Programm

Arnold Schönberg
Violinkonzert

Johannes Brahms
›Ein deutsches Requiem‹ für Soli, Chor und Orchester

Mitwirkende

Robin Ticciati

  • Isabelle Faust Violine
  • Rachel Willis-Sørensen Sopran
  • Sir Simon Keenlyside Bariton

Rundfunkchor Berlin
Gijs Leenaars Choreinstudierung

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Zum Konzert

Johannes Brahms’ ›Deutsches Requiem‹ ist in vieler Hinsicht eine erstaunliche Komposition: Als Meditation über die Hinfälligkeit alles Irdischen, die den irdischen Ruhm des Komponisten entscheidend förderte; als Textcollage eines bibelfesten Protestanten, in der Jesus Christus nicht erwähnt wird; als geistliches Werk, das sich von den Vorgaben jeder Liturgie fern hält. Gerade wegen seiner Distanz zur institutionalisierten Religion hat das Requiem, trotz der ohne Bitterkeit in den Blick genommenen Endlichkeit des Lebens, seit jeher auf Anhänger jeder Konfession, auf Gläubige und Ungläubige tröstlich gewirkt. Wie Brahms selbst es mit der Religion hielt, ist bis heute umstritten, zumal sich der Komponist widersprüchlich zu der Frage äußerte. Oft und zurecht ist aber festgestellt worden, dass im Werk nicht der Gedanke an die Auferstehung der Toten, sondern die Trauer der Lebenden im Mittelpunkt steht. In der Trauer aber wird das Andenken an die Verstorbenen aufbewahrt. Die selbe Perspektive prägt auch Brahms’ Verhältnis zur musikalischen Tradition, die für ihn weit hinter das Schaffen Johann Sebastian Bachs zurückreichte. Auch ihr bewahrt das ›Deutsche Requiem‹ ein ehrendes Angedenken. Als Verkörperung der Trauergemeinde steht im Requiem der Chor im Mittelpunkt. Nur an drei Stellen tritt eine Solostimme aus dem Kollektiv. Sopran und Bariton tragen hier aber keine Arien vor; vielmehr bleiben sie als Stellvertreter des Individuums in den Chorgesang eingebunden.

Mehr Info Weniger Info

Dem ›Deutschen Requiem‹ geht in diesem Programm Arnold Schönbergs einziges Violinkonzert voraus. Der als Uraufführungssolist vorgesehene Jahrhundertgeiger Jascha Heifetz hielt es für unspielbar, Schönberg selbst räumte ein, ein sechster Finger an der linken Hand könnte für die Bewältigung des Werks hilfreich sein. Da die harmonische Struktur der im amerikanischen Exil entstandenen Komposition strikt der Methode der Zwölftontechnik folgt, steht die musikalische Komplexität des Werks seiner spieltechnischen Vertracktheit in nichts nach. Dennoch ist auch dieses Werk von der für Schönberg charakteristischen expressiven Gestik, von grellen und lyrischen, nachdenklichen, tänzerischen und melancholischen Passagen geprägt.

Isabelle Faust, die Solistin des Violinkonzerts, gehört zu den stilistisch vielseitigsten Musikerinnen ihrer Generation, die in der historischen Aufführungspraxis ebenso versiert ist wie in zeitgenössischen Kompositionen. Von ihr darf man ein überzeugendes Plädoyer für Schönbergs an Ausdrucksvaleurs so reichem Konzert erwarten.

Übertragung

Termin wird noch bekannt gegeben

Deutschlandfunk Kultur
So 18 Apr '21

20 Uhr
19.10 Uhr Einführung mit Habakuk Traber

Philharmonie Berlin

Übertragung

Termin wird noch bekannt gegeben

Deutschlandfunk Kultur

Mitwirkende

Biografie Robin Ticciati

Robin Ticciati

Dirigent

Biografie

Biografie Isabelle Faust

Isabelle Faust

Violine

Biografie

Biografie Rachel Willis-Sørensen

Rachel Willis-Sørensen

Sopran

Biografie

Biografie Sir Simon Keenlyside

Sir Simon Keenlyside

Bariton

Biografie

Biografie Rundfunkchor Berlin

Rundfunkchor Berlin

Biografie

Biografie Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Orchester

Biografie

In der Umgebung