19.10 Uhr Einführung

Übertragung

Termin wird noch bekannt gegeben

Deutschlandfunk Kultur

Programm

Alfred Schnittke
Requiem für Soli, Chor und Instrumente

Maurice Duruflé
Requiem für Soli, Chor, Orgel und Orchester

Mitwirkende

Justin Doyle Dirigent

  • Jennifer Johnston Mezzosopran
  • Solist*innen des RIAS Kammerchors  

RIAS Kammerchor Berlin

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

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»Jedes Mal, wenn ich an das Sanctus-Thema denke, erwacht in mir neue Hoffnung«, sagt der georgische Komponist Gija Kantscheli, ein Freund von Alfred Schnittke. »Von solch einem Frieden, von solcher Schönheit, von solcher Reinheit träume ich, wenn ich an den tiefsten, im Inneren verborgenen Sinn denke.« Dabei ist das ›Sanctus‹ aus Schnittkes Requiem ziemlich ungewöhnlich: Da jubiliert kein Chor, da donnern keine Pauken, da triumphieren keine Trompeten darüber, dass Gott heilig und groß ist – im Gegenteil. Zuerst intoniert hier nur eine Stimme den Text, woraufhin sich nach und nach die anderen Stimmen in die wiegenden Melismen einweben, beinahe wie in Trance, wie entrückt in eine andere Welt. Die erste Hälfte dieses Satzes, sagt Alfred Schnittke, sei ihm im Traum erschienen: »Allerdings nicht so prunkvoll wie gewöhnlich. Es war ein stilles Sanctus.« Deshalb zieht er sich auch bescheiden hinter diese spirituelle Eingebung zurück: »Ich habe das Gefühl, dass mir einige Ideen quasi geschenkt worden sind, sie stammen nicht von mir.«

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Auch Maurice Duruflés Requiem ist sanfter als viele andere Totenmessen, ein »Wiegenlied des Todes«, wie der BR es nennt. 1947 entstanden, kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs, schreibt Duruflé etwa kein brachiales, wütendes, verzweifeltes ›Dies Irae‹ zwischen Kyrie und Sanctus – sondern komponiert zarte, fließende Musik an der Grenze zwischen gregorianischer Tradition und barocker Technik, mit moderner Harmonik und Orchesterbehandlung und überraschenden Rhythmen. Duruflé schließt sein Requiem mit einem hoffnungsvollen ›In paradisum‹ – überhaupt unterläuft er mit seiner Komposition viele Hörgewohnheiten, die nicht nur seine Zeitgenoss*innen, sondern auch Hörer*innen heute mit einer Totenmesse verbinden. Marcel Dupré, dem Duruflé das Werk vor Veröffentlichung zeigte, war allerdings begeistert und schrieb ihm: »Diese Musik ist perfekt.«

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