10

Mi 10. Mai 2017
20 Uhr Philharmonie Berlin

Vladimir Ashkenazy

Truls Mørk Violoncello

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Nikolai Mjaskowski
Violoncellokonzert c-Moll  
Dmitri Schostakowitsch
Symphonie Nr. 8 c-Moll  

18.55 Uhr Einführung mit Habakuk Traber

 

Zum Programm

Im Sommer 1943 schrieb Dmitri Schostakowitsch in nur 40 Tagen seine Achte Symphonie. Inmitten der Wirren und Schrecken des Zweiten Weltkriegs, aber bereits zu einem Zeitpunkt der leisen Hoffnung auf ein baldiges Ende aufgrund erster entscheidender Erfolge der Roten Armee komponiert, kann sie als unmittelbares musikalisches Zeugnis der Kriegszeit gelten. Programmatisch konzipiert Schostakowitsch sein Opus 65 vor allem rund um das Leid der sowjetischen Bevölkerung; ausgedehnten Passagen überwiegend düster-tragischen Charakters fügt er dabei Momente friedlich-hoffnungsvoller Ausprägung hinzu. Im Entstehungsjahr von Schostakowitschs Achter war Vladimir Ashkenazy, Chefdirigent des DSO von 1989 bis 1999, gerade mit seiner Familie nach Moskau umgezogen. Im ersten seiner zwei Konzertprogramme, die er nun im Mai mit seinem ehemaligen Orchester gestaltet, kombiniert er die eindringliche Tonsprache seiner Schostakowitsch-Interpretationen mit dem eher selten zu hörenden, einzigen Violoncellokonzert Nikolai Mjaskowskis. In seinem Heimatland machte sich Mjaskowski vor allem als Komponist zahlreicher Symphonien sowie als Lehrer u. a. von Aram Chatschaturjan einen Namen. Das zweisätzige, vorwiegend lyrisch gehaltene, teils melancholische Violoncellokonzert entstand 1944 nach seiner Rückkehr nach Moskau aus dem Kaukasus, wo er sich während der Evakuierung der sowjetischen Hauptstadt aufgehaltenen hatte. Im Gegensatz zu Schostakowitschs im Jahr zuvor uraufgeführter Symphonie schließt Mjaskowskis Konzert mit einem friedvollen Ende.

  • Vladimir Ashkenazy Dirigent

    Foto: Keith Saunders

    Vladimir Ashkenazy | DirigentVladimir Ashkenazy
    Truls Mørk | VioloncelloTruls Mørk

    Vladimir Ashkenazy Dirigent

    Vladimir Ashkenazy war von 1989 bis 1998 Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin. Der Ausnahmekünstler verbindet eine erfolgreiche Karriere als Dirigent und als einer der bedeutendsten Pianisten des 20. Jahrhunderts. Der internationale Durchbruch gelang dem gebürtigen Russen, als er 1955 Erster Preisträger beim Warschauer Chopin-Wettbewerb wurde. Kurz darauf folgte der Erste Preis beim Königin-Elisabeth-Wettbewerb in Brüssel.

    Im Laufe seiner über 30-jährigen Dirigentenlaufbahn hat Vladimir Ashkenazy bedeutende Orchester auf der ganzen Welt dirigiert. Zuletzt war er bis 2013 als Generalmusikdirektor und Künstlerischer Leiter des Sydney Symphony Orchestra tätig und hatte die Leitung des European Union Youth Orchestra inne. Seit 2000 ist er Ehrendirigent des Philharmonia Orchestra, mit dem er solch aufsehenerregende Projekte wie ›Prokofiev and Shostakovich Under Stalin‹ sowie ›Rachmaninoff Revisited‹ in China und Korea verwirklichte. Die Position des Ehrendirigenten hält er auch beim Iceland Symphony Orchestra sowie beim NHK Symphony Orchestra und ist dem Orchestra della Svizzera Italiana als Erster Gastdirigent verbunden. Eine besonders enge Zusammenarbeit pflegt Vladimir Ashkenazy mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin sowie dem Cleveland Orchestra, dessen Erster Gastdirigent er war.

    Während das Dirigieren den Hauptteil seiner Aktivitäten bildet, widmet sich der Pianist mit Leidenschaft dem Klavier. Seine umfangreiche Diskographie bereicherte er u. a. mit Einspielungen der Präludien und Fugen von Schostakowitsch, die 1999 mit dem Grammy Award ausgezeichnet wurden, Bachs ›Wohltemperiertem Klavier‹, Rachmaninows Transkriptionen und Solowerke für Klavier sowie Beethovens ›Diabelli‹-Variationen. Im Frühjahr 2013 erschien beim Label Decca eine 50 CDs umfassende Jubiläums-Ausgabe aus Anlass der 50-jährigen Zusammenarbeit mit dem Pianisten.

Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin ist ein Ensemble der

Gesellschafter: