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So 29. Oktober 2017
20 Uhr Philharmonie Berlin, Großer Saal

Rafael Payare

Christiane Karg Sopran

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Dmitri Schostakowitsch
Symphonie Nr. 10 e-Moll  
Maurice Ravel
›Shéhérazade‹ für Sopran und Orchester  
Claude Debussy
›L’isle joyeuse‹, bearbeitet für großes Orchester von Bernardino Molinari  
Benjamin Britten
›Quatre chansons françaises‹ für Sopran und Orchester  

18.55 Uhr Einführung mit Habakuk Traber

 

Zum Programm

Für ihre zuletzt erschienene CD-Einspielung ließ sich die gefragte Sopranistin Christiane Karg von französischen Gedichten der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts inspirieren. Zwei der Werke ihrer Auswahl bringt sie nun auch mit dem DSO in der Berliner Philharmonie zu Gehör: Maurice Ravels orchestralen Liederzyklus ›Shéhérazade‹ und Benjamin Brittens ›Quatre chansons françaises‹. Mit hochtrabenden Plänen zu einer Oper aus ›Tausendundeine Nacht‹ nach Texten des Schriftstellers Tristan Klingsor trug sich Ravel bereits 1898. Schließlich veröffentlichte er jedoch lediglich drei Lieder; ›Asie‹, ›La flûte enchantée‹ und ›L’indifférent‹, so die Titel, führen in eine orientalisch anmutende Klangwelt und erzählen Geschichten voller Exotik, Liebe, Leidenschaft und Sinnlichkeit. Unschuldiger geht es in Brittens ›Französischen Liedern‹ zu. Obwohl erst kurz vor dem 15. Geburtstag des englischen Komponisten entstanden, lässt die musikalische Gestaltung der Lieder nach Texten von Victor Hugo und Paul Verlaine den Einfluss von Vorbildern wie Richard Wagner, Alban Berg und Claude Debussy erkennen – und weist an einigen Stellen bereits auf den späteren Opernkomponisten voraus. Auch Debussy selbst hatte sich in zahlreichen Werken den Versen Verlaines und insbesondere dessen ›Fêtes galantes‹ zugewandt. In diesem Kosmos ist auch sein Klavierwerk ›L’isle joyeuse‹ (Die fröhliche Insel) von 1904 angesiedelt, das hier als Orchesterfassung erklingt und mit seinen Trillern, Kadenzen, Kantilenen, Trompetenrufen und musikalischen Arabesken unmittelbar dem Commedia-dell’arte-Setting der Gemälde Antoine Watteaus entsprungen zu sein scheint. Dmitri Schostakowitschs Symphonie Nr. 10 entstand als erste symphonisch-musikalische Äußerung des Komponisten nach acht schweigsamen Jahren innerhalb weniger Monate 1953. Lange Zeit hatte Schostakowitsch seit der Veröffentlichung des berüchtigten ›Prawda‹-Artikels unter Repressalien gelitten – das nachdenkliche Werk mit seinen grüblerischen Motiven und Trauergestus im ersten Satz wurde daher oft als persönliche Aufarbeitung des Stalinismus gedeutet. So ungewiss wie die Zukunft der Sowjetunion nach Stalins Tod im selben Jahr erscheint auch das Ende der Symphonie: Dessen Fröhlichkeit wirkt aufgesetzt, die Sorglosigkeit brüchig.

  • Rafael Payare Dirigent

    Foto: no credit

    Rafael Payare | DirigentRafael Payare
    Christiane Karg | SopranChristiane Karg

    Rafael Payare Dirigent

    Rafael Payare, geboren 1980 in Venezuela und Schüler des Ausbildungsprogramms El Sistema, war als Solo-Hornist langjähriges Mitglied im Simón Bolívar Symphony Orchestra of Venezuela. Nach seinem Dirigierstudium arbeitete er als Assistenz-Dirigent mit Claudio Abbado, Daniel Barenboim und Gustavo Dudamel zusammen. 2012 gewann er den Ersten Preis beim Malko-Wettbewerb für junge Dirigenten und wurde kurz darauf von Lorin Maazel eingeladen, bei dessen Castleton Festival in Virginia zu dirigieren, wo er mittlerweile zum Principal Conductor ernannt wurde. Der polnische Komponist Krzysztof Penderecki lud den Südamerikaner ein, im Rahmen der Konzerte anlässlich seines 80. Geburtstages 2013 in Warschau zu dirigieren – neben Dirigenten wie Valery Gergiev, Charles Dutoit, Leonard Slatkin und Jiří Bĕlohlávek. Seit September 2014 ist Rafael Payare Chefdirigent des Ulster Orchestra.

    Inzwischen einer der gefragtesten Dirigenten seiner Generation, gab Rafael Payare in jüngerer Zeit seine Debüts bei den Wiener und Münchener Philharmonikern, dem London Symphony Orchestra und dem Chicago Symphony Orchestra. Weitere Höhepunkte waren Konzerte mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra, dem Seoul Philharmonic, dem Oslo Philharmonic, den Göteborger Symphonikern, der Accademia Nazionale di Santa Cecilia, dem Mahler Chamber Orchestra, dem NHK Symphony Orchestra und dem Royal Stockholm Philharmonic, sowie die Gastspiele mit dem Rotterdam Philharmonic im Royal Concertgebouw Amsterdam. Gemeinsam mit dem Geiger Frank Peter Zimmerman und den Münchner Philharmoniker gastierte er zudem im Londoner Southbank Centre.

    Nach seinem erfolgreichen Debüt als Operndirigent mit Puccinis ›Madame Butterfly‹ an der Royal Swedish Opera kehrte er unlängst für eine ›La Bohème‹-Produktion nach Stockholm zurück.

    Rafael Payare arbeitet mit Solisten wie Jean-Yves Thibaudet, Nikolai Lugansky, Alisa Weilerstein, Elisabeth Leonskaja, Sergey Khachatryan, Jonathan Biss und Alexander Melnikov zusammen.

    Der junge Venezolaner lebt in Caracas und Berlin.

Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin ist ein Ensemble der

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