Ingo Metzmacher © Mathias Bothor
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Ingo Metzmacher ist Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin. Als Nachfolger von Ferenc Fricsay, Lorin Maazel, Riccardo Chailly, Vladimir Ashkenazy und Kent Nagano ist er der erste deutsche Dirigent in dieser Position. Im Zentrum seiner Programmgestaltung der Spielzeit 2009|2010 steht ein Konzertzyklus zum vielschichtigen Thema ›Versuchung‹. Mit Werken von Alban Berg, Paul Hindemith, Claude Debussy, Richard Strauss, Max von Schillings, Franz Schreker, Arnold Schönberg, Claude Vivier und Wolfgang Amadeus Mozart wird er einem Phänomen nachgehen, das so alt ist wie die Menschheit selbst. In der Berliner Philharmonie werden Ingo Metzmacher und das DSO zwischen September 2009 und Juni 2010 mit insgesamt 11 Programmen sowie mit einigen von diesen auch auf Gastspielen in Hamburg, Köln, Bonn, Weimar, Edinburgh, Paris, Wien und weiteren europäischen Städten zu erleben sein.
Außerhalb seiner Arbeit mit dem DSO wird Ingo Metzmacher die Wiener Philharmoniker in einer Neuproduktion von Luigi Nonos ›Al gran sole carico d’amore‹ bei den Salzburger Festspielen des Sommers 2009 dirigieren sowie zu Gast beim Orchester des Maggio Musicale in Florenz, dem Russian National Orchestra in Moskau, dem Orchestre de Paris und bei den Bamberger Symphonikern sein.
Am Royal Opera House, Covent Garden, in London wird er Aufführungen von Stravinskys ›The Rake’s Progress‹ und am Opernhaus Zürich eine Neuproduktion von Schrekers ›Der ferne Klang‹ sowie die Wiederaufnahme seiner ›Königskinder‹-Produktion leiten, die im Oktober 2007 Premiere hatte.
In Hannover als Sohn des Cellisten Rudolf Metzmacher geboren, studierte Ingo Metzmacher in seiner Heimatstadt sowie in Salzburg und Köln Klavier, Musiktheorie und Dirigieren. Eine erste künstlerische Heimat fand er in Frankfurt beim Ensemble Modern, wo er zunächst als Pianist, dann als Dirigent engagiert war, sowie an der dortigen Oper unter Michael Gielen. Sein Durchbruch gelang ihm 1988 mit der kurzfristigen Übernahme der Premiere von Schrekers ›Der ferne Klang‹ in Brüssel. Es folgten zahlreiche Einladungen von bedeutenden europäischen und amerikanischen Opernhäusern und Orchestern.
1997 wurde er als Generalmusikdirektor an die Hamburgische Staatsoper berufen, wo er während acht Spielzeiten zahlreiche international beachtete Aufführungen, darunter viele in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Peter Konwitschny, leitete. Zu den größten Erfolgen gehören ›Lohengrin‹, ›Wozzeck‹, ›Der Freischütz‹, ›Don Carlos‹ sowie ›Moses und Aaron‹. Die Zeitschrift Opernwelt ernannte das Hamburger Haus im Jahr 2005 zum ›Opernhaus des Jahres‹. Danach war Ingo Metzmacher Chefdirigent an der Nederlandse Opera in Amsterdam. Zu den besonderen Verdiensten seines dortigen Wirkens zählen die Aufführungen von Henzes ›Die Bassariden‹ in der Regie von Peter Stein, Korngolds ›Die tote Stadt‹ und Schrekers ›Die Gezeichneten‹ mit dem Concertgebouw Orchester, ein Da-Ponte-Zyklus mit dem Regieteam Jossi Wieler und Sergio Morabito sowie Messiaens ›Saint François d’Assise‹ in einer Inszenierung von Pierre Audi, die in konzertanter Fassung auch bei den BBC Proms in London gezeigt wurde.
Seit Beginn seiner Karriere zeichnet sich die Arbeit Ingo Metzmachers durch eine innovative Programmgestaltung und den konsequenten Einsatz für die Musik des 20. Jahrhunderts aus. Besondere Erwähnung verdienen die Hamburger Silvesterkonzerte von 1999 bis 2004 unter dem Titel ›Who is afraid of 20th Century Music‹, die als Livemitschnitte auf CD erschienen sind, die Gesamtaufnahme der Symphonien von Karl Amadeus Hartmann für EMI mit den Bamberger Symphonikern, eine Aufführung von Luigi Nonos ›Prometeo‹ bei den Salzburger Festspielen, die Residenz als ›artiste étoile‹ beim Lucerne Festival, wo er unter anderem Bernd Alois Zimmermanns ›Requiem für einen jungen Dichter‹ dirigierte und die Uraufführung von Hans Werner Henzes 9. Symphonie mit den Berliner Philharmonikern. Weitere Höhepunkte stellten die Auftritte am Pult der Wiener Philharmoniker dar, mit denen er im Rahmen ihrer traditionsreichen Abonnementkonzerte Messiaens ›Eclairs sur l’Au-delà…‹ zur Aufführung brachte sowie Gast bei der Salzburger Mozartwoche war.
Als Pianist trat Ingo Metzmacher in den letzten Jahren zusammen mit Matthias Goerne und Christine Schäfer in der Wigmore Hall in London, bei der Schubertiade Schwarzenberg sowie bei den Salzburger Festspielen auf.
Seinem im Jahr 2005 bei rowohlt erschienenen Buch ›Keine Angst vor neuen Tönen‹, einem erfolgreichen Plädoyer für wegweisende Komponisten wie Charles Ives, Olivier Messiaen, Arnold Schönberg, Edgard Varèse, Karlheinz Stockhausen und John Cage soll im Herbst 2009 ein weiteres zum Thema Oper folgen.
Auf CD erschienen im vergangenen Herbst ›Von deutscher Seele‹ von Hans Pfitzner mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin beim Label ›Phoenix Edition‹ sowie ›Eclairs sur l’Au-Delà…‹ von Olivier Messiaen mit den Wiener Philharmonikern beim Label Kairos. Weitere Einspielungen zusammen mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin für ›Phoenix Edition‹ sowie eine Aufnahme von Schubert-Liedern mit Matthias Goerne und Ingo Metzmacher als Pianist für ›harmonia mundi france‹ sind in Vorbereitung.
Stand: März 2009
Weitere Informationen unter:
www.ingometzmacher.com
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