am Nationaltheater unter der Regie von Benedict Andrews. In den Hauptrollen sind Cate Blanchett, Nina Hoss und Ella Lily Hyland zu sehen; die Aufführungen finden vom 19. August bis zum 10. Oktober statt.
Sie hat für Institutionen wie das Isländische Symphonieorchester, das Isländische Nationaltheater, die Tate Modern, das British Film Institute, die Königliche Schwedische Oper, das Göteborger Nationaltheater und die BBC Proms komponiert. Sie ist mit Künstlern wie Jóhann Jóhannsson, Ryuichi Sakamoto, The Knife, Fever Ray und Throbbing Gristle aufgetreten und hat mit ihnen Aufnahmen gemacht. Derzeit komponiert sie ein neues Orchesterwerk im Auftrag des Los Angeles Philharmonic, das am 18. Februar 2027 in der Walt Disney Concert Hall aufgeführt werden soll.
Sie wurde 1982 in Reykjavík geboren und studierte an der Musikakademie Reykjavík, der Isländischen Akademie der Künste und der Universität der Künste Berlin. Derzeit lebt sie in Berlin.