Programm

Bedřich Smetana
Ouvertüre zur Oper ›Die verkaufte Braut‹

Bohuslav Martinů
Violoncellokonzert Nr. 1

Antonín Dvořák
Symphonie Nr. 3 Es-Dur

Das Konzertprogramm wurde an die durch die Covid-19-Pandemie entstandenen Bedingungen angepasst.

Mitwirkende

Jakub Hrůša

  • Tomáš Jamník Violoncello

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

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Jakub Hrůša als Spezialisten für tschechische Musik zu bezeichnen, würde dem aktuellen Chefdirigenten der Bamberger Symphoniker angesichts seines breiten Repertoires keineswegs gerecht. Dennoch verbindet den Musiker, dem im Verlauf der letzten Jahre eine kometenhafte Karriere gelungen ist, eine besonders enge Beziehung zur Musik seiner Heimat. So hat er für sein DSO-Gastspiel im Oktober 2020 denn auch ausschließlich Werke tschechischer Komponisten aufs Programm gesetzt.

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Die Orientierung in Bohuslav Martinůs so umfangreichem und stilistisch so wandlungsfähigem Schaffen fällt dem Publikum bis heute nicht leicht, zumal der Komponist sich keiner Richtung der Moderne eindeutig zuordnen lässt und viele Impulse aus französischem Impressionismus, Strawinskys Neoklassiszismus und amerikanischem Jazz aufnahm. Martinůs Cellokonzerte haben sich aber mittlerweile im Konzertalltag etabliert. Den Solopart im Ersten übernimmt anlässlich seines DSO-Debüts nun der mit vielen internationalen Preisen ausgezeichnete tschechische Cellist Tomáš Jamník.

Martinůs Konzert entwickelte sich im Verlauf mehrerer Überarbeitungen aus einer instrumental schmal besetzten Komposition im Stil eines barocken Concerto grosso schließlich in ein gewichtiges Werk symphonischen Zuschnitts. Im Zentrum steht der ausdrucksstarke langsame Satz, dessen Thema von den Bläsern angestimmt und von dem Soloinstrument in einen von epischem Atem getragenen Gesang verwandelt wird.

Von Antonín Dvořák haben, genau wie von Tschaikowsky, nur die letzten drei Symphonien das Kernrepertoire der Orchester erobert. Jakub Hrůša dirigiert in diesem Konzert nun Dvořáks dritten Gattungsbeitrag, der in der Tonart Es-Dur steht. Die Uraufführung fand 1874 statt, als sich der internationale Erfolg des Komponisten abzuzeichnen begann. Diese Zeit fällt mit einer stilistischen Umorientierung zusammen, die vom Einfluss durch die Neudeutsche Schule um Wagner und Liszt in die Nähe von Johannes Brahms führte, der auch durch seine uneigennützige Förderung Dvořáks zu einem engen Freund werden sollte. Während das brillant-festliche Finale auf spätere Schlusssätze des Komponisten vorausweist, lässt der dramatisch aufgewühlte, von einem prägnant akzentuierten Thema beherrschte erste Satz die Wirkung der Wagner’schen Musik unverkennbar nachklingen. Vielleicht, weil der zweite Satz ein ausgedehnter Trauermarsch ist, ließ sich für Dvořák das traditionell an dritter Stelle zu erwartende Scherzo nicht in die Dramaturgie des Werkes integrieren. So besteht die Symphonie nur aus drei Sätzen.

Dirigent der Uraufführung in Prag war Dvořáks Kollege Bedřich Smetana. Dessen temperamentvolle Ouvertüre zur ›Verkauften Braut‹ eröffnet das Konzert. Die Ouvertüre nimmt im Stil der Orchestervorspiele Wagners bereits spätere Themen aus Smetanas bekanntester Oper vorweg.

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Freitag, 30.10.2020 | 20.03 Uhr

Deutschlandfunk Kultur
Mi 28 Okt '20
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