Programm

Tōru Takemitsu
›Archipelago S.‹

Gustav Mahler
›Das Lied von der Erde‹, für Soli und Ensemble bearbeitet von Glen Cortese

Das Konzertprogramm wurde an die durch die Covid-19-Pandemie entstandenen Bedingungen angepasst. Tōru Takemitsus ›Archipelago S.‹ wird von Robin Ticciati gelietete, Mahlers ›Lied von der Erde‹ dirigiert Sir Simon Rattle.

Mitwirkende

Sir Simon Rattle
Robin Ticciati

  • Magdalena Kožená Mezzosopran
  • Andrew Staples Tenor

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Zum Konzert

Ein Jahr lang waren Sir Simon Rattle und Robin Ticciati gleichzeitig Chefdirigenten in Berlin: 2017 begann Ticciatis Amtszeit beim DSO, 2018 endete die von Sir Simon bei den Berliner Philharmonikern. 43 Jahre nach seinem Debüt kehrt Rattle im November 2020 nun zum ersten Mal als Gast zum Orchester zurück. Bei diesem denkwüdigen Anlass wird er gemeinsam mit Ticciati eine Aufführung von Tōru Takemitsus ›Gémeaux‹ (Zwillinge) leiten.  

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Takemitsus Komposition entstand als Auftragswerk für die Eröffnung der legendären Suntory Hall in Tokio im Jahre 1986. Der Titel verweist auf das gleichnamige Sternbild, dessen Himmelskörper nach dem antiken Dioskurenpaar Castor und Pollux benannt sind. Der Zwillingsgedanke findet sich in der Besetzung für zwei Orchester, zwei Dirigenten und zwei Soloinstrumente – Oboe und Posaune – verkörpert. Im letzten Satz, dessen Titel ›Antistrophe‹ dem des ersten, ›Strophe‹, antwortet, treten Oboe und Posaune mit ausgedehnten unbegleiteten Passagen hervor, bevor das Werk in philosophisch-sphärischer Stimmung verklingt.

Im Anschluss dirigiert Sir Simon Rattle mit dem ›Lied von der Erde‹ eines der letzten Werke Gustav Mahlers. Danach schrieb der Komponist nur noch seine Neunte und Zehnte Symphonie, die unvollendet blieb. Selbst in Mahlers an Ungewöhnlichem so reichem Schaffen stellt der symphonische Liedzyklus einen Solitär dar. Die chinesische Lyrik, deren freie Übersetzung durch Hans Bethge Mahler als Textgrundlage wählte, dient nicht als exotisches Kostüm; vielmehr scheint sie den Komponisten zu einem seiner tiefsten Blicke in die eigene Seele inspiriert zu haben.

Das Werk besteht aus sechs, abwechselnd vom Tenor und vom Mezzosopran vorgetragenen Liedern, deren letztes etwa genau so lange dauert wie die vorausgegangenen zusammen. Der Glanz von Blechbläsern und Tenorstimme wird im euphorisch einsetzenden ersten Satz von den refrainartig wiederkehrenden Worten »Dunkel ist das Leben, ist der Tod« konterkariert. Der zweite Satz ist eine klanglich verhangene, gerade durch die karge Instrumentierung eindrückliche Reflexion über die Einsamkeit; der dritte, in der Form eines Scherzos mit Trio angelegt, bringt die Sehnsucht nach der Jugend zum Ausdruck.

Das Nachspiel des vierten Liedes ›Von der Schönheit‹, ein inniger Gesang der Holzbläser zur am Ende verlöschenden Begleitfigur der Violinen, bezeichnete Theoder Adorno als »eine Stelle, derengleichen der Musik nur alle hundert Jahre beschieden wird«. Eine nicht weniger starke Wirkung ruft der eher meditative als verzweifelte Schluss hervor: Bei dem mehrfach wiederholten Wort »ewig« scheint sich die Frauenstimme als Instrumentalfarbe im Orchesterklang aufzulösen.

Die Vokalsolisten des Abends sind dem DSO-Publikum aus früheren Auftritten bestens bekannt: Magdalena Kožená hat auf drei CD-Einspielungen unter der Leitung von Robin Ticciati französische Musik gesungen; Tenor Andrew Staples war mit dem Orchester zuletzt in einer Aufführung von Samuel Barbers Oper ›Vanessa‹ in der Spielzeit 2016/2017 zu hören.

Übertragung

Termin wird noch bekannt gegeben

Deutschlandfunk Kultur
Fr 06 Nov '20

20 Uhr

Philharmonie Berlin

Sa 07 Nov '20

20 Uhr

Philharmonie Berlin

Übertragung

Termin wird noch bekannt gegeben

Deutschlandfunk Kultur

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