Programm

Claude Debussy
›L’isle joyeuse‹, bearbeitet für großes Orchester von Bernardino Molinari

Benjamin Britten
›Quatre chansons françaises‹ für Sopran und Orchester

Maurice Ravel
›Shéhérazade‹ für Sopran und Orchester

Dmitri Schostakowitsch
Symphonie Nr. 10 e-Moll

Mitwirkende

Rafael Payare

  • Christiane Karg Sopran

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

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Für ihre zuletzt erschienene CD-Einspielung ließ sich die gefragte Sopranistin Christiane Karg von französischen Gedichten der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts inspirieren. Zwei der Werker ihrer Auswahl bringt sie nun auch mit dem DSO in der Berliner Philharmonie zu Gehör: Maurice Ravels orchestralen Liederzyklus “Shéhérazade” und Benjamin Brittens ›Quatre chansons françaises‹. Mit hochtrabenden Plänen zu einer Oper aus “Tausendundeine Nacht” nach Texten des Schriftstellers Tristan Klingsor trug sich Ravel bereits 1898. Schließlich veröffentlichte er jedoch lediglich drei Lieder; “Asie”, “La Flûte enchantée” und “L’Indifférent”, so die Titel, führen in eine orientalisch anmutende Klangwelt und erzählen Geschichten voller Exotik, Liebe, Leidenschaft und Sinnlichkeit. Unschuldiger geht es in Brittens “Französischen Liedern” zu. Obwohl erst kurz vor dem 15. Geburtstag des englischen Komponisten entstanden, lässt die musikalische Gestaltung der Lieder nach Texten von Victor Hugo und Paul Verlaine den Einfluss von Vorbildern wie Richard Wagner, Alban Berg und Claude Debussy erkennen - und weist an einigen Stellen bereits auf den späteren Opernkomponisten voraus.

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Auch Debussy selbst hatte sich in zahlreichen Werken den Versen Verlaines und insbesondere dessen “Fêtes galantes” zugewandt. In diesem Kosmos ist auch sein Klavierwerk “L’isle joyeuse” (Die fröhliche Insel) von 1904 angesiedelt, das hier als Orchesterfassung erklingt und mit seinem Trillern, Kadenzen, Kantilenen, Trompetenrufen und musikalischen Arabesken unmittelbar dem Commedia-dell’arte-setting der Gemälde Antoine Watteaus entsprungen zu sein scheint. Dmitri Schostakowitschs Symphonie Nr. 10 entstand als erste symphonisch-musikalische Äußerung des Komponisten nach acht schweigsamen Jahren innerhalb weniger Monate 1953. Lange Zeit hatte Schostakowitsch seit der Veröffentlichung des berüchtigten “Prawda”-Artikels unter Repressalien gelitten - das nachdenkliche Werk mit seinen grüblerischen Motiven und Trauergestus im ersten Satz wurde daher oft als persönliche Aufarbeitung des Stalinismus gedeutet. So ungewiss die wie Zukunft der Sowjetunion nach Stalins Tod im selben Jahr erscheint auch das Ende der Symphonie: Dessen Fröhlichkeit wirkt aufgesetzt, die Sorglosigkeit brüchig.

Übertragung

Sonntag, 29.10.2017 | 20.03 Uhr (live)

Deutschlandfunk Kultur
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