Biografie
Die in Österreich lebende litauische Dirigentin Giedrė Šlekytė war von 2016 bis 2018 Erste Kapellmeisterin des Stadttheaters Klagenfurt, wo sie mit Mozarts ›Entführung aus dem Serail‹ ihre erste eigene Produktion leitete. Danach entschied sie sich für eine freischaffende Karriere als Dirigentin und kombiniert seitdem erfolgreich Opern- und Symphonieprojekte.
Šlekytė begann ihre Musikausbildung am Nationalen Mikalojus Konstantinas Čiurlionis Kunstgymnasium. Daraufhin studierte sie Dirigieren an der der Kunstuniversität Graz, an der Hochschule für Musik und Theater ›Felix Mendelssohn Bartholdy‹ Leipzig sowie an der Zürcher Hochschule der Künste. In Meisterkursen u. a. bei Bernard Haitink und Ricardo Muti erhielt sie weitere musikalische Impulse.
Im November 2023 dirigierte sie als Einspringerin für Daniel Barenboim den hochgelobten Brahms-Symphoniezyklus mit der Staatskapelle Berlin in Toronto.
In der Spielzeit 2024/2025 gab Šlekytė ihr Debüt an der Wiener Staatsoper (›La Bohème‹) sowie am Royal Opera House in London (›Hänsel und Gretel‹) und kehrte mit einer Neuproduktion von ›Das Paradies und die Peri‹ an das Musiktheater an der Wien sowie mit ›Die Perlenfischer‹ und ›Sacre du printemps‹ an die Staatsoper Berlin zurück. Zu den symphonischen Projekten gehörten Debüts beim Dallas Symphony (gleichzeitig ihr Debüt in den USA), Philharmonia London und Tokyo NHK Symphony sowie die Rückkehr zu den Münchner Philharmonikern, dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, dem SWR Symphonieorchester und dem Lithuanian State Symphony Orchestra.
Giedrė Šlekytė ist eine aktive Botschafterin der litauischen Musik und hat u. a. Werke von Bronius Kutavičius, Osvaldas Balakauskas, Justė Janulytė und Mikalojus Konstantinas Čiurlionis aufgeführt. Mit der Dirigentin Mirga Gražinyte-Tyla nahm sie ein Album mit der Musik von Raminta Šerkšnytė auf, das bei der Deutschen Grammophon erschien, sowie das hochgelobte Žibuoklė Martinaitytė-Album für Ondine.
Für ihre künstlerischen Leistungen ist Giedrė Šlekytė bereits mehrfach ausgezeichnet worden. 2013 erhielt sie beim Internationalen Dirigierwettbewerb Solon Michaelides in Zypern den Zweiten Preis, wobei ein Erster Preis nicht vergeben wurde. Bei den Salzburger Festspielen 2015 wurde sie für den Young Conductor Award nominiert und ging im gleichen Jahr als Preisträgerin des Internationalen Malko-Dirigentenwettbewerbs hervor. 2018 wurde sie in der Kategorie ›Newcomer‹ der International Opera Awards nominiert.
Mai 2025