Biografie

Kent Nagano gilt als einer der herausragenden Dirigenten sowohl für das Opern- als auch das Konzertrepertoire. Der US-Amerikaner, 1951 in Berkeley, Kalifornien geboren, war von 2015 bis 2025 Generalmusikdirektor und Chefdirigent der Hamburgischen Staatsoper und Hamburgischer Generalmusikdirektor des Philharmonischen Staatsorchesters. Ab September 2026 wird Kent Nagano Chefdirigent und Künstlerischem Leiter des Orquesta y Coro Nacionales de España in Madrid. Von 2006 bis 2020 war er Music Director des Orchestre symphonique de Montréal. Im Februar 2021 wurde er zum Ehrendirigenten des Klangkörpers ernannt, wie ebenfalls 2019 vom Concerto Köln. Von 2006 bis 2013 wirkte er an der Bayerischen Staatsoper als Generalmusikdirektor, nachdem er von 2000 bis 2006 als Chefdirigent des DSO amtiert hatte. Seitdem ist er auch dem DSO als Ehrendirigent verbunden. 2003 bis 2006 war er Music Director der Los Angeles Opera. Als Chefdirigent unternahm er mit seinen Orchestern ausgedehnte Tourneen nach Kanada, Japan, Südkorea, Europa, Südamerika und durch die USA.

Als Gastdirigent arbeitet er weltweit mit international führenden Orchestern zusammen, u. a. mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, den Münchner Philharmonikern, dem London Symphony Orchestra, dem Tonhalle-Orchester Zürich, dem NHK und Chicago Symphony Orchestra und dem Ensemble Modern.

Kent Nagano hat sich um eine Vielzahl von Uraufführungen verdient gemacht. Zu diesen gehören das Oratorium ›Arche‹ von Jörg Widmann anlässlich der Elbphilharmonie-Eröffnung im Januar 2017 sowie ›Waves‹ von Pascal Dusapin. Im Oktober 2016 brachte er in Montréal eine Auftragskomposition von José Evangelista zum 50. Jahrestag der Metro Montréal zur Uraufführung. In der Bayerischen Staatsoper hob er die Opern ›Babylon‹ von Jörg Widmann, ›Das Gehege‹ von Wolfgang Rihm und ›Alice in Wonderland‹ von Unsuk Chin aus der Taufe, sowie mit anderen Orchestern Bernsteins ›A White House Cantata‹, ›Three Sisters‹ von Peter Eötvös, ›The Death of Klinghoffer‹ und ›El Niño‹ von John Adams.

Mit einer Vielzahl von Labels pflegt Kent Nagano eine langjährige Zusammenarbeit. Für seine Aufnahmen von Busonis ›Doktor Faust‹ mit der Opéra National de Lyon, Prokofjews ›Peter und der Wolf‹ mit dem Russian National Orchestra sowie Saariahos ›L’amour de loin‹ mit dem DSO wurde er mit Grammys ausgezeichnet. 2019 erschien die Einspielung von John Adams’ ›Common tones in simple time & Harmonielehre‹ sowie die CD-Box aller Klavierkonzerte Beethovens, gemeinsam mit Mari Kodama und dem DSO. 2021 wurde ein 3-CD-Boxset mit Werken von Olivier Messiaen auf dem Label BR Klassik veröffentlicht. Die Box umfasst Live-Aufnahmen mit dem Symphonieorchester und Chor des Bayerischen Rundfunks.

Im September 2021 veröffentlichte er sein zweites Buch. In ›10 Lektionen meines Lebens‹ (Berliner Verlag) erinnert er sich an zehn Menschen, von denen er nicht nur für seine Karriere, sondern für das Leben im weitesten Sinne gelernt hat. Dazu zählen Begegnungen u. a. mit der isländischen Sängerin Björk, Frank Zappa, Leonard Bernstein, Pierre Boulez und dem Nobelpreisträger für Physik Donald Glaser.

Kent Nagano ist Ehrendoktor der McGill University in Montréal, der Université de Montréal sowie der San Francisco State University. Seit 2017 ist er ein ›Compagnon‹ des Ordre des arts et des lettres von Québec; im Herbst 2023 wurde ihm auch der Titel ›Chevalier‹ im Ordre des arts et des lettres von Frankreich verliehen. Im Februar 2024 wurde der Dirigent vom Bundespräsidenten mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

September 2025

Konzerte mit Kent Nagano