Gegenwart und Zukunft: Tugan Sokhiev
Mit dem 7. September 2012 wurde für das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin (DSO Berlin) ein neues Kapitel aufgeschlagen. Tugan Sokhiev stand im Rahmen des Musikfests Berlin erstmals als Chefdirigent und Künstlerischer Leiter am Pult des DSO, auf den Tag 65 Jahre nach dem ersten öffentlichen Konzert des Orchesters. Nach zwei Jahren als Designierter Chefdirigent trat er damit offiziell die Nachfolge von Ferenc Fricsay, Lorin Maazel, Riccardo Chailly, Vladimir Ashkenazy, Kent Nagano und Ingo Metzmacher an. Das Echo sprach für sich: »Sokhiev, ein federnd intelligenter, blitzschnell auf die Musik reagierender und sein Orchester packender Dirigent, beherrscht gleich beim Antrittskonzert mit leichter Hand Strawinskys ›Pulcinella‹-Suite und nach der Pause die in Deutschland selten aufgeführte Dritte Symphonie Sergei Rachmaninoffs«, so die Süddeutsche Zeitung.

Gründung durch den RIAS
2015 blickt das DSO auf eine 69-jährige Tradition als Berliner Radio- und Konzertorchester zurück. 1946 als RIAS-Symphonie-Orchester vom Rundfunk im amerikanischen Sektor (RIAS) gegründet, setzte sein erster Chefdirigent Ferenc Fricsay ab 1948 Maßstäbe im Repertoire, im Klangideal und in der Medienpräsenz. Musik des 20. Jahrhunderts bildete in der Programmgestaltung von Anfang an eine feste Größe neben den Interpretationen des klassischen Repertoires, die sich durch Transparenz, strukturelle Prägnanz und Plastizität auszeichneten.

Vom RSO zum DSO
Ab 1956 beteiligte sich der Sender Freies Berlin (heute Rundfunk Berlin-Brandenburg, rbb) an der Trägerschaft des Orchesters. Es änderte daher seinen Namen in Radio-Symphonie-Orchester Berlin (RSO Berlin). In Berlin und auf zahlreichen Tourneen, mit Rundfunk- und Fernsehproduktionen, seinen Konzertprogrammen wie durch bedeutende Dirigenten, die es an sich zu binden verstand, erwarb sich das RSO einen exzellenten Ruf. Nach Ferenc Fricsays frühem Tod übernahm der junge Lorin Maazel 1964 die künstlerische Verantwortung für das Orchester. Es folgten 1982 Riccardo Chailly und 1989 Vladimir Ashkenazy. 1993 änderte das RSO seinen Namen in Deutsches Symphonie-Orchester Berlin.

Mit dem 1. Januar 1994 wurde die bestehende RSO GmbH zur Rundfunk Orchester und Chöre GmbH (roc berlin) erweitert. Deren Gesellschafter sind Deutschlandradio (40 %), die Bundesrepublik Deutschland (35 %), das Land Berlin (20 %) und der Rundfunk Berlin-Brandenburg (5 %).

Das DSO im neuen Jahrtausend
Mit der Saison 2000|2001 wurde Kent Nagano zum Chefdirigenten und Künstlerischen Leiter berufen. Er führte das Orchester zu Engagements u. a. bei den Salzburger Festspielen, im Baden-Badener Festspielhaus und im Pariser Théâtre du Châtelet. 2006 nahm Kent Nagano seinen Abschied, er ist dem Orchester seither als Ehrendirigent verbunden. Von 2007 bis 2010 hatte Ingo Metzmacher die Position als Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des DSO inne. Seine Jahresprogramme zeichneten sich durch übergreifende Schwerpunkte aus. Mit der Einführung des Konzertformats der Casual Concerts unterstrich er die Offenheit des Orchesters und das Anliegen, neue Hörergruppen anzusprechen.

Das DSO in den Medien
Die Symphoniekonzerte des DSO in der Berliner Philharmonie werden von Deutschlandradio Kultur und vom Kulturradio des rbb aufgezeichnet und in Deutschland sowie über die European Broadcasting Union regelmäßig auch europaweit und darüber hinaus gesendet. Ausgewählte Auslandskonzerte werden zudem von der Deutschen Welle, dem deutschen Auslandssender, für Rundfunk und Fernsehen mitgeschnitten und global verbreitet.

Auch mit zahlreichen ausgezeichneten CD-Einspielungen ist das DSO weltweit präsent. 2011 erhielt es für die Weltersteinspielung von Kaija Saariahos Oper ›L’amour de loin‹ unter Kent Naganos Leitung den ›Grammy Award‹. Unter den weiteren CD-Veröffentlichungen der letzten Jahre ragen Aufnahmen mit Ingo Metzmacher bei ›Phoenix Edition‹, Christoph Eschenbach bei ›Capriccio‹ und mit Yutaka Sado bei ›Challenge Classics‹ heraus. Aufnahmen zeitgenössischer Musik erschienen bei ›Neos‹ und ›Kairos‹. Weiterhin veröffentlichte das Orchester etliche Opern-Mitschnitte aus dem Festspielhaus Baden-Baden als DVD bei Arthaus Musik. Die von der Deutschen Welle produzierte DVD-Serie ›Monumente der Klassik‹ wurde mehrfach prämiert.

Das DSO auf Reisen
Über seine Konzerte in Berlin hinaus ist das DSO im Rahmen zahlreicher Gastspiele im internationalen Musikleben präsent. Konzertreisen führten das Orchester nach Russland, Asien, Nord- und Sudamerika sowie in den Libanon. In kontinuierlicher Zusammenarbeit mit der Deutschen Welle und dem Auswärtigen Amt gastierte es in den letzten Jahren in Brasilien und Argentinien, in Japan, China, Malaysia sowie Abu-Dhabi und gab zahlreiche Tourneekonzerte in Osteuropa.

Neben Auftritten bei nationalen und internationalen Festspielen wie dem Rheingau Musik Festival, dem Edinburgh International Festival, den Salzburger Festspielen, den BBC Proms und dem Beethovenfest Bonn ist das DSO regelmäßig in den großen Konzertsälen Europas wie dem Wiener Musikverein, der Salle Pleyel in Paris oder dem Palais des Beaux-Arts in Brüssel zu erleben.

Stand: April 2013

Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin ist ein Ensemble der

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