19.15 Uhr Einführung

Wahl-Abo, A – Wochenendserie

Übertragung

Termin wird noch bekannt gegeben

Deutschlandfunk Kultur

Programm

Charlotte Sohy
›Thème varié‹ für Violine und Orchester

Johannes Brahms
Konzert für Violine, Violoncello und Orchester a-Moll

Johannes Brahms
Serenade Nr. 1 D-Dur

Mitwirkende

Renaud Capuçon Dirigent und Violine

  • Julia Hagen Violoncello

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Zum Konzert

Entweder schrieb sie ihren Namen gar nicht aus – Ch. Sohy – oder sie machte ihn zu einem Männernamen: Charles Sohy. Um 1900 war es ein Karrierehindernis, eine Frau zu sein – das erfährt Charlotte Sohy in ihrem Leben immer wieder. Sie studierte zwar bei Louis Vierne und Vincent d’Indy, ihre Zeitgenoss*innen schätzen sie und führen privat ihre Werke auf – doch sogar mit Namenstrick bleiben ihr viele Türen verschlossen. Nach ihrem Tod gerät sie in Vergessenheit, bis ein Enkel Jahrzehnte später ihre Manuskripte ausgräbt – darunter das ›Thème varié‹, das sie ihrer Freundin Nadia Boulanger widmet: Zwei Elemente variieren hier in unterschiedlichen, impressionistisch gefärbten Tonarten, »mit einem zielstrebigen aber auch ängstlichen und geheimnisvollen Charakter«, wie die Komponistin schreibt, »als würde die Variation ihre eigene Stärke erst nach und nach erkennen«.

Mehr Info Weniger Info

Wuchtig und kompromisslos beginnt dagegen Johannes Brahms sein Doppeltkonzert für Violine, Violoncello und Orchester – als beschriebe es einen Schicksalsschlag. Beide Solist*innen schwingen ihre Stimmen in virtuosen Kadenzen, aus denen sich eine zunehmend verzweifelte Fantasie entwickelt. Brahms verleiht dem Cello ein kraftvolles und reduziertes Hauptthema, der Violine dafür das seufzende Seitenthema. Sie verstricken sich im ersten Satz zwischen erregten Dialogen und Beschwichtigungen, träumen sich später davon in entrückte Idyllen und kehren im Finale zum ungarischen Tanz zurück auf die Bühne.

30 Jahre früher: Brahms schreibt an einer Serenade – inmitten seines langen Ringens um die Erste Symphonie. Es ist lichtdurchflutete romantische Musik, die zugleich an Haydn und Mozart gemahnt: Die sechs Sätze erinnern an klassische Divertimenti mit ihren gediegenen höfischen Tänzen, Tafelmusikanklängen und leichten Charakteren. Brahms spielt mit altertümelnden Melodien, Ländlern, Stilzitaten und immer wieder auch samtigen Klangfarben – ein Heidenspaß, dem man viel zu selten im Konzert begegnet.

Übertragung

Termin wird noch bekannt gegeben

Deutschlandfunk Kultur

Mitwirkende

Biografie
Renaud Capuçon

Renaud Capuçon

Dirigent und Violine

Biografie

Biografie
Julia Hagen

Julia Hagen

Violoncello

Biografie

Biografie
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Orchester

Biografie

In der Umgebung