Programm

Hans Krása
Ouvertüre für kleines Orchester

Wolfgang Amadeus Mozart
Violinkonzert Nr. 3 G-Dur

Gustav Mahler
Symphonie Nr. 5

Mitwirkende

Manfred Honeck

  • James Ehnes – Violine

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

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Entdeckung in der Zeit

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Die Jubiläumssaison bietet die willkommene Gelegenheit, Themen aufzugreifen, die in der Geschichte des Orchesters eine prägende Rolle spielten – darunter Musik, die von den Nationalsozialisten als »jüdisch«, »dekadent« oder »entartet « verboten, deren Schöpfer vertrieben, ermordet und vergessen wurden. Nur langsam fanden Sie ihren Weg zurück ins Repertoire, nicht zuletzt durch die DECCA-Reihe ›Entartete Musik‹, zu der das DSO zahlreiche Beiträge lieferte. Zu ihnen zählt auch der Prager Komponist Hans Krása.

Der Schüler von Alexander Zemlinsky hatte eine glänzende Zukunft vor sich. 1927 lobte der Kritiker Max Brod im Streichquartett des Komponisten die Wechsel von Gefühlsschwelgen und frecher Zurückweisung als »romantische Ironie«, mit der Krása »gleichsam das Erbe der hohen Kunst Gustav Mahlers« angetreten habe. Die Oper ›Verlobung im Traum‹, 1933 von George Szell in Prag uraufgeführt, hätte wohl seinen Durchbruch bedeutet, wurde aber mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten nicht mehr andernorts gespielt – und erst mit der CD-Aufnahme, die das DSO 1996 unter Lothar Zagrosek vorlegte, wieder zugänglich. Zum kleinen Œuvre Krásas zählt auch die Kinderoper ›Brundibár‹, die im Konzentrationslager Theresienstadt, in dem der Komponist seit 1942 interniert war, mehr als 50 Mal aufgeführt wurde. Das produktive, aber von den Nationalsozialisten zu Propagandazwecken missbrauchte Kulturleben in Terezín beflügelte auch Krásas Schaffenskraft.

1943 entstand dort die Ouvertüre für kleines Orchester, die am 8. Mai zu hören sein wird. Ein wunderbar geschwindes, farbenreich hingetupftes und rhythmisch prägnantes Musikstück für vier Bläser, Streicher und konzertantes Klavier, das Teil eines nicht vollendeten Klavierkonzerts gewesen sein könnte. Hans Krása selbst hat es wohl nie gehört. Im Oktober 1944 wurde er in Auschwitz ermordet.

Der Dirigent Manfred Honeck stellt die Ouvertüre an den Anfang eines Programms, das deren tänzerischen Charakter mit Mozarts Drittem Violinkonzert in der Interpretation des kanadischen Geigers James Ehnes aufgreift und bis in Mahlers Fünfte Symphonie auf ganz eigene Weise weiterführt. Die ist »hohe Kunst«, ganz ohne Frage, und nicht nur im berückenden Adagietto ein absolutes Meisterwerk.

MAXIMILIAN RAUSCHER

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Dienstag, 10.05.2022 | 20.03 Uhr

Deutschlandfunk-Kultur
So 8 Mai '22

20 Uhr
19.10 Uhr Einführung mit Habakuk Traber

Philharmonie Berlin

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