19.15 Uhr Einführung

B – ›Zeitreise‹, Wahl-Abo

Übertragung

Termin wird noch bekannt gegeben

Deutschlandfunk Kultur

Programm

Wolfgang Amadeus Mozart
Symphonie Nr. 34 C-Dur KV 338

Joseph Haydn
›Scena di Berenice‹ für Sopran und Orchester Hob XXIVa:10

Clara Schumann
›Ich stand in dunklen Träumen‹ für Mezzosopran und Orchester, orchestriert von David A. Rahbee

Clara Schumann
›Lorelei‹ für Mezzosopran und Orchester, orchestriert von David A. Rahbee

Robert Schumann
Symphonie Nr. 4 d-Moll (Erstfassung 1841)

Mitwirkende

Thomas Hengelbrock Dirigent

  • Eva Zaïcik Mezzosopran

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Zum Konzert

Eine Frau als Spielball zwischen drei Männern – so könnte man Pietro Metastasios Libretto zu der Oper ›Antigono‹ durchaus interpretieren. Joseph Haydn klammert in seiner Arie ›Scena di Berenice‹ das Wirrwarr aus männlichen Besitzansprüchen aus und konzentriert sich nur auf die Frau im Zentrum: Seine Berenice verzweifelt an der Überzeugung, dass ihr Geliebter Demetrio sich das Leben nehmen will – ihr Monolog führt durch alle Phasen der Verzweiflung und des Leides und ergreift wohl auch die letzten Seelen, die sich bis dahin noch verklärt zurücklehnen konnten.

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Die Protagonistinnen in Clara Schumanns Liedern wirken demgegenüber weniger hilflos. In ›Ich stand in dunkeln Träumen‹ setzt sie etwa Heinrich Heines Text, in dem ein männlich codiertes lyrisches Ich über eine »verlorene« Geliebte singt, für eine genderneutrale Singstimme in hoher Lage. Hier kann also eine Frau über die Sehnsucht zu einer Frau singen – und gleich wird aus dem passiven Objekt ein aktives Subjekt. ›Lorelei‹ wiederum beschreibt eine Frau, die sich auf ihrem Felsen in aller Ruhe die Haare kämmt und sich nicht schert um die Bedürfnisse der vorbeifahrenden Männer. Schumann zeichnet die Schiffer als die potenzielle Gefahr, die sie für die Lorelei bedeuten – und versenkt sie, einen nach dem anderen, im Rhein.

Mozarts festliche Symphonie Nr. 34 und Robert Schumanns einsätzig gedachte Symphonie Nr. 4 öffnen und schließen das Tor zu den weiblichen Stimmen, die an diesem Abend im Zentrum stehen: Trompetenfanfaren und charakteristisch-österreichische Schnörkel tanzen in Mozarts C-Dur-Werk, während in Schumanns Vierter der Jubel immer wieder in zeitvergessenen und poetischen Momenten innehält.

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Thomas Hengelbrock

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Eva Zaïcik

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