Programm

Igor Strawinsky
Suiten Nr. 1 und Nr. 2 für kleines Orchester

Johannes Brahms
Konzert für Violine, Violoncello und Orchester a-Moll

Antonín Dvořák
Symphonie Nr. 6 D-Dur

Mitwirkende

Tomáš Hanus

  • Wei Lu Violine
  • Mischa Meyer Violoncello

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Zum Konzert

Josef Suk war lange vor allem als Begründer einer Dynastie berühmter Geiger und als Schwiegersohn Antonín Dvořáks bekannt. Seit einiger Zeit aber setzt sich – auch durch das Engagement von Dirigenten wie Sir Simon Rattle und Kirill Petrenko – die Erkenntnis durch, dass der tschechische Musiker auch ein bedeutender Komponist war. Tomáš Hanus, seit 2016 Musikalischer Leiter der Welsh National Opera, dirigiert als Abschlussstück seines DSO-Debüts Suks Tondichtung ›Ein Sommermärchen‹; auch von Dvořák steht mit der beliebten ›Karnival‹-Ouvertüre ein Werk auf dem Programm. Trotz seines Titels und einiger tatsächlich lyrisch-sonniger Passagen steht das ›Sommermärchen‹ im Zeichen einer Lebenskrise, in die Suk durch den Tod seiner jungen Frau und, nur kurze Zeit später, durch den Tod auch seines Schwiegervaters Dvořák geraten war. Wie mit der zuvor komponierten ›Asrael‹-Symphonie hoffte der Komponist mit seinem zweiten wichtigen Orchesterwerk, das 1909 uraufgeführt wurde, seiner Trauer bleibenden Ausdruck zu verleihen und damit zugleich in die kreative Arbeit zurückzufinden. Das Werk besticht durch meisterhafte Instrumentierung – zauberhaft der von Harfentönen umspielte Gesang der Englischhörner im Intermezzo – und eine schlüssige Dramaturgie: Im ›Nacht‹ betitelten Finale werden Themen der vorausgegangenen Sätze aufgenommen, die düster-vergrübelte Stimmung lichtet sich erst am Ende des Werks.

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Auch Johannes Brahms, den Suk durch die Vermittlung Dvořáks persönlich kennenlernte, schrieb mit seinem Doppelkonzert für Violine, Violoncello und Orchester ein Werk, das durch private Erlebnisse inspiriert wurde. Im Trennungsstreit zwischen dem Geiger Joseph Joachim und dessen erster Ehefrau hatte Brahms Partei gegen seinen engen Freund bezogen. Das Doppelkonzert entstand im Rahmen der Versöhnung mit Joachim. Die Auseinandersetzung kommt musikalisch teils humoristisch, wie in der spitzen Artikulation des Final-Themas, teils dramatisch, wie in der erregten Rede und Widerrede im Dialog der Soloinstrumente des ersten Satzes, zum Ausdruck. Im langsamen Satz vereinigen sich Cello und Geige zu einem lyrischen Unisono-Gesang. Durch seine ungewöhnliche Besetzung stellt das Doppelkonzert einen Solitär im Repertoire des 19. Jahrhunderts dar. Zugleich ist es das letzte Werk für großes Orchester, das Brahms komponiert hat.

Die Solopartien besetzt das DSO an diesem Abend aus den eigenen Reihen: Wei Lu ist Erster Konzertmeister, Mischa Meyer Erster Solo-Cellist des Orchesters.

Übertragung

Sonntag, 30.05.2021 | 20.04 Uhr (live)

rbbKultur
So 30 Mai '21
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Sonntag, 30.05.2021 | 20.04 Uhr (live)

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