Seit 1999 beginnt die jährliche Serie von Festivals für Neue Musik in Deutschland mit dem Festival ›Ultraschall Berlin‹, veranstaltet vom kulturradio vom rbb und von Deutschlandfunk Kultur. In gewohnter Weise präsentiert das Festival Uraufführungen, Deutsche Erstaufführungen und Werke der jüngsten Vergangenheit ebenso wie Klassiker der Avantgarde. Ultraschall Berlin vereinigt das Heterogene, das irisierend Vielfarbige der Neuen Musik. Frei von Aktualitäts- und Uraufführungszwängen präsentiert das Festival wesentliche Entwicklungen, die die Musik der Gegenwart prägen, und wirft beziehungsreich einen Blick auf die jüngere Vergangenheit, um ausgewählte Werke in einem veränderten Kontext neu zu beleuchten. Traditionell ist das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin ein wichtiger Partner von Ultraschall Berlin.

Im Rahmen des Festivals ›Ultraschall Berlin‹ hat seit einigen Jahren die traditionsreiche DSO-Reihe ›Musik der Gegenwart‹ ihre Heimat gefunden.

Konzerte des DSO beim Festival ›Ultraschall Berlin‹ 2018

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17
Mi 17. Januar 2018
20 Uhr Haus des Rundfunks, Großer Sendesaal

Festival ›Ultraschall Berlin‹ – 222. Konzert ›Musik der Gegenwart‹

Heinz Holliger | Thomas Zehetmair Violine
Zimmermann, Wildberger, Holliger

Heinz Holliger. Foto: Priska Ketterer

Bernd Alois Zimmermann, dessen 100. Geburtstag in diesem Jahr begangen wird, ließ sich für sein spätes Prélude für großes Orchester ›Photoptosis‹ von den monochromen Wandflächen von Yves Klein im Foyer des Gelsenkirchener Musiktheaters im Revier anregen. Musikalisch arbeitet Zimmermann mit »Veränderungen von Farbflächen, wie sie durch die Art und Weise des Lichteinfalls auftreten«. Diese »Lichteinfälle« haben hier teilweise sogar konkrete Vorlagen in Form von Zitaten aus Werken von Beethoven, Wagner oder Skrjabin. Der Schweizer Komponist Jacques Wildberger gilt als einer der Wegbereiter der Moderne seines Landes. Als einer der ersten beschäftigte er sich mit Zwölftontechnik, arbeitete dann jedoch verstärkt, v. a. in seinen politischen Kompositionen, angeregt durch die Studentenbewegung, die er 1967 als DAAD-Stipendiat in Berlin miterlebte, mit Collagetechniken im Sinne einer »musica impura«. In seinem Violinkonzert ›Hommage à Louis Soutter‹ befasst sich Heinz Holliger mit dem Leben des Schweizer Malers, der seine letzten Lebensjahrzehnte in einem Pflegeheim verbringen musste. So schlägt Holliger einen Bogen von Soutters jungen Jahren, in denen er als Schüler Eugène Ysaÿes selbst Geige spielte, bis hin zu Soutters spätem Bild ›Avant le massacre‹, das am 1. September 1939 entstand und in dem Soutter gewissermaßen prophetisch die Katastrophe des Zweiten Weltkriegs vorausahnt.

 

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21
So 21. Januar 2018
20 Uhr Haus des Rundfunks, Großer Sendesaal

Festival ›Ultraschall Berlin‹ – 223. Konzert ›Musik der Gegenwart‹

Evan Christ | Mike Svoboda Posaune | Magali Mosnier Flöte
Šenk, Mantovani, Haas, Andre

Evan Christ. Foto: k.A.

In seinen Erzählungen ›Der Spiegel im Spiegel‹ lässt Michael Ende eine Figur namens Hor in einem Labyrinth minotaurusartig herumirren, verfolgt von seinen eigenen Echos. Diese Echos verwandelt Nina Šenk in ›Echo II‹ in ein rhythmisches Muster, das als Herzschlagimitation Symbol für die Verwundbarkeit des Lebens wird. Als »eine Art Flötenkonzert« hat Bruno Mantovani seine ›Love Songs‹ bezeichnet. Das Orchester ist dabei in zwei Gruppen geteilt, wodurch ein Stereoklang entsteht. Die Flöte steht als Soloinstrument dazwischen: »Wenn die Flöte ein Schmuckstück ist, ist das Orchester das aufgeklappte Etui, in dem dieser Schmuck liegt«, so der Komponist. In seinem Konzert für Posaune und Orchester vertraut Georg Friedrich Haas ganz auf das historische Vokabular des Soloinstruments. Nach einem vierteltönig schattierten tonalen Harmoniezitat und melodischer Emotionalität mündet das Werk in eine Kantabilität auf der Basis mikrotonaler Melodik. Der Titel des Orchesterwerks ›woher … wohin‹ von Mark Andre verweist auf ein Zitat aus dem Johannes-Evangelium: »Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt. So ist ein jeder, der aus dem Geist geboren ist.« Die sieben Miniaturen, aus denen das Werk besteht, sind »eine Musik des Entschwindens«, ein »Einverleiben der kompositorischen Zwischenräume des Entschwindens.«

Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin ist ein Ensemble der

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