Biografie
Der russische Geiger Ilya Gringolts wurde 1982 in St. Petersburg geboren, studierte dort Violine und Komposition und vervollkommnete sich im Unterricht bei Itzhak Perlman an der Juilliard School in New York. 1998 gewann er, noch in der Anfangszeit des Unterrichts bei Perlman, als bisher jüngster Geiger den Internationalen Paganini-Wettbewerb in Genua, was ihm die Tür zu einer Weltkarriere öffnete.
Er konzertierte mit namhaften Orchestern wie dem Los Angeles Philharmonic, NHK Symphony Orchestra, Israel Philharmonic Orchestra, Singapore Symphony Orchestra, Royal Stockholm Philharmonic, City of Birmingham Symphony Orchestra, dem Tonhalle-Orchester Zürich, den Wiener Symphonikern und dem Mahler Chamber Orchestra. Regelmäßíg führen ihn Play-Lead-Projekte zu Orchestern wie dem Australian Chamber Orchestra, dem Orchestra della Svizzera Italiana, der Camerata Bern und dem Ensemble Resonanz.
Als gefragter Solist widmet sich Ilya Gringolts auch selten gespielten sowie zeitgenössischen Werken. Parallel dazu gilt sein Interesse der historischen Aufführungspraxis. Bedeutende Komponist:innen haben neue Werke für ihn geschrieben, zuletzt unter anderem Chaya Czernowin, Lotta Wennäkoski, Mirela Ivicevic, Augusta Read Thomas, Beat Furrer und Michael Jarrell.
Als Primarius des 2008 von ihm gegründeten Gringolts Quartet feierte er Erfolge unter anderem bei den Salzburger Festspielen, beim Lucerne Festival, dem Edinburgh Festival, im Concertgebouw Amsterdam, in der Philharmonie Luxembourg, der Elbphilharmonie Hamburg und dem Teatro La Fenice in Venedig. Als äußerst geschätzter Kammermusiker arbeitet Gringolts regelmäßig mit Künstlern wie Nicolas Altstaedt, Alexander Lonquich, James Boyd, Christian Poltera, Lawrence Power und Jörg Widmann zusammen.
Neben seiner Tätigkeit als Professor an der Zürcher Hochschule der Künste wurde Ilya Gringolts ab 2021 an die renommierten Accademia Chigiana in Siena berufen. Er ist außerdem Künstlerischer Berater des Mizmorim Festival in der Schweiz.
Seine umfangreiche Diskografie für renommierte Labels wie die Deutsche Grammophon, BIS und Hyperion beinhaltet u. a. die von der Kritik gefeierte Einspielung von Paganinis 24 Capricen für Violine solo sowie die Einspielung des kompletten Violinwerks von Strawinsky (2018), die mit dem Diapason d‘Or ausgezeichnet wurde. Für seine ebenfalls mit dem Diapason d’Or sowie dem Gramophone Editor‘s Choice Award prämierte Einspielung von Locatellis ›Il labirinto armonico‹ (2021) leitete er das Finnish Baroque Orchestra vom Instrument aus. Es folgte noch im selben Jahr die Solo-CD ›Ciaccona‹ mit Werken von Bach, Pauset, Gerhard und Holliger, die erneut den Gramophone Editor‘s Choice Award erhielt.
Ilya Gringolts spielt eine Violine von Stradivari (1718 ›ex-Prové‹).
April 2025