Programm

Hildegard von Bingen
›Vos flores rosarum‹ für Chor a cappella

Arvo Pärt
›Fratres‹ für Violine, Streichorchester und Schlagzeug

John Tavener
›Mother of God, here I stand‹ aus ›The Veil of the Temple‹ für Chor a cappella

Peteris Vasks
›Vientuļais eņģelis‹ (Einsamer Engel) – Meditation für Violine und Streichorchester

Johann Sebastian Bach
Kantate ›Christ lag in Todes Banden‹ BWV 4 für Chor und Orchester

Mitwirkende

Robin Ticciati

  • Hugo Ticciati – Violine

Bundesjugendchor

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Rahmenprogramm mit Vorträgen

Am Nachmittag vor dem Konzert:
17–20 Uhr, Curt-Sachs-Saal im Musikinstrumenten-Museum 

Prof. Dr. Stefan Willich ›Musiktherapie – historische Entwicklung und  Forschungsstand‹
Prof. Dr. Mazda Adli ›Bedeutung von Musik für die psychische Gesundheit‹
Dr. Andrea Korenjak ›Musik, Medizin und Psychiatrie – eine historische Perspektive‹

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Eintritt frei, Anmeldung beim Besucherservice

Zum Konzert

Das zweite Konzert des DSO-Festivals ›Music and Healing‹ beschwört das Potential zur Heilung, das im musikalischen Ausdruck des Glaubens liegt. Die aufgeführten Werke sind von meditativer Ruhe geprägt, in einigen von ihnen schweigt das Orchester zugunsten der menschlichen Stimmen ganz. Am Anfang des Programms steht ein einstimmiger, ausdrucksstarker Gesang der berühmten Äbtissin Hildegard von Bingen aus dem Mittelalter, zum Ende präsentiert die Kantate ›Christ lag in Todes Banden‹ die barocke, polyphone Kunst von Johann Sebastian Bach, dem bis heute am stärksten verehrten Komponisten geistlicher Musik. Dazwischen erklingen Werke, die trotz ihrer Entstehung im 20. und 21. Jahrhundert tonal geprägt sind und sich dadurch selbstbewusst von den avantgardistischen Strömungen in Moderne und Postmoderne absetzen. Die Versenkung in die Traditionen der (christlichen) Religion korrespondiert mit dem Bezug auf die musikalische Vergangenheit, wobei die Komponisten Arvo Pärt, John Tavener und Pēteris Vasks zugleich eine unverwechselbare eigene Tonsprache entwickelten.

Im Schaffen Pärts, der zeitweise mit der Zwölftonmethode experimentiert hatte, steht die Hinwendung zur Tonalität in engem Bezug zu seinem Glauben. Die Zugänglichkeit seiner Werke beruht auf präzise konstruierten thematischen Gestalten, die in Wiederholungsstrukturen eine geradezu mystische Wirkung hervorrufen. Das 1977 ursprünglich in einer Fassung für Streichquintett entstandene Stück ›Fratres‹ ist in diesem Konzert in der Version für Solo-Violine, Streicher und Schlagzeug zu hören. Die ätherische, im hohen, sozusagen »himmlischen« Register der Streicher beheimatete Meditation ›Vientuļais eņģelis‹ von Pēteris Vasks ist dem Schutzengel des lettischen Komponisten gewidmet. Solist in den Stücken von Pärt und Vasks, deren Widerstand gegen die Macht des sowjetischen Regimes auch in ihrem Glauben wurzelte, ist der englische Geiger Hugo Ticciati. John Tavener, der wie Pärt zum russisch-orthodoxen Glauben konvertierte, stellt in der englischen Musik des 20. Jahrhunderts auch durch sein religiöses Bekenntnis eine Ausnahmegestalt dar. Der ergreifend aufrichtige A-cappella-Gesang ›Mother of God, here I stand‹ soll, so die Anweisung des Komponisten, »gedämpft [und] mit unendlicher Zartheit« vorgetragen werden.

Übertragung

Samstag, 25.03.2023 | 20.03 Uhr

rbbKultur
Sa 18 Mär '23

21 Uhr
20.10 Uhr Einführung mit Frederik Hanssen

Philharmonie Berlin

Übertragung

Samstag, 25.03.2023 | 20.03 Uhr

rbbKultur

Mitwirkende

Biografie Robin Ticciati

Robin Ticciati

Dirigent

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Hugo Ticciati

Violine

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Bundesjugendchor

Bundesjugendchor

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Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

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