Programm

Richard Wagner
Ouvertüre und ›Venusberg-Bacchanal‹ aus der Oper ›Tannhäuser‹

Giacomo Meyerbeer
Ballettmusik aus der Oper ›Le prophète‹

Pierre Boulez
›Tombeau‹ aus ›Pli selon pli‹ (Portrait de Mallarmé) für Sopran und Orchester

Richard Wagner
›Wotans Abschied‹ und ›Feuerzauber‹ aus der Oper ›Die Walküre‹

Mitwirkende

Robin Ticciati

  • Yeree Suh Sopran
  • Matthias Goerne Bassbariton

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

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An der Grand Opéra in Paris galt im 19. Jahrhundert eine Ballett-Nummer als unverzichtbar für den Erfolg von Bühnenwerken: Die Herren des einflussreichen »Jockeyclubs« wollten ihre Geliebten aus dem Corps de Ballet tanzen sehen. Auch Richard Wagner legte man ans Herz, seine Oper ›Tannhäuser‹ anlässlich ihrer Erstaufführung in der französischen Hauptstadt um ein solches Stück zu erweitern. Sein daraufhin komponiertes Bacchanale befriedigte trotz seiner betörenden Sinnlichkeit das Pariser Publikum allerdings nicht. Die französische Premiere des ›Tannhäuser‹ endete im Skandal.

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Im dritten Teil der ›Wagner-Perspektiven‹ stehen ›Tannhäuser‹-Bacchanale und -Ouvertüre Ballettmusik aus Giacomo Meyerbeers ›Le prophète‹ gegenüber; ein Werk, das Wagner, nachdem er eine Vorstellung besucht hatte, als »Offenbarung« bezeichnete. Das hinderte ihn nicht, seinen früheren Förderer in seiner berüchtigten Schmähschrift ›Das Judentum in der Musik‹ auf niederträchtige Weise anzugreifen. Meyerbeers Schaffen ist nicht nur durch Wagners Polemik, sondern auch durch den Erfolg von dessen Opern dauerhaft in den Schatten getreten. Dabei zeigen Wiederaufführungen seiner Musik, wie zuletzt ein Zyklus an der Deutschen Oper Berlin, dass Wagner von Meyerbeer auch in künstlerischer Hinsicht profitierte.

Als Komponist stand Pierre Boulez gleichermaßen in der Tradition der deutschen wie der französischen Moderne. Sein Vokalzyklus ›Pli selon pli‹ basiert auf Gedichten Stéphane Mallarmés. Im Verlauf des fünfteiligen Werks soll sich mit den Worten des Komponisten »nach und nach ein Porträt« des Dichters »enthüllen«. In ›Tombeau‹, dem Finale, setzt der Gesang des Solo-Soprans erst in den letzten Minuten ein und trägt, in riesenhaften, ins höchste Register der Stimme ausgreifenden Intervallen die rätselhafte letzte Zeile aus einem Sonett des Dichters vor: »Un peu profond ruisseau calomnié la mort« (Ein flacher Strom verleumdete den Tod).

Zu den legendärsten Auftritten des Dirigenten Pierre Boulez gehörte seine musikalische Leitung von Wagners ›Ring‹ bei den Bayreuther Festspielen ab 1976, der als ›Jahrhundertring‹ in die Musikgeschichte eingegangen ist. In einem der zentralen Momente der Tetralogie, der Schlussszene der ›Walküre‹, senkt Wotan seine Lieblingstocher Brünnhilde in den Schlaf und umgibt sie mit einem Feuerkreis, aus dem der »hehrste aller Helden« sie befreien soll. Faktisch tritt er damit zugleich als Göttervater zurück: In der folgenden Oper ›Siegfried‹ wird er nur noch incognito, in der Gestalt des Wanderers, in Erscheinung treten. Wagner selbst bezeichnete die ›Walküre‹ sinngemäß als schönste Musik, die jemals geschrieben worden sei. Die Selbsteinschätzung irritiert, der Widerspruch fällt allerdings auch nicht leicht. Der Abschiedsgesang an Brünnhilde gehört zu den bewegendsten, der ›Feuerzauber‹ zu den effektvollsten Momenten der Operngeschichte.

Als Wotan wird in der DSO-Aufführung mit Matthias Goerne einer der großen Opern-, Lied- und Konzertsänger unserer Zeit zu hören sein.

Übertragung

Termin wird noch bekannt gegeben

Deutschlandfunk
Fr 20 Nov '20

20 Uhr

Philharmonie Berlin

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