Programm

Dmitri Schostakowitsch
Violoncellokonzert Nr. 2 G-Dur

Johannes Brahms
Klavierquartett Nr. 1 g-Moll, bearbeitet für Orchester von Arnold Schönberg

Mitwirkende

Simone Young

  • Alban Gerhardt Violoncello

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Zum Konzert

Wagner und seinen Anhängern galt Johannes Brahms als konservativer Komponist. Arnold Schönberg war mit diesem Urteil nicht einverstanden. In einem berühmt gewordenen Vortrag von 1933 bezeichnete er Brahms als einen »Fortschrittlichen« und analysierte, wie dessen Musik aus einem so komplexen wie durchdachten Prozess der »entwickelnden Variation« hervorgeht. Seinen kompositorischen Ausdruck hat Schönbergs Bewunderung in der Orchestrierung von Brahms’ Erstem Klavierquartett gefunden. Sie entstand im amerikanischen Exil und wurde vom Los Angeles Philharmonic 1937 uraufgeführt. Instrumentierungen bestehender Stücke waren für Schönberg und seine Schüler keineswegs Nebenarbeiten. An ihnen sollte das Verständnis der Meisterwerke geschult und durch die Hervorhebung von Stimmverläufen mit den Farben der Orchesterinstrumente zugleich eine praktische Analyse durchgeführt werden. »Alles hörbar zu machen« war denn auch im Falle des Klavierquartetts Schönbergs Absicht.

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Das Werk aus der mittleren Schaffensperiode von Brahms eignete sich als Zugewinn zum symphonischen Repertoire ideal: Es verfügt über einen gewichtigen ersten Satz, ein feierlich-getragenes Andante con moto mit blühender Streicherkantilene und ein temperamentvolles Rondo-Finale im ungarischen Stil. Schönberg bezeichnete selbst seine Umarbeitung, wohl nur halb im Scherz, als Brahms’ Fünfte Symphonie. Ähnlich, allerdings sehr zum Mißvergnügen des Komponisten, hatte man Brahms’ Erste Symphonie als Beethovens Zehnte identifiziert.

Schostakowitschs Zweites Violoncellokonzert steht im Schatten des extrovertierteren Ersten. Heftige Momente kommen auch im letzten Gattungsbeitrag des russischen Komponisten vor; vor allem im mittleren, einem für Schostakowitsch typischen Scherzo-Satz, der volkstümliche Charaktere in verzerrten Walzerfolgen und mit wilden Glissandi des Soloinstruments ins Groteske verfremdet. Insgesamt herrscht aber die Stimmung von Trauer und Innerlichkeit vor. Der letze Celloton der von gespenstisch wirkendem Schlagwerk begleiteten Schlusspassage reißt unvermittelt ab; fast unvermeidlich, am Ende des Werks, das der russische Meistercellist Mstislaw Rostropowitsch am 60. Geburtstag des Komponisten 1966 uraufführte, nicht an einen Totentanz zu denken.

Solist des Konzerts ist Alban Gerhardt, der sich unermüdlich für zeitgenössische Werke und Raritäten des Konzertalltags einsetzt. Als Dirigentin kehrt Simone Young, die mit dem DSO zuletzt im Januar 2019 beim Festival ›Ultraschall Berlin‹ musizierte, zum Orchester zurück.

Übertragung

Termin wird noch bekannt gegeben

Deutschlandfunk Kultur
So 13 Jun '21

20 Uhr
19.10 Uhr Einführung mit Habakuk Traber

Philharmonie Berlin

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