Programm

Wolfgang Amadeus Mozart
Klavierkonzert Nr. 20 d-Moll KV 466

Dmitri Schostakowitsch
Symphonie Nr. 8 c-Moll

Mitwirkende

Leonard Slatkin

  • Richard Goode Klavier

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Zum Konzert

Der Pianist Richard Goode gilt wegen seines zugleich feinsinnigen und kraftvollen Spiels als idealer Interpret Beethovens, dessen sämtliche Klaviersonaten er eingespielt hat, und Mozarts. In der Vergangenheit hat Goode bereits mehrfach Klavierkonzerte Mozarts mit dem DSO aufgeführt; im November 2020 folgt unter der Leitung seines amerikanischen Landsmanns Leonard Slatkin der 20. Gattungsbeitrag des Komponisten.

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Der erste Satz des Konzerts beginnt in geheimnisvoller Stimmung, mit gegen den Takt verschobenem Rhythmus und triolischen Einwürfen der tiefen Streicher. Das Soloinstrument stellt bei seinem ersten Einsatz nach der Orchesterintroduktion einen neuen Gedanken vor und betont damit auf diskrete Weise die Eigenständigkeit des Individuums gegenüber dem Kollektiv. Im von Wärme und Innigkeit geprägten Hauptthema des langsamen Satzes, einer der vollkommensten Schöpfungen Mozarts, treten Solist und Orchester abwechselnd auf, spielen einander aber nach den Phrasenenden die Einsätze liebevoll zu. Im dramatischeren Mittelteil wendet sich die Musik von Dur nach Moll. Der Wechsel zwischen den Tongeschlechtern bestimmt auch das Verhältnis zwischen Haupt- und Seitenthema des Finales, das, wie es die Dramaturgie der Wiener Klassik verlangt, in Dur schließt. Die Haupttonart des Werks ist aber, wie in Mozarts ›Don Giovanni‹-Ouvertüre und in seinem Requiem, d-Moll.

Als ein Requiem hat Dmitri Schostakowitsch selbst seine Achte Symphonie bezeichnet. Das Totengedenken gilt in diesem 1943 uraugfeführten Werk den Opfern des Zweiten Weltkriegs, den der Komponist zum Teil in der von den Deutschen belagerten Stadt Leningrad verbrachte. Der wenigstens stellenweise triumphale Charakter der als Symbol russischer Widerstandskraft gefeierten ›Leningrader‹ Symphonie fehlt allerdings im folgenden Gattungsbeitrag Schostakowitschs.   

Der erste Satz, der von einer kurzen, markant-grimmigen Geste der nacheinander einsetzenden Streicher eröffnet wird, ist wesentlich von Verzweiflung und stillen Tönen geprägt. Ein besonders ausdrucksstarkes und langes, vom Tremolo der Streicher im Pianissimo begleitetes Solo hat Schostakowitsch dabei dem Englischhorn anvertraut, das auch in Richard Wagners ›Tristan und Isolde‹ als Instrument der Trauer auftritt. Der zweite Satz ist ein aggressives Scherzo, in dem ein marschartig stampfender Rhythmus von Alarmrufen mit abstürzender Oktave kommentiert wird. Die letzten drei Sätze gehen ohne Unterbrechung ineinander über, das im Pianissimo endende Finale steht in C-Dur: Als wollte Schostakowitsch die Beethovens Fünfter Symphonie zugeschriebene »per aspera ad astra«-Dramaturgie für das 20. Jahrhundert neu formulieren. Tatsächlich hat der Komponist erklärt, dass er mit seiner mitten im Krieg geschriebenen Symphonie seiner Hoffnung auf eine bessere Zukunft Ausdruck verleihen wollte: »Alles Dunkle und Schändliche wird vergehen; alles Schöne wird triumphieren.«

Übertragung

Termin wird noch bekannt gegeben

Deutschlandfunk Kultur
Fr 27 Nov '20

20 Uhr

Philharmonie Berlin

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