Biografie
Die Pianistin Elisabeth Leonskaja gehört zu den bedeutendsten Interpreten unserer Zeit. In Tiflis (Georgien) geboren, verließ sie 1978 die Sowjetunion in Richtung Österreich und feierte mit einem umjubelten Konzert bei den Salzburger Festspielen den Auftakt zu ihrer großen Karriere.
Ihre künstlerische Entwicklung verdankt sie dem legendären Pianisten Swjatoslaw Richter, der früh ihre außerordentliche Begabung erkannte und förderte. Die Partnerschaft der beiden entwickelte sich zur Freundschaft und hielt bis zu Richters Tod 1997 an.
Elisabeth Leonskaja trat als Solistin mit fast allen erstklassigen Orchestern der Welt auf: u.a. mit dem New York Philharmonic, Los Angeles Philharmonic Orchestra, Cleveland Orchestra, London Philharmonic und Symphony Orchestras, Royal Philharmonic Orchestra, BBC Symphony Orchestra London, Tonhalle Orchester Zürich, Berliner Philharmoniker, Gewandhausorchester Leipzig, Tschechische Philharmonie sowie den Orchestern der Rundfunkanstalten Hamburg, Köln und München.
Als Pianistin, die stets zur Quintessenz der Werke vordringen möchte und die sich der ganzen Musik verpflichtet fühlt, liegt ihr neben den solistischen Auftritten die Kammermusik am Herzen. Eine langjährige musikalische Freundschaft verband sie mit dem Alban Berg Quartett; die gemeinsamen Einspielungen gelten als legendär.
Zahlreiche Preise schmücken Elisabeth Leonskajas umfangreiche Diskografie. Sie hat u. a. den begehrten Caecilia Prize und den Diapason d’Or erhalten. Sie hat sämtliche Klaviersonaten von Franz Schubert und Wolfgang Amadeus Mozart eingespielt. Im Jahr 2024 erschienen die Klavierkonzerte von Robert Schumann und Edvard Grieg mit dem Luzerner Sinfonieorchester unter der Leitung von Michael Sanderling. Ihr jüngstes Solo-Album ist der Zweiten Wiener Schule (Arnold Schönberg, Anton Webern, Alban Berg) gewidmet.
Noch als Studentin des Moskauer Konservatoriums gewann sie Preise bei den berühmten internationalen Klavierwettbewerben: Enescu, Marguerite Long und Queen Elisabeth. Für ihr Lebenswerk wurde ihr 2020 der International Classical Music Award (ICMA) verliehen. Einige Jahre zuvor erhielt sie von ihrem Geburtsland Georgien die höchste Auszeichnung des Landes ›Priesterin der Kunst‹. Auch in ihrer Wahlheimat Österreich wurde sie geehrt: ihr wurde das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst erster Klasse für besondere Verdienste um die Kultur des Landes verliehen. 2024 bekam Elisabeth Leonskaja in London die Wigmore Hall Medal.
April 2025