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So 28. Mai 2017
20 Uhr Philharmonie Berlin

Christoph Eschenbach

Christian Tetzlaff Violine

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Philipp Maintz
›hängende gärten‹ (UA – Auftragswerk des DSO)  
Béla Bartók
Violinkonzert Nr. 2  
Johannes Brahms
Symphonie Nr. 2 D-Dur  

18.55 Uhr Einführung mit Habakuk Traber

Aktueller Hinweis:
Leonidas Kavakos musste seine Mitwirkung am Konzert aufgrund eines Trauerfalls im engsten Familienkreis bedauerlicherweise absagen. Wir danken Christian Tetzlaff sehr herzlich für seine kurzfristige Übernahme.

 

Zum Programm

Béla Bartóks Zweites Violinkonzert sah der ungarische Komponist selbst wohl als sein einziges an: Als er im Herbst 1938 seine Arbeit an dem Solo-Werk für seinen guten Freund, Auftraggeber und Violinvirtuosen Zoltán Székely vollendete, titulierte er es simpel als »Violinkonzert«. Sein erstes, dreißig Jahre zuvor entstandenes Jungendstück schien er dabei vergessen zu haben: Erst weit nach seinem Tod wurde es in Basel uraufgeführt. Das Violinkonzert Nr. 2 hörte Bartók 1943 in der New Yorker Carnegie Hall seines US-amerikanischen Exils zum ersten und einzigen Mal – vier Jahre nach der Weltpremiere am 23. März 1939 in Amsterdam mit dem Royal Concertgebouw Orchestra unter Willem Mengelberg. Ursprünglich als Thema mit Variationen erdacht, bestimmt dieses Gestaltungsprinzip in verschiedenen Facetten den ausgedehnten träumerischen Largo-Mittelsatz. Eröffnet wird das kantable wie hochvirtuose Stück im Kopfsatz von fortschreitenden, gezupften Harfenakkorden, bevor schließlich die Solo-Violine die von Synkopen durchsetzte, volksmusikalisch anmutende Melodie entwickelt. Johannes Brahms‘ Zweite Symphonie entstand hauptsächlich 1877 in seiner Sommerfrische am Wörthersee. Heiter, freundlich und klangvoll erschien sie schließlich auch den Zeitgenossen, obwohl Brahms selbst sie gegenüber seinem Verleger als »melancholisch« beschrieb. Bis heute gilt sie dennoch als die erfolgreichste seiner Symphonien. Erst im Januar spielte das DSO Philipp Maintz‘ ›tríptico vertical‹ im Rahmen des Ultraschall-Festivals; nun bringen die Musikerinnen und Musiker ein neues Werk des in Berlin lebenden Komponisten zur Uraufführung. Die Inspiration dafür fand der gebürtige Aachener wohl in einem der sieben Weltwunder des Altertums: ›hängende Gärten‹ ist der Titel seines neues Orchesterstücks, das zum Auftakt des Konzertabends erstmals erklingt.

  • Christoph Eschenbach Dirigent

    Foto: Eric Brissaud

    Christoph Eschenbach | DirigentChristoph Eschenbach
    Christian Tetzlaff | ViolineChristian Tetzlaff

    Christoph Eschenbach Dirigent

    Geboren in Breslau, studierte Christoph Eschenbach Klavier bei Eliza Hansen in Hamburg und wurde schon in jungen Jahren mehrfach ausgezeichnet. Der Erste Preis beim Clara Haskil Wettbewerb in Luzern markierte den Beginn seiner internationalen Karriere als Pianist. Ab 1972 wandte er sich nach einem Studium am Hamburger Konservatorium zunehmend dem Dirigieren zu und debütierte 1975 beim San Francisco Symphony Orchestra. Weltweite Anerkennung erhielt er seitdem nicht nur als Dirigent, Pianist und künstlerischer Partner, sondern auch als Förderer junger Talente.

    Nach Stationen als Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Züricher Tonhalle-Orchesters, des Houston und des NDR Sinfonieorchesters, des Orchestre de Paris und des Philadelphia Orchestra ist Christoph Eschenbach seit 2010 in Personalunion Leiter des Kennedy Center for the Performing Arts und des National Symphony Orchestra in Washington, D.C. Darüber hinaus führen ihn Gastdirigate regelmäßig zu Orchestern wie den Wiener und New Yorker Philharmonikern, dem Leipziger Gewandhausorchester, dem Los Angeles Symphony und London Philharmonic Orchestra.

    Zu den Orchestern, mit denen sich Christoph Eschenbach auch freundschaftlich verbunden fühlt, gehört das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin. Neben regelmäßigen Konzerten sind gemeinsame CD-Einspielungen entstanden, zuletzt Brahms' Klavierkonzerte mit Tzimon Barto als Solisten. Zu den preisgekrönten Veröffentlichungen gehören auch Aufnahmen mit dem Orchestre de Paris, dem NDR Sinfonieorchester und dem Philadelphia Orchestra. Darüber hinaus umfasst die umfangreiche Diskografie zahlreiche Einspielungen mit Christoph Eschenbach als Pianisten, u. a. in dem erfolgreichen Duo mit dem Bariton Matthias Goerne.

    Christoph Eschenbach ist Ritter der ›Légion d'Honneur‹, Offizier des französischen Nationalverdienstordens, Commandeur des ›Ordre des Arts et des Lettres‹ und Gewinner des Leonard Bernstein Award. Für seine künstlerischen Leistungen hat der Träger des Bundesverdienstkreuzes 2015 den Siemens-Musikpreis erhalten.

Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin ist ein Ensemble der

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