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Sa 11. November 2017
20 Uhr Philharmonie Berlin, Großer Saal

Eduardo Strausser

Isabelle Faust Violine

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Johann Sebastian Bach
Orchestersuite Nr. 4 D-Dur BWV 1069  
Robert Schumann
Violinkonzert d-Moll  
Wolfgang Amadeus Mozart
Symphonie Nr. 41 C-Dur ›Jupiter‹  

Robin Ticciati musste seine Mitwirkung an den Konzerten am 10. und 11. November bedauerlicherweise krankheitsbedingt äußerst kurzfristig absagen. Wir danken Eduardo Strausser sehr herzlich für die Übernahme des unveränderten Programms.

 

Zum Programm

Robert Schumanns d-Moll-Violinkonzert, das sich viele Jahre gegen unlautere Vereinnahmung und unfaire Beurteilung wehren musste, hatte eine Rehabilitierung lange nötig. 1853, nur wenige Monate vor der psychischen Krise und der Einweisung in die Endenicher Heilanstalt des Komponisten entworfen, galt dieses letzte Orchesterwerk Schumanns Vielen als vom geistigen Verfall seines Urhebers gekennzeichnet und zudem als allzu anspruchsvoll. Selbst der Geiger Joseph Joachim, der den Impuls zur Komposition gab, konnte sich den virtuosen Solopart erst Jahre nach Schumanns Tod erarbeiten. Zur Premiere brachte er das Konzert dennoch nicht; seine Nachkommen untersagten sogar jegliche Aufführung für 100 Jahre. Dass das Werk dann doch bereits 1937 erklang, ist keiner glücklichen Fügung zu verdanken. Nachdem die Nationalsozialisten Felix Mendelssohn Bartholdys beliebtes Violinkonzert aufgrund antisemitischer Ressentiments verboten hatten, suchten sie in dem vergessen Werk des Zwickauer Komponisten einen »ehrenvollen« Ersatz. So kam es, dass das d-Moll-Konzert mit seiner düster-pompösen Eröffnung, den lyrischen wie träumerischen Themen und tänzerischen Charakter vor NSDAP-Funktionären anlässlich der Jahrestagung der Reichskulturkammer in einer anonymisierten Bearbeitung von Paul Hindemith uraufgeführt wurde. Erst Monate später konnte Yehudi Menuhin, der bereits zuvor sein Interesse an dem Fundstück bekundet hatte, allerdings keine Aufführungsrechte erhielt, die erste Einspielung des Konzerts realisieren. Schumanns Vermächtnis nähert sich Robin Ticciati in seinen ersten Konzerten im November aus historischer Perspektive: Johann Sebastian Bachs Vierte Orchestersuite eröffnet den Abend mit barocker Pracht, stilisierten französischen Hoftänzen und feierlichem Glanz. Wolfgang Amadeus Mozarts Symphonie Nr. 41, der sein Londoner Impresario Johann Peter Salomon später den Namen ›Jupiter‹ verlieh, verbindet in einzigartiger Meisterschaft hochvirtuose Kontrapunkttechnik mit musikalischer Heiterkeit und erhabenem Gestus.

  • Eduardo Strausser Dirigent

    Foto: Charles Brooks

    Eduardo Strausser | DirigentEduardo Strausser
    Isabelle Faust | ViolineIsabelle Faust

    Eduardo Strausser Dirigent

    Eduardo Strausser wurde 1985 in São Paulo geboren. Während seines Studiums an der Zürcher Hochschule der Künste arbeitete er eng mit dem Komponisten Karlheinz Stockhausen zusammen. Er nahm an Meisterkursen von Bernard Haitink und David Zinman in der Schweiz und Kurt Masur in New York teil. Von 2012 bis 2014 war Strausser Musikdirektor des Orchestervereins Wiedikon und des Kammerorchesters Kloten in Zürich. Er stand u. a. am Pult der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz, des Kammerorchesters ›Festival Strings Lucerne‹, des Kurpfälzischen Kammerorchesters Mannheim, des Berner Symphonieorchesters und der Berliner Camerata. Weitere Engagements führten ihn in jüngster Vergangenheit zu den Philharmonischen Orchestern von Tampere und Luxemburg, zum Bilkent Sinfonieorchester in die Türkei und zum Oulu Symphony Orchestra nach Finnland. Von 2014 bis 2016 war er Resident Conductor am Theatro Municipal de São Paulo, wo er mit großem Erfolg Wagners ›Lohengrin‹ dirigierte. Zudem leitete er dort Aufführungen von Strauss' ›Elektra‹, Gomes' ›Fosca‹, Tschaikowskis Ballett ›Der Nussknacker‹ sowie eine symphonische Konzertreihe. 2016 dirigierte der junge Brasilianer Mozarts ›Zauberflöte‹ bei der Meininger Hofkapelle und Puccinis ›La Bohème‹ am Theatro Municipal do Rio de Janeiro.

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