Ethel Smyth
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Programm

Ethel Smyth
Konzert für Violine, Horn und Orchester A-Dur

Anton Bruckner
Symphonie Nr. 5 B-Dur

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Zu Beginn des Abends die Musik einer Superwoman und Frauenaktivistin der ersten Stunde: Ethel Smyth (1858–1944). Für ein Studium am Leipziger Konservatorium trat sie in den Hungerstreik. Für das Wahlrecht der Frauen warf sie mit Steinen und kam ins Gefängnis. Sie komponierte Sonaten, Lieder, Konzerte, schrieb Bücher, führte als erste Frau eine Oper in New York auf. Sie traf Clara Schumann und Pjotr Tschaikowsky und legte sich mit Johannes Brahms an. Berühmte Dirigenten wie Arthur Nikisch, Bruno Walter und Thomas Beecham, der sie sogar in Gefangenschaft besuchte, setzten sich für Smyth ein. Doch nach ihrem Tod passierte wenig. Erst in den letzten Jahren entdeckt man die starke Stimme neu. Nicht zuletzt führte das DSO unter Robin Ticciati 2022 Smyths Oper ›The Wreckers‹ auf. Jetzt dirigiert Pablo Heras-Casado ihr Konzert für Horn, Violine und Orchester – eine weitere Entdeckung, die sich lohnt, zumal Smyth schon zu Lebzeiten wusste: »Die Stunde der Frau in der Musikwelt hat geschlagen.«

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Was Anton Bruckner, der in diesem Jahr 200. Geburtstag feiert, von Komponistinnen hielt, weiß man nicht. Bei den Frauen jedenfalls hatte der schüchterne Kauz keinen Erfolg. Und auch mit seinen Symphonien anfangs nicht. Fast 20 Jahre blieb seine Fünfte liegen, bis sie 1894 endlich in Graz gekürzt uraufgeführt wurde. »Glaubenssymphonie« oder »Katholische« hat man dieses komplexe Werk mit Doppelfuge im Finale genannt. Bruckner selbst bezeichnete sie als sein »kontrapunktisches Meisterstück« und die »Phantastische«. Doch wer hätte je gedacht, dass die ersten sechs Töne, das Hauptmotiv aus dem ersten Satz, sich zur Hymne für Fußballfans und Ballermann-Tourist:innen entwickeln würden?

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