19.15 Uhr Einführung

Wahl-Abo, B – ›Zeitreise‹, Yamada-Paket

Übertragung

Termin wird noch bekannt gegeben

radio3 vom rbb

Programm

Rede
von Düzen Tekkal

Fazıl Say
Violoncellokonzert ›Never Give Up‹

Arnold Schönberg
›Verklärte Nacht‹ (Fassung für Streichorchester)

Richard Strauss
›Tod und Verklärung‹

Mitwirkende

Kazuki Yamada Dirigent

  • Abel Selaocoe Violoncello
  • Düzen Tekkal Rednerin

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Zum Konzert

Eigentlich erzählt diese Musik von Vertrauen und Verzeihen: In dem Gedicht ›Verklärte Nacht‹ von Richard Demel, das Arnold Schönberg seiner gleichnamigen Komposition zugrunde liegt, beobachtet die Leserin zwei Menschen, die durch einen »kahlen, kalten Hain« spazieren – eine Frau und ein Mann, wie sich herausstellt. Sie ist schwanger von einem anderen, bittet um Vergebung, und er gesteht ihr seine Liebe: »eine eigne Wärme flimmert/ von dir in mich, von mir in dich/ die wird das fremde Kind verklären«. Schönbergs Musik verwandelt die ursprünglich schleppende, abwärts führende, schreitende Melodie in schwebende, lichte Klanglyrik.

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»Jeden Tag«, sagt Fazıl Say, »soll man besser sein als gestern, trotz allem, was in der Welt passiert.« Der Titel seines Cellokonzerts ›Never Give Up‹ unterstreicht diese Haltung mit Nachdruck. Die Musik sei ein »Aufschrei nach Freiheit und Frieden« – sie protestiert gegen Terror, Gewalt und Krieg, und sie erzählt von der Sehnsucht nach Unabhängigkeit. In der Partitur widersetzen sich hoffnungsvolle Kantilenen des Cellos dem laut Spielanweisung wie »Kalaschnikows« knatternden Schlagzeug und schreienden Holzbläsern – und sie überdauern als einziges. Ein leidenschaftliches Plädoyer für Mut, Widerstand und Hoffnung, interpretiert von dem musikalischen Grenzgänger und letztjährigen DSO-»Artist in Focus« Abel Selaocoe.

Auch in Richard Strauss’ Tondichtung ›Tod und Verklärung‹ durchmisst ein imaginärer Protagonist quälende und schmerzhafte Momente: »Der Kranke liegt im Schlummer, schwer u. unregelmäßig atmend, zu Bette«, schreibt Strauss. »Das Fieber schüttelt seine Glieder« und »seine Kindheit zieht an ihm vorüber«. Am Ende dieser metaphysischen Komposition verlässt die Seele den Körper des Gestorbenen, »um im ewigen Weltraum das vollendet, in herrlichster Gestalt zu finden, was er hienieden nicht erfüllen konnte«.

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