Programm

Sergei Prokofjew
Symphonie Nr. 1 D-Dur ›Klassische‹

Mieczysław Weinberg
Violoncellokonzert c-Moll

Dmitri Schostakowitsch
Symphonie Nr. 10 e-Moll

Mitwirkende

Klaus Mäkelä

  • Sol Gabetta Violoncello

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Zum Konzert

Am selben Tag wie Stalin, am 5. März 1953, starb Sergei Prokofjew; eine makabere Pointe, die sich das Schicksal auf Kosten eines Komponisten leistete, der in seinem Leben selbst gelegentlich die Neigung zu einem befremdlichen »Timing« gezeigt hatte: Aus dem Exil kehrte er in seine Heimat ausgerechnet zur Zeit des schlimmsten stalinistischen Terrors zurück; und seine brillant-beschwingte ›Symphonie classique‹ komponierte er 1917 während des Ersten Weltkriegs und des revolutionären Aufruhrs in Russland. Er selbst sagte über seine Komposition, deren nur 15 Minuten bis zum Bersten mit Einfällen und einer wilden Jagd durch die Tonarten gefüllt sind: »Wenn Haydn heute noch lebte, dachte ich, würde er seine Art zu schreiben beibehalten und dabei einiges Neues übernehmen.«

Mehr Info Weniger Info

Die sowjetische Kulturbürokratie beutete Dmitri Schostakowitsch einerseits als Staatskünstler aus, um ihn andererseits mit Etiketten wie dem geforderten Sozialistischen Realismus und dem verteufelten Formalismus zu schikanieren. Wenige Monate nach Stalins Tod wurde nach einer längeren Pause in dieser Gattung seine Zehnte Symphonie uraufgeführt. Nach einer Aussage in den allerdings erst posthum erschienenen und in einigen Aspekten umstrittenen Memoiren stellt der zweite Satz ein Porträt des Diktators dar. Unzweifelhaft ist dagegen der Bekenntnischarakter des Werks; auch deshalb, weil die Tonfolge D-(E)s-C-H in der deutschen Schreibweise die Initialen des Komponisten nachbildet. Wenn das Thema kurz vor dem triumphal gestimmten Ende des Werks erklingt, mögen hier die Beharrungskräfte des Individuums in politisch schweren Zeiten beschworen werden.

Der enge Schostakowitsch-Freund Mieczysław Weinberg hat in Westeuropa leider erst nach seinem Tod die verdiente Aufmerksamkeit gefunden. Seine Tonsprache ist von ähnlicher Ausdrucksintensität wie diejenige Schostakowitschs geprägt, dabei aber melodiöser und weniger schroff. Für das von Mstislaw Rostropowitsch 1957 uraufgeführte Violoncellokonzert engagiert sich Sol Gabetta, eine der vielseitigsten und erfolgreichsten Musikerinnen ihrer Generation, seit einigen Jahren; unter anderem hat sie es auf einer Konzerttournee und bei den Londoner Proms interpretiert. Die musikalische Leitung des Abends übernimmt bei seinem DSO-Debüt der junge finnische Dirigent Klaus Mäkelä.

Übertragung

Termin wird noch bekannt gegeben

Deutschlandfunk Kultur
Sa 01 Mai '21

20 Uhr
19.10 Uhr Einführung mit Habakuk Traber

Philharmonie Berlin

Übertragung

Termin wird noch bekannt gegeben

Deutschlandfunk Kultur

Mitwirkende

Biografie Klaus Mäkelä

Klaus Mäkelä

Dirigent

Biografie

Biografie Sol Gabetta

Sol Gabetta

Violoncello

Biografie

Biografie Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Orchester

Biografie

In der Umgebung