Biografie

Die Sopranistin und Dirigentin Barbara Hannigan verkörpert Musik mit einer unvergleichlichen dramatischen Sensibilität und ist eine Künstlerin an der Spitze des künstlerischen Schaffens. Seit mehr als drei Jahrzehnten hat sie außergewöhnliche künstlerische Partnerschaften mit den weltweit führenden Musiker*innen, Regisseur*innen und Choreograf*innen aufgebaut, darunter Bertrand Chamayou, John Zorn, Romeo Castellucci, Simon Rattle, Sasha Waltz, Claus Guth, Kent Nagano, Christoph Marthaler, Katie Mitchell, Vladimir Jurowski, Andris Nelsons, Esa-Pekka Salonen, Kirill Petrenko, Krzysztof Warlikowski und Andreas Kriegenburg. Der verstorbene Dirigent und Pianist Reinbert de Leeuw hatte einen außerordentlichen Einfluss auf ihre Entwicklung als Musikerin und war ihr eine große Inspiration. Die mit dem Grammy und dem Juno Award ausgezeichnete kanadische Musikerin hat sich intensiv der Musik unserer Zeit verschrieben und fast 100 neue Werke uraufgeführt. Hannigan hat intensiv mit Komponist*innen wie Boulez, Zorn, Benjamin, Abrahamsen, Dutilleux, Ligeti, di Castri, Stockhausen, Khayam, Sciarrino, Barry, Dusapin und Dean zusammengearbeitet. Zu den jüngsten Uraufführungen zählen Golfam Khayams ›I am Not a Tale to be Told‹ mit dem Iceland Symphony Orchestra und dem London Symphony Orchestra, John Zorns ›Split the Lark‹ und ›Star Catcher‹ sowie Zosha di Castris ›In the Half Light‹ mit dem Toronto Symphony Orchestra und dem Montreal Symphony Orchestra.

In der Saison 2025/2026 führt sie die Weltpremiere von Laura Bowlers ›The White Book‹ für Sopran und Orchester (mit einem Text der Nobelpreisträgerin Han Kang) mit dem Göteborger Symphonieorchester, dem London Symphony Orchestra und dem Kopenhagener Philharmonischen Orchester unter der Leitung von Bar Avni auf. Von der New York Times als »Eine mutige Sängerin und Maestro, die sich einen Ruf für innovative Programmgestaltung erworben hat« gepriesen, verbindet Hannigan neues und älteres Repertoire auf höchst dramatische und authentische Weise. Kürzlich war sie Musikdirektorin und Solistin bei Romeo Castelluccis hochgelobtem ›Stabat Mater‹, das Werke von Scelsi und Pergolesi vereinte und für eine atemberaubende Reihe ausverkaufter Aufführungen in der Kathedrale St. Pierre in Genf sorgte. Hannigan bringt ihre Arbeit als Dirigentin und Sopranistin in Einklang und pflegt langjährige Beziehungen zu ihren Kolleg*innen aus den Bereichen Orchester-, Opern- und Kammermusik. In der Saison 2025/2026 kehrt Barbara zum Göteborger Symphonieorchester (als Erste Gastdirigentin), zum London Symphony Orchestra (als Associate Artist), zum Orchestre de Chambre de Lausanne (als Erste Gastdirigentin) und zum Iceland Symphony Orchestra zurück (wo sie ab der Saison 2026/2027 die Position der Chefdirigentin und Künstlerischen Leiterin antreten wird). Außerdem kehrt sie zu den Münchner Philharmonikern, dem Schwedischen Rundfunk-Sinfonieorchester, dem Cleveland Orchestra, dem Royal Concertgebouw Orchestra, dem Montreal Symphony Orchestra und der Juilliard School (als Creative Associate) zurück. Sie wird ihr Dirigierdebüt bei den New York Philharmonic geben und dabei ihre einzigartige Interpretation von Poulencs Oper ›La Voix Humaine‹ aufführen, in der sie sowohl die Rolle der Elle singt als auch das Orchester dirigiert. Diese gefeierte Inszenierung wird sie im Rahmen ihrer Residenz beim Prager Frühlingsfestival auch an die Mailänder Scala, zum Borusan Istanbul Philharmonic Orchestra und zur Tschechischen Philharmonie bringen.

Ihre Recital-Tournee mit Bertrand Chamayou (Werke von Messiaen, Skrjabin und Zorn) wird in der Saison 2025/2026 fortgesetzt, mit Auftritten in Lausanne, Amsterdam, Göteborg, Brüssel, Madrid, Wien, Prag und London (Debüt in der Wigmore Hall), und sie begibt sich auf eine weitere Europatournee zusammen mit dem Quatuor Belcea, wo sie die Sopranpartie in Schönbergs Streichquartett Nr. 2 singt. Zu Hannigans charakteristischen Opernrollen zählen Lulu (Inszenierungen unter der Regie von Warlikowski und Marthaler), Melisande (Inszenierungen unter der Regie von Warlikowski und Mitchell), Marie in ›Die Soldaten‹ (Regie: Kriegenburg), Agnes in ›Written on Skin‹ (Regie: Mitchell) sowie ›La Voix Humaine‹ (Inszenierungen unter der Regie von Warlikowski, Guth und ihre eigene Inszenierung mit Live-Video).

Als gefeierte Aufnahmekünstlerin begann Barbara Hannigans Zusammenarbeit mit Alpha Classics 2017 mit der Veröffentlichung von ›Crazy Girl Crazy‹, das 2018 den Grammy Award für das beste klassische Solo-Vokalalbum sowie einen Edison (Niederlande) und einen Juno (Kanada) gewann. Es folgten fünf von der Kritik gefeierte Aufnahmen, darunter ›Vienna: fin de siècle‹ mit dem Pianisten Reinbert de Leeuw, ›La Passione‹ mit Werken von Nono, Haydn und Grisey, ›Infinite Voyage‹, bei dem sie gemeinsam mit ihren Kolleg*innen vom Emerson String Quartet auf dessen letztem Album Werke von Schönberg, Hindemith, Berg und Chausson aufnahm, ›MESSIAEN‹ mit dem Pianisten Bertrand Chamayou und ›Electric Fields‹ mit den Pianistinnen Katia und Marielle Labeque, inspiriert vom Leben und der Musik Hildegard von Bingens mit neuen Kompositionen von David Chalmin und Bryce Dessner. ›Hannigan Sings Zorn‹, Band 1 und 2, Live-Aufnahmen von John Zorns Kompositionen, erschienen 2024 beim Label Tzadik.

Barbaras Engagement für die jüngere Generation von Musiker*innen veranlasste sie zur Gründung der Mentoring-Initiativen ›Equilibrium Young Artists‹ (2017) und ›Momentum: our Future Now‹ (2020), die beide jungen professionellen Künstler*innen Beratung und Auftrittsmöglichkeiten bieten. Sie setzt ihre Arbeit mit Nachwuchskünstler*innen durch Meisterkurse und ihre Tätigkeiten als Reinbert-de-Leeuw-Professorin für Musik an der Royal Academy of Music in London sowie als Creative Associate an der Juilliard School fort. Zu ihren Auszeichnungen und Ehrungen zählen der Polar Music Prize 2025, die Auszeichnung als Musical America Artist of the Year 2025, die Ernennung zur Accademico Onorario (Ehrenakademikerin, 2025) an der Accademia di Santa Cecilia, der Order of Canada (2016), der Titel Officier des Arts et des Lettres in Frankreich (2022) sowie die Auszeichnung als Künstlerin des Jahres 2022 des Gramophone Magazine, der deutsche Faust-Preis (2015), Schwedens Rolf-Schock-Preis für Musikkunst (2018) und das Kulturstipendium der Stena-Stiftung 2021, der Preis der Dresdner Musikfestspiele Glashütte (2020), Dänemarks Léonie-Sonning-Musikpreis (2021) sowie Kanadas De-Hueck-und-Walford-Preis für das Lebenswerk (2023). Barbara lebt in Finistère an der Nordwestküste Frankreichs und blickt auf eine Bucht, die direkt über den Atlantik zu ihrem Heimatort Waverley in Nova Scotia führt.

Mit dem Konzert im Januar 2027 gibt Barbara Hannigan ihr Debüt beim DSO.

April 2026

Konzerte mit Barbara Hannigan