Programm

Ondrej Adámek
›Shiny or Shy‹ für Orchester

Paul Hindemith
›Sancta Susanna‹ – Oper in einem Akt (szenische Aufführung)

Bohuslav Martinů
›Slzy Nože‹ (Die Tränen des Messers) – Oper in einem Akt (szenische Aufführung)

Hildegard von Bingen
Auszüge aus ›Ordo virtutum‹ für Frauenchor

Konzert im Rahmen der Biennale ›Die Goldenen Zwanziger‹ der Berliner Philharmoniker

Mitwirkende

Robin Ticciati

  • Sally Matthews Sopran (Susanna)
  • Michaela Schuster Mezzosopran (Klementia)
  • Jana Sýkorová Alt (Mutter)
  • Katerina Knežíková Sopran (Eleonora)
  • Lucia Lucas Bassbariton (Satan)

Frederic Wake-Walker Regie
Ergo Phizmiz Videoinstallation

Damen des RIAS Kammerchores Berlin

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

›Im Kampf mit dem Teufel‹

Der Nachkriegsavantgarde galt Paul Hindemith als moderat und konservativ; auch, weil er zur Wiener Moderne Arnold Schönbergs bewusst Abstand hielt. Da konnte leicht in Vergessenheit geraten, dass der Komponist in jungen Jahren als Bürgerschreck Furore gemacht hatte. Die Lust des Komponisten an der Provokation zeigt sich wohl nirgendwo so stark wie in seinen drei zwischen 1921 und 1922 uraufgeführten Opern-Einaktern. Nach den schon durch ihre Titel irritierenden Stücken ›Das Nusch-Nuschi‹ und ›Mörder, Hoffnung der Frauen‹ bildet ›Sancta Susanna‹ den Abschluss der Trias.

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Hindemiths in einem Nonnenkloster spielende Oper handelt von dem »satanischen« Begehren der Hauptfigur, das sich auf niemand anderen als den Heiland am Kreuz bezieht. Evangelische und katholische Institutionen protestierten, auch die nationalistische Rechte äußerte sich zum frühen Opernschaffen des Komponisten: »Alles, was uns heilig ist, wird hier von nicht deutschem Geist in den Schlamm gezogen.« Hindemith sollte nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in die USA emigrieren.

Nach 2012 setzt sich das DSO innerhalb eines Jahrzehnts bereits zum zweiten Mal mit dem faszinierend zwischen Expressionismus und Neuer Sachlichkeit schillernden Einakter Hindemiths auseinander. Stand damals außerdem Puccinis ebenfalls in einem Kloster spielende ›Suor Angelica‹ auf dem Programm, so begegnet Hindemiths Komposition dieses Mal mit Bohuslav Martinůs ›Die Tränen des Messers‹ einem weiteren kurzen Bühnenwerk. In der erst nach dem Tod des tschechischen Komponisten 1969 uraufgeführten satirischen Komödie spielen gleicherweise erotisches Begehren und der Satan eine bedeutsame Rolle.

Das Konzert findet im Rahmen der von den Berliner Philharmonikern initiierten Biennale mit Musik aus den 1920er-Jahren statt und wird von Ondřej Adámeks 2006 uraufgeführter Komposition ›Shiny or Shy‹ eröffnet. Die szenische Einrichtung der beiden Opern liegt in den Händen von Frederic Wake-Walker, der dem DSO-Publikum bereits als Regisseur von Händels ›Messias‹ im Dezember 2018 bekannt ist. Unter der Leitung von Robin Ticciati singen neben einem Ensemble namhafter Vokalsolistinnen die Damen des RIAS Kammerchors, die sich zum Abschluss des Abends meditativen Gesängen aus Hildegard von Bingens Moralschauspiel ›Ordo virtutum‹ aus dem 12. Jahrhundert widmen.

Übertragung

Termin wird noch bekannt gegeben

Deutschlandfunk Kultur
So 21 Feb '21

20 Uhr
19.10 Uhr Einführung mit Habakuk Traber

Philharmonie Berlin

Übertragung

Termin wird noch bekannt gegeben

Deutschlandfunk Kultur

Mitwirkende

Biografie Robin Ticciati

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Sopran (Susanna)

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Mezzosopran (Klementia)

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Biografie Jana Sýkorová

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Alt (Mutter)

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Katerina Knežíková

Sopran (Eleonora)

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Bassbariton (Satan)

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Biografie Frederic Wake-Walker

Frederic Wake-Walker

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Biografie Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

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