Biografie
Der Pianist und Komponist Fazıl Say berührt mit seinem außergewöhnlichen Können seit mehr als 30 Jahren Publikum und Kritik gleichermaßen. Geboren in Ankara, studierte Say Klavier in seiner Heimatstadt, bei David Levine an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf und an der Universität der Künste Berlin. Als er 1994 die Young Concert Artists International Auditions in New York gewann, begann seine rasante internationale Karriere.
Seitdem hat der türkische Musiker mit fast allen namhaften europäischen und US-amerikanischen Orchestern gespielt, mit zahlreichen führenden Dirigent:innen zusammengearbeitet und dabei ein vielseitiges Repertoire aufgebaut, das von Bach über die Wiener Klassik und die Romantik bis hin zur zeitgenössischen Musik reicht, eingeschlossen seine eigenen Kompositionen für Klavier. Gastspiele führten Fazıl Say in unzählige Länder auf allen Kontinenten, dabei tritt er auch immer wieder als Kammermusiker auf, beispielsweise mit Maxim Vengerov, dem Minetti Quartett, Nicolas Altstaedt, Marianne Crebassa oder als Duo mit der Geigerin Patricia Kopatchinskaja.
Als Komponist hat Fazıl Say unter anderem Auftragswerke für die Salzburger Festspiele, den WDR, das Schleswig-Holstein Musik Festival, das Wiener Konzerthaus, die Dresdner Philharmonie, das Orpheus Chamber Orchestra und die BBC geschrieben. Sein Schaffen umfasst u. a. vier Symphonien, zwei Oratorien, verschiedene Solokonzerte sowie zahlreiche Klavier- und Kammermusikwerke.
Die Saison 2024/2025 war kompositorisch geprägt von zwei großen Werken: ›Mozart & Mevlana‹ versteht sich als Hommage an Mozarts Requiem und verkörpert Says Identität von Orient und Okzident. Die Uraufführung wurde vom Luzerner Sinfonieorchester unter Michael Sanderling, dem Berliner Rundfunkchor und einem hochkarätigen Sänger:innencast realisiert. Ein weiterer Höhepunkt war Says neues Klavierkonzert ›Mother Earth‹, das im Rahmen der World Expo in Osaka im Mai 2025 uraufgeführt wurde und die Folgen des Klimawandels thematisiert.
Fazıl Say hat mit über 50 CDs eine umfangreiche Diskografie vorgelegt. Seine Einspielungen bei Teldec Classics, naïve und Warner wurden mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit vier ECHO Klassik und einem Gramophone Classical Music Award. Bei Warner Classics erschien 2020 seine Einspielung aller Beethoven-Klaviersonaten sowie 2022 seine Aufnahme von Bachs Goldberg-Variationen. Mit Patricia Kopatchinskaja hat der Pianist 2023 eine Aufnahme mit Sonaten von Bartók, Janáček und Brahms vorgelegt (Alpha). Zuletzt veröffentlichte er 2024 das Doppelalbum ›Morning & Evening‹ bei Warner. Unter seinem Label ACM spielt er fortlaufend seine eigenen Werke ein.
Mai 2025