Tugan Sokhiev gab am 18. November 2012 erstmals einen Dirigierworkshop in Berlin. Vor Publikum wurde dieser im Ferenc-Fricsay-Saal im rbb-Fernsehzentrum, dem Probenort des DSO, veranstaltet. Für die vier Dirigierschüler bestand die Aufgabe darin, jeweils einen Satz aus der ›Scheherazade‹ von Nikolai Rimsky-Korsakow in der Fassung für zwei Klaviere zu dirigieren. Den Anfang machte der aus Russland stammende Sergey Kunetsov (23), gefolgt von dem Homburger Gerrit Jan Netzlaff (19), dem Berliner Till Schwabenbauer (23) und Maximilian Rajczyk (20) aus Saarbrücken. Während sich die Workshop-Teilnehmer mit voller Konzentration der Musik widmeten, verfolgte Tugan Sokhiev zunächst in den Zuschauerreihen sitzend aufmerksam jede ihrer Bewegungen. Dass Dirigieren weit mehr ist, als nur den Takt vorzugeben, wurde spätestens klar, als er in die Rolle des Lehrers schlüpfte. Wer dabei an trockenen Schulunterricht denkt, liegt falsch. Gekonnt bezog er das Publikum mit ein, fand bildhafte Vergleiche für die Steuerung eines Orchesters und sorgte durch Anekdoten aus seiner eigenen Lehrzeit in St. Petersburg für Auflockerung. Sein Credo gab er allen mit auf den Weg: »Ein guter Dirigent muss sich in die Lage eines jeden einzelnen Musikers versetzen können, muss mit dem Orchester zu einer Einheit verschmelzen, mit ihm atmen.«

Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin ist ein Ensemble der

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