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Di 26. September 2017
20 Uhr Philharmonie Berlin, Großer Saal

Konzert zum Amtsantritt als Chefdirigent des DSO

Robin Ticciati

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Jean-Féry Rebel
›Les éléments‹  
Thomas Larcher
Symphonie Nr. 2 ›Kenotaph‹ (Deutsche Erstaufführung)  
Richard Strauss
›Also sprach Zarathustra‹  

18.55 Uhr Einführung mit Habakuk Traber

 

Zum Programm

Rebel, Larcher und Richard Strauss – mit einer durchdachten wie ungewöhnlichen Programmkonstellation tritt Robin Ticciati sein Amt als neuer Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des DSO an. Jean-Féry Rebels Ballett-Pantomime ›Les Éléments‹, zwischen 1737 und 1738 als letztes Werk des betagten Pariser Hofkomponisten entstanden, stellt noch vor Haydn die wohl eindrücklichste Vertonung der Schöpfung dar. Sämtliche Noten der d-Moll-Skala beherbergt etwa der Anfangsakkord des ›Chaos‹; erst nach und nach treten die vier Elemente deutlicher hervor: Dabei beschreiben die Bässe die Erde, die singenden Linien der Flöten den Lauf des Wassers, die Piccoloflöten die Luft und die schnellen Figuren der Violinen die Aktivität des Feuers. Das menschgemachte Chaos reflektiert hingegen der Tiroler Gegenwartskomponist Thomas Larcher in seiner Zweiten Symphonie, die mit dem Untertitel ›Kenotaph‹ »Gräber für verlorene und vergessene Seelen« in Musik setzen soll. Themen wie Krieg und Migration verarbeitet er dabei in unterschiedlichster Klanggestalt. Dazu möchte er »die Formen unserer musikalischen Vergangenheit im Kontext unserer heutigen (musikalischen und menschlichen) Erfahrungen erkunden«, so Larcher. »Dieses Stück handelt viel von den unterschiedlichen Formen von Energie: gebündelt, gestreut, ausgeglichen, kinetisch oder wütend.« Robin Ticciati setzt die Komposition von 2016, die vom DSO erstmals in Deutschland aufgeführt wird, in Dialog mit einem weiteren hochsymbolhaften Werk des frühen 20. Jahrhunderts: Richard Strauss‘ Tondichtung ›Also sprach Zarathustra‹ referiert auf den Kosmos Nietzsches, bindet dessen Vorstellungen von Natur und Individuum in den musikalischen Gedanken und Assoziationen des Hofkapellmeisters.

  • Robin Ticciati Dirigent

    Foto: Fabian Frinzel und Ayzit Bostan

    Robin Ticciati | DirigentRobin Ticciati

    Robin Ticciati Dirigent

    Robin Ticciati ist seit der Saison 2009|2010 Chefdirigent des Scottish Chamber Orchestra und seit Sommer 2014 Musikdirektor der Glyndebourne Festival Opera. Mit Beginn der Spielzeit 2017|2018 hat er sein Amt als Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Deutschen Symphonie-Orchester Berlin für zunächst fünf Jahre angetreten.

    In der aktuellen und der kommenden Spielzeit kehrt der 34-jährige Engländer u. a. zum Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Chamber Orchestra of Europe, der Staatskapelle Dresden, dem NDR Elbphilharmonie Orchester, den Wiener Symphonikern, dem Schwedischen Radio-Symphonie-Orchester, dem Budapest Festival Orchestra, dem London Symphony Orchestra, dem Orchestre National de France und der Tschechischen Philharmonie zurück. Im November 2016 tourte er mit dem London Philharmonic Orchestra und Anne-Sophie Mutter mit Konzerten im Wiener Musikverein, der Berliner Philharmonie, dem Münchener Gasteig und dem Pariser Théâtre des Champs-Élysées. In der Spielzeit 2014|2015 leitete Robin Ticciati eine Europatournee des Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam und war am Wiener Konzerthaus im Rahmen einer Residenz mit dem Concertgebouw Orchestra, dem London Symphony Orchestra, dem Scottish Chamber Orchestra und den Wiener Symphonikern zu erleben. Von 2010 bis 2013 war er Erster Gastdirigent der Bamberger Symphoniker.

    Während seiner ersten beiden Spielzeiten als Musikdirektor des Glyndebourne Festival leitete Robin Ticciati Neuproduktionen von Strauss' ›Der Rosenkavalier‹ und Mozarts ›La finta giardiniera‹, Mozarts ›Entführung aus dem Serail‹ und eine Wiederaufnahme des Ravel-Doppelabends mit ›L'heure espagnole‹ und ›L'enfant et les sortilèges‹. In der aktuellen Spielzeit steht er in einer Neuproduktion von Mozarts ›La clemenza di Tito‹ (Regie: Claus Guth) am Pult des Orchestra of the Age of Enlightenment. Neben Glyndebourne dirigierte Robin Ticciati in der jüngeren Vergangenheit Brittens ›Peter Grimes‹ an der Mailänder Scala, Mozarts ›Le nozze di Figaro‹ bei den Salzburger Festspielen, Tschaikowskys ›Eugen Onegin‹ am Royal Opera House in London und sein Debüt an der Metropolitan Opera in New York mit Humperdincks ›Hänsel und Gretel‹. Im März 2017 kehrte er erfolgreich mit Tschaikowskys ›Eugen Onegin‹ an die Met zurück.

    In seiner achten Spielzeit als Chefdirigent des Scottish Chamber Orchestra (SCO) legte Robin Ticciati Schwerpunkte auf zeitgenössische Komponisten sowie auf Werke von Bruckner, Mozart und Strauss. In der Saison 2017|2018 steht das Œuvre Dvořáks im Fokus der Programmgestaltung. Gastspielreisen führten ihn mit dem SCO durch Europa und nach Asien sowie zum Edinburgh International Festival. Die gemeinsamen, bei Linn Records erschienenen Einspielungen – Symphonien von Haydn, zwei Berlioz-Alben und eine Gesamteinspielung der Schumann-Symphonien – wurden mehrfach ausgezeichnet und von der Kritik begeistert aufgenommen. Ebenfalls bei Linn Records legen Robin Ticciati und das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin im September 2017 ihre Debüt-CD mit Werken von Debussy und Fauré vor.
    Ticciatis Diskographie umfasst außerdem Berlioz' ›L'enfance du Christ‹ mit dem Swedish Radio Symphony Orchestra (Linn Records), Dvořáks Neunte Symphonie, Bruckners f-Moll-Messe und eine Brahms-Einspielung mit den Bamberger Symphonikern und dem Chor des Bayerischen Rundfunks (Tudor) sowie etliche Opern-Aufnahmen für Opus Arte und dem Hauslabel des Glyndebourne Festivals.

    Robin Ticciati wurde in London geboren und zunächst als Violinist, Pianist und Schlagzeuger ausgebildet. Er spielte im National Youth Orchestra of Great Britain, bis er sich im Alter von 15 Jahren dem Dirigieren zuwandte. Zu seinen Mentoren und Förderern gehören Sir Colin Davis und Sir Simon Rattle. 2014 wurde er von der Royal Academy of Music in London zum ›Sir Colin Davis Fellow of Conducting‹ ernannt.

    Stand: September 2017

Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin ist ein Ensemble der

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