19.15 Uhr Einführung

B – ›Zeitreise‹, Wahl-Abo

19.15 Uhr Einführung

D – Serie ›Virtuoso‹, Wahl-Abo

Übertragung

Termin wird noch bekannt gegeben

Deutschlandfunk Kultur

Programm

Julia Perry
›A Short Piece for Orchestra‹

Robert Schumann
Violinkonzert

Gustav Mahler
Symphonie Nr. 1 D-Dur

Mitwirkende

Manfred Honeck Dirigent

  • Vilde Frang Violine

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Zum Konzert

Robert Schumanns Violinkonzert hatte einen schweren Start: Als er es im Oktober 1853 seiner Frau Clara am Klavier vorspielt, ist sie zunächst wenig beeindruckt. Erst 80 Jahre nach der Entstehung bringt der Geiger Georg Kulenkampff Schumanns empfindungsreiche Musik zur Uraufführung. Einen wirklichen Siegeszug erlebt das Konzert aber erst seit Kurzem, woran auch Vilde Frang ihren Anteil hat. Nun endlich bringt die norwegische Stargeigerin das faszinierende Werk auch dem DSO-Publikum zu Gehör.

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Ihr ›Short Piece for Orchestra‹ hat Julia Perry zweimal überarbeitet, bevor sie es zur Aufführung freigab. Zum Zeitpunkt der Premiere im Jahr 1965 durch die New Yorker Philharmoniker nämlich drehte sich der Wind und große Unsicherheit machte sich bei ihr breit: Knapp über 40 Jahre alt, bekommt sie auf einmal keine Aufträge mehr. Zuvor war sie gefragt und wurde gefeiert, viele großen Häusern spielten ihre Musik. Was zu dem Shift geführt hat, ist unklar – ihre Musik jedenfalls nicht: In ihrem ›Short Piece‹ arbeitet Perry mit einem donnernden Motiv, das sie in fünf Teilen durchführt, verändert und in ein unglaublich reiches und fesselndes Stück voller Kontraste und überraschender Klangeffekte verwandelt.

Als Gustav Mahler seine Erste Symphonie schreibt, befindet er sich ebenfalls in einem emotional aufwühlenden Zustand: Er tingelt von Stadt zu Stadt, arbeitet mal hier, mal dort, und hat eine Affäre mit einer verheirateten Frau. Nur sechs Wochen schreibt er an dem Werk, verarbeitet darin zwei seiner ›Lieder eines fahrenden Gesellen‹ und eine Moll-Version des bekannten Kanons ›Frère Jacques‹. Bei der Uraufführung in Budapest ist das Publikum verwirrt, mit dieser neuartigen Musik konnten die meisten nicht viel anfangen. Der Komponist überarbeitet das Werk dementsprechend mehrfach, verändert jedoch nicht den Charakter: Die Symphonie ist ein Wechselbad der Gefühle, changiert zwischen träumerischen Momenten und Rückfällen in die Wirklichkeit.

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