Programm

Claude Debussy
›La cathédrale engloutie‹, bearbeitet für Orchester von Leopold Stokowski

Witold Lutosławski
Konzert für Orchester

Sergei Rachmaninoff
Klavierkonzert Nr. 2 c-Moll

Mitwirkende

Stanislav Kochanovsky

  • Alexander Gavrylyuk Klavier

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Zum Konzert

Das Verhältnis des polnischen Komponisten Witold Lutosławski zur musikalischen Folklore war ambivalent: Einerseits war er misstrauisch gegenüber der Anweisung kommunistischer Bürokraten, volkstümliche Melodien als Mittel gegen den beargwöhnten Formalismus in zeitgenössische Kompositionen einzubauen; andererseits hatte sein großes Vorbild Béla Bartók gezeigt, wie innovativ die Inspiration durch folkloristische Elemente sich auf Harmonie und Rhythmus einer modernen Tonsprache auswirken konnte. Lutosławskis 1954 in Warschau uraufgeführtes Konzert für Orchester steht nicht nur in dieser Hinsicht in der Tradition Bartóks, sondern auch durch seinen Titel, der auf das zehn Jahre ältere und gleichnamige Werk des ungarischen Komponisten verweist. Der erste Satz beginnt mit bedrohlichen Paukenschlägen und endet, zu geheimnisvollen Celesta-Klängen, überraschend in einem Dur-Akkord. Das meisterhaft konzipierte Finale basiert auf der barocken Passacaglia-Form.

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Lutosławskis Erste Symphonie war wegen formalistischer Tendenzen verboten worden. Mit dem Konzert für Orchester, einem seiner bis heute bekanntesten Werke, befreite er sich aus einer jahrelangen Schaffenskrise. In einer ganz ähnlichen Situation befand sich Sergei Rachmaninoff knapp 50 Jahre zuvor: Der Misserfolg seiner Ersten Symphonie hatte den Komponisten in tiefe Verzweiflung gestürzt. Dem Neurologen, der ihm aus den Selbstzweifeln half, hat Rachmaninoff sein Zweites Klavierkonzert gewidmet. Das Werk ist eines der unvergänglichen musikalischen Dokumente der Melancholie und zugleich ein Paradestück für furchtlose Virtuosen. Charakteristisch ist für diesen Komponisten – wie im Eingangsthema und in der berühmten Melodie des langsamen Satzes – die Verwendung der engen Intervalle Sekunde und Terz: In kleinen Schritten wird eine weite Seelenlandschaft erschlossen.

Claude Debussy lehnte das Etikett des Impressionismus ab; ein Werk wie ›La cathédrale engloutie‹ legt mit seinem Stimmungsreichtum den Begriff aber doch nahe. Die Vorlage erzählt von einer versunkenen und nach Jahrhunderten aus den Fluten wieder auftauchenden Kathedrale. Das Maritime wird in gleichsam (ver)schwimmenden Tönen, das Sakrale in der Imitation von Glocken- und Orgelklängen evoziert.

In diesem Konzert sind mit dem Pianisten Alexander Gavrylyuk und dem Dirigenten Stanislav Kochanovsky zwei Künstler zum ersten Mal beim DSO zu erleben.

Übertragung

Termin wird noch bekannt gegeben

Deutschlandfunk Kultur
Mi 05 Mai '21

20 Uhr
19.10 Uhr Einführung mit Habakuk Traber

Philharmonie Berlin

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Termin wird noch bekannt gegeben

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