Der venezolanische Dirigent Rafael Payare, geboren 1980 in Puerto La Cruz, ist seit 2019 Musikdirektor der San Diego Symphony und seit 2022 Chefdirigent des Orchestre symphonique de Montréal als Nachfolger von Kent Nagano. Zuvor war er von 2014 bis 2019 Chefdirigent und Musikdirektor des nordirischen Ulster Orchestra, mit dem er 2016 und 2019 zweimal bei den BBC Proms auftrat.
Im Alter von 14 Jahren begann er, im Rahmen des venezolanischen Jugendbildungsprogramms ›El Sistema‹ Horn zu spielen und wurde bereits nach wenigen Wochen Mitglied des Orchesters von Anzoátegui. Als Hornist nahm er an vielen renommierten Tourneen und Aufnahmen mit Dirigenten teil, darunter Giuseppe Sinopoli, Claudio Abbado, Sir Simon Rattle und Lorin Maazel. Nachdem er ›El Sistema‹ erfolgreich absolviert hatte, studierte er ab 2004 Dirigieren bei José Antonio Abreu und sammelte erste Erfahrungen mit dem Simón Bolívar Orchestra. Im Juli 2012 wurde Payare persönlich von seinem Mentor, dem 2014 verstorbenen Lorin Maazel, eingeladen, bei dessen Castleton Festival in Virginia zu dirigieren. Im Juli 2015 leitete der junge Dirigent eine Aufführung von Gounods ›Romeo und Julia‹ und Beethovens Symphonie Nr. 9 in Erinnerung an Lorin Maazel.
Mit seiner Gabe für Kommunikation und seiner musikalischen Freude arbeitet Rafael Payare mit den weltweit führenden Orchestern zusammen, darunter die Wiener Philharmoniker, die Chicago Symphony, die Münchner Philharmoniker, das Orchestra dell'Accademia Nazionale di Santa Cecilia, die Berliner Staatskapelle, das Tonhalle-Orchester Zürich, das London Symphony Orchestra, das Chamber Orchestra of Europe und das Cleveland Orchestra.
Zu den Solisten, mit denen er gerne auftritt, gehören Daniil Trifonov, Frank Peter Zimmerman, Vilde Frang, Hilary Hahn, Maria João Pires, Gil Shaham, Jean-Yves Thibaudet, Alisa Weilerstein, Piotr Anderszewski, Sergey Khachatryan, Emmanuel Ax, Yefim Bronfman und Dorothea Röschmann.
Zu den Höhepunkten vergangenen Spielzeiten gehörten eine große Europatournee mit dem Orchestre symphonique de Montréal sowie erneute Besuche beim Philadelphia Orchestra, beim New York Philharmonic und im Royal Opera House, um ›Turandot‹ zu dirigieren. Er leitete Opern-Aufführungen beim Glyndebourne Festival, im Royal Opera House Covent Garden, an der Staatsoper Berlin, der Royal Stockholm Opera und bei der Royal Danish Opera.
Der venezolanische Dirigent teilt seine Erfahrungen gerne mit jungen Musiker:innen. Er pflegt eine enge Beziehung zum Royal College of Music in London, das er jede Saison besucht, um das dortige Sinfonieorchester zu leiten. Außerdem betreut er Projekte beim Civic Orchestra of Chicago, dem Orchestra of the Americas und der Filarmónica Joven de Colombia.
Im Mai 2012 wurde Rafael Payare beim Malko International Conducting Competition mit dem Ersten Preis ausgezeichnet.