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Di 03. Oktober 2017
20 Uhr Philharmonie Berlin, Großer Saal

Robin Ticciati

Alina Ibragimova Violine

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Hector Berlioz
Konzertouvertüre ›King Lear‹  
Jörg Widmann
Violinkonzert  
César Franck
Vier Fragmente aus dem Symphonischen Poem ›Psyché‹  
Maurice Ravel
›Daphnis et Chloé‹ Ballettsuite Nr. 2  

18.55 Uhr Einführung mit Habakuk Traber

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Zum Programm

Das zweite Konzert seiner ersten Saison als Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des DSO widmet Robin Ticciati musikalisch Erzähltem und Erzählern. Hector Berlioz’ Shakespeare-Begeisterung war spätestens seit 1827 entflammt, als er der ›Hamlet‹-Darbietung einer britischen Theatergruppe in Paris beiwohnte und sich unsterblich in die Ophelia-Darstellerin, seine spätere Ehefrau Harriet Smithson, verliebte. Die lebenslange Leidenschaft für die Shakespear’schen Tragödien hielt jedoch schon vor seiner Heirat Einzug in seine Werke: Das Konzertouvertüre zu ›King Lear‹ entstand bereits im Frühjahr 1831, als Berlioz zwei Monate sinnierend und komponierend in Nizza weilte; sie kann als Zusammenfassung des Dramas samt musikalischer Charakterisierung ihrer Protagonisten gelesen werden. Mit »schönheitstrunken, schwärmerisch« überzeichnete der Komponist und Klarinettist Jörg Widmann den Beginn seines halbstündigen Violinkonzerts von 2007. Der kantable Grundcharakter wird in belebteren Passagen kaum verlassen, virtuose Brillanz wechselt einträchtig mit schwelgerischem Orchesterklang. Als »eine einzige, große Arie« bezeichnete der Uraufführungs-Solist des Konzerts, Christian Tetzlaff, einst das Werk, denn schließlich sei der Geiger dabei »Sänger und Erzähler in einem«. Mit seinem Symphonischen Poem ›Psyché‹ widmet sich César Franck der mythischen Romanze zwischen Amor, dem unsterblichen Gott, und Psyche, der sterblichen Königstochter. Aus der umfangreichen Tondichtung extrahierte der Komponist selbst eine viersätzige Suite für den Konzertsaal; sie beschreibt den Schlaf Psyches, ihre Entführung in die Gärten des Eros sowie die schlussendliche Vereinigung der Liebenden in eindrücklicher Weise. Einer anderen literarischen Liebesgeschichte, derer von Daphnis und Chloe aus dem spätantiken Griechenland, wandte sich Maurice Ravel auf Anregung von Sergej Diaghilew, dem Direktor der Pariser Ballets Russes zu. Zwei Suiten aus der Ballettmusik entstanden als Symphonische Fragmente, wobei die zweite sich bis heute größter Beliebtheit erfreut.

  • Robin Ticciati Dirigent

    Foto: Fabian Frinzel und Ayzit Bostan

    Robin Ticciati | DirigentRobin Ticciati
    Alina Ibragimova | ViolineAlina Ibragimova

    Robin Ticciati Dirigent

    Robin Ticciati ist seit der Saison 2009 | 2010 Chefdirigent des Scottish Chamber Orchestra und seit Sommer 2014 Musikdirektor der Glyndebourne Festival Opera. Mit Beginn der Spielzeit 2017 | 2018 tritt er sein Amt als Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Deutschen Symphonie-Orchester Berlin für zunächst fünf Jahre an.

    In der aktuellen und der kommenden Spielzeit kehrt der 34-jährige Engländer u. a. zum Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Chamber Orchestra of Europe, der Staatskapelle Dresden, dem NDR Elbphilharmonie Orchester, den Wiener Symphonikern, dem Schwedischen Radio-Symphonie-Orchester, dem Budapest Festival Orchestra, dem London Symphony Orchestra, dem Orchestre National de France und der Tschechischen Philharmonie zurück. Im November 2016 tourte er mit dem London Philharmonic Orchestra und Anne-Sophie Mutter mit Konzerten im Wiener Musikverein, der Berliner Philharmonie, dem Münchener Gasteig und dem Pariser Théâtre des Champs-Élysées. In der Spielzeit 2014|2015 leitete Robin Ticciati eine Europatournee des Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam und war am Wiener Konzerthaus im Rahmen einer Residenz mit dem Concertgebouw Orchestra, dem London Symphony Orchestra, dem Scottish Chamber Orchestra und den Wiener Symphonikern zu erleben. Von 2010 bis 2013 war er Erster Gastdirigent der Bamberger Symphoniker.

    Während seiner ersten beiden Spielzeiten als Musikdirektor des Glyndebourne Festival leitete Robin Ticciati Neuproduktionen von Strauss' ›Der Rosenkavalier‹ und Mozarts ›La finta giardiniera‹, Mozarts ›Entführung aus dem Serail‹ und eine Wiederaufnahme des Ravel-Doppelabends mit ›L'heure espagnole‹ und ›L'enfant et les sortilèges‹. In der aktuellen Spielzeit steht er in einer Neuproduktion von Mozarts ›La clemenza di Tito‹ (Regie: Claus Guth) am Pult des Orchestra of the Age of Enlightenment. Neben Glyndebourne dirigierte Robin Ticciati in der jüngeren Vergangenheit Brittens ›Peter Grimes‹ an der Mailänder Scala, Mozarts ›Le nozze di Figaro‹ bei den Salzburger Festspielen, Tschaikowskys ›Eugen Onegin‹ am Royal Opera House in London und sein Debüt an der Metropolitan Opera in New York mit Humperdincks ›Hänsel und Gretel‹. Im März 2017 kehrte er erfolgreich mit Tschaikowskys ›Eugen Onegin‹ an die Met zurück.

    In seiner achten Spielzeit als Chefdirigent des Scottish Chamber Orchestra (SCO) legte Robin Ticciati Schwerpunkte auf zeitgenössische Komponisten sowie auf Werke von Bruckner, Mozart und Strauss. In der Saison 2017|2018 steht das OEuvre Dvořáks im Fokus der Programmgestaltung. Gastspielreisen führten ihn mit dem SCO durch Europa und nach Asien sowie zum Edinburgh International Festival. Die gemeinsamen, bei Linn Records erschienenen Einspielungen – Symphonien von Haydn, zwei Berlioz-Alben und eine Gesamteinspielung der Schumann-Symphonien – wurden mehrfach ausgezeichnet und von der Kritik begeistert aufgenommen. Ebenfalls bei Linn Records legen Robin Ticciati und das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin im September 2017 ihre Debüt-CD mit Werken von Debussy und Fauré vor.

    Ticciatis Diskographie umfasst außerdem Berlioz' ›L'enfance du Christ‹ mit dem Swedish Radio Symphony Orchestra (Linn Records), Dvořáks Neunte Symphonie, Bruckners f-Moll-Messe und eine Brahms-Einspielung mit den Bamberger Symphonikern und dem Chor des Bayerischen Rundfunks (Tudor) sowie etliche Opern-Aufnahmen für Opus Arte und dem Hauslabel des Glyndebourne Festivals.

    Robin Ticciati wurde in London geboren und zunächst als Violinist, Pianist und Schlagzeuger ausgebildet. Er spielte im National Youth Orchestra of Great Britain, bis er sich im Alter von 15 Jahren dem Dirigieren zuwandte. Zu seinen Mentoren und Förderern gehören Sir Colin Davis und Sir Simon Rattle. 2014 wurde er von der Royal Academy of Music in London zum ›Sir Colin Davis Fellow of Conducting‹ ernannt.

Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin ist ein Ensemble der

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