Kammermusik mit DSO-Mitgliedern in der Zitadelle Spandau

Seit vier Jahrzehnten ist Kammermusik ein fester Bestandteil im Programm des DSO. Seine Mitglieder, die sonst im großen Orchester aufgehen, können hier eigene Akzente setzen, unbekanntes Terrain erkunden und neue Konzertformate ausprobieren. In der Saison 2021 / 2022 erweitern die Musikerinnen und Musiker das Angebot um die Reihe ›Forte Kultur‹, die zu kammermusikalischen  Begegnungen in der Zitadelle Spandau einlädt, von den Ensembles selbst konzipiert und vom Kulturamt Spandau veranstaltet wird. In sechs Konzerten verbinden sie hier Musik mit anderen performativen Ausdrucksformen, erkunden historische Zusammenhänge und bespielen auf kreative Weise die Räume der gewaltigen Renaissancefestung. 


Die nächsten Konzerte

Mi 1.12.2021 / 19 Uhr

›Siegesallee and Beyond‹
Eine tänzerische Reise durch die Geschichte Berlins. Konzert und Performance im Proviantmagazin

INFOS und TICKETS

Foto: Stadtgeschichtliches Museum Spandau

Geschichte spiegelt sich auch anhand ihrer Denkmäler, denn sie legen Zeugnis einer bestimmten Zeit ab, über Gestalt, Wirkung und künstlerische Ausdrucksformen. In diesem Ausflug werden diese steinernen Zeugen durch ausdrucksstarke Umspielungen der amerikanischen Tänzerin Anna Rose kontrastiert. Jenseits oberflächlicher Posen und konstruierter Tanzfiguren sucht sie lebensnahe Interaktion mit den Skulpturen, um deren Wirkungen widerzuspiegeln. Musikalisch begleitet wird sie dabei von Mitgliedern des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin, mit Werken von Britten, Beethoven, Schulhoff und Anderen. Angefangen bei Königin Luise, der einzigen Dame der Sammlung, zahlreiche fragmentarische Männerfiguren passierend, durch die Installation ›Sommertag im Tiergarten‹, vorbei an Brekers Zehnkämpfer geht es musikalisch begleitet durch die gesamte Ausstellung der kontrovers diskutierten Figuren. Die Reise endet am Lenin-Kopf mit einem kammermusikalischen Konzert.

Vor dem Konzert um 18.15 Uhr: Führung durch das Museum mit Museumsleiterin Dr. Urte Evert

Mitwirkende:
Byol Kang Violine
Eve Wickert Viola
Leslie Riva-Ruppert Violoncello


Sa 15.1.2022 / 18 Uhr

›Durch das Alte zum Fortschritt‹
Konzert mit Konzerteinführung im Gotischen Saal auf der Zitadelle

INFOS und TICKETS

Vorab optional ab 18 Uhr: Konzerteinführung durch Habakuk Traber / Dauer 35 Minuten
 

»Besinnen wir uns auf das Alte, es wird ein Fortschritt sein«, schrieb Giuseppe Verdi 1871 in einem Brief. Das »Alte«, immer wieder Aktuelle, repräsentieren Vater Johann Sebastian und Sohn Carl Philipp Emanuel Bach. Ihre Werke haben mit dem mächtigsten Flötisten der europäischen Geschichte zu tun, Friedrich II., König von Preußen. Philipp Emanuels Triosonate von 1745 spielen die Musiker:innen des DSO Berlin auf Barockinstrumenten und in der damals üblichen, tieferen Stimmung, das Werk des Vaters aus dem „Musikalischen Opfer“ mit moderner Oboe und heutiger Stimmung – ein interessanter Vergleich.

Durch das Alte zum Fortschritt inspiriert wurden Ingolf Dahl und Manuel de Falla. Dahl gehörte nach seiner Emigration 1939 in die USA in der klassikorientierten Szene der amerikanischen Westküste zu den originellen, eher leisen Stimmen. Gespielt wird sein Concerto a Tre. De Fallas Kammerkonzert für Cembalo und fünf weiteren Instrumenten ist ein kleines Juwel eines Meisters, dem die Beschäftigung mit dem Alten neue Ideen entlockte.

Programm:
Carl Philipp Emanuel Bach Sonate C-Dur, Wq 149 für Flöte, Violine und Basso continuo
Ingolf Dahl Concerto a tre für Klarinette, Violine und Violoncello
Johann Sebastian Bach Triosonate BWV 1079 aus dem ›Musikalischen Opfer‹ für Flöte, Oboe und Basso continuo
Manuel de Falla Cembalokonzert

Mitwirkende:
Gergely Bodoky Traversflöte/Flöte
Thomas Hecker Oboe
Stephan Mörth Klarinette
Eva-Christina Schönweiß Barockvioline, Violine
Adele Bitter Barockcello, Violoncello
Mira Lange Cembalo

Habakuk Traber Einführung


Vorschau

Ein Gesprächskonzert mit gemischtem Quintett und Habakuk Traber befasst sich am 15. Januar im Gotischen Saal mit dem Barock und seinen Folgen in der Musikgeschichte. Mit Donner, Blitz und Lichtarrangements entstehen am 20. Februar vor den Kanonen der Exerzierhalle ganz neue  Klangwelten zwischen Schlagzeug, Perkussion und Marimbaphon. Im März lädt ein Quartett-Programm zu musikalischen Bildbetrachtungen ins Zentrum für Aktuelle Kunst, bevor im Mai ein Wandelkonzert mit Blechbläsern und elektronischer Musik, das die unbekannten Ecken der alten Festung auch unter freiem Himmel erkundet, die erste Saison der neuen Reihe beschließt. Sie verspricht spannende und erkenntnisreiche Konzerterlebnisse.

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