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So 30. April 2017
20 Uhr Philharmonie Berlin

Sir Andrew Davis

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Gustav Mahler
Symphonie Nr. 7 e-Moll  

18.55 Uhr Einführung mit Habakuk Traber

 

Zum Programm

Gustav Mahlers Siebte beschließt die Trias der rein instrumentalen Symphonien des Wiener Hofoperndirektors. Doch ist sie im Vergleich etwa zu ihrer Vorgängerin, der »tragischen« Sechsten, facettenreicher. Schon den Aufbau seines Werkes gestaltete Mahler äußerst symmetrisch: Nach der an Vorheriges erinnernden Einleitung des ersten Satzes umschließen zwei »Nachtmusiken« das »schattenhafte« Scherzo im Zentrum der fünfsätzigen Symphonie, die mit einem überschwänglich jubelnden Rondo-Finale gekrönt wird. Als Werk »vorwiegend heiteren, humoristischen Inhalts« pries der Komponist die Siebte im Dezember 1907 seinem Leipziger Verleger an. Den freudvollen Charakter entfaltet Mahler jedoch am ehesten im letzten Satz; davor lässt er – ganz im Sinne einer Dramaturgie »vom Dunkel ins Licht« – eine hochromantische Szenerie entstehen. Bereits im Sommer 1904 komponierte er die beiden »Nachtmusiken«, deren musikalische Gestaltung mit echohaften Hornrufen, Naturlauten und Herdenglocken einerseits sowie mit serenadenähnlichen Passagen und der Besetzung mit Gitarre und Mandoline andererseits die für Mahler wichtigen Themen von Einsamkeit, Sehnsucht und Melancholie wachrufen. Nach langem Ringen mit der Inspiration vollendete er die Siebte Symphonie schließlich innerhalb von nur einem Monat im August 1905 in seinem Refugium am Wörthersee. Bis zur Uraufführung in Prag vergingen drei Jahre – eine Zeit, in der sich die persönlichen, beruflichen und familiären Umstände Mahlers zum Teil gravierend verändern sollten.

  • Sir Andrew Davis Dirigent

    Foto: Dario Acosta

    Sir Andrew Davis | DirigentSir Andrew Davis

    Sir Andrew Davis Dirigent

    Sir Andrew Davis wurde 1944 im englischen Hertfordshire geboren und studierte am King's College in Cambridge. Seit dem Jahr 2000 hat er die Positionen als Musikdirektor und Chefdirigent der Lyric Opera of Chicago inne und ist seit Januar 2013 zudem als Chefdirigent des Melbourne Symphony Orchestra tätig.

    Im Laufe seiner Karriere dirigierte er fast jedes bedeutende Orchester, vom Chicago Symphony Orchestra bis hin zu den Berliner Philharmonikern und dem Koninklijk Concertgebouworkest und war bei renommierten Opernhäusern und Festivals auf der ganzen Welt zu Gast, einschließlich der Metropolitan Opera, der Mailänder Scala und der Musica Bayreuth. Gemeinsam mit dem BBC Symphony Orchestra, das er über viele Jahre als Chefdirigent geprägt hat, konzertierte der Brite bei den Proms und ging auf Konzerttournee nach Hong Kong, Japan, in die USA und nach Europa. Weitere wichtige Positionen nahm er von 1975 bis 1988 als Künstlerischer Leiter des Toronto Symphony Orchestra ein und anschließend bis 2000 bei der Glyndebourne Festival Opera. Unlängst wurde er vom Royal Liverpool Philharmonic Orchestra mit dem Titel ›Conductor Emeritus‹ geehrt.

    Eine umfassende Diskographie dokumentiert die Breite seiner Arbeit. 2011 wurde er für seine Aufnahme der Ersten und Zweiten Symphonie von York Bowen für den Grammy nominiert. Mit dem Geiger James Ehnes und dem Londoner Philharmonia Orchestra veröffentlichte er bei Onyx Classics eine Aufnahme mit Elgars Violinkonzerten, welche den begehrten Gramophone Award in der Kategorie ›Concerto‹ gewann.

    1992 wurde Sir Andrew Davis für seine Verdienste um die britische Musik zum ›Commander of the British Empire‹ ernannt und wurde 1999 ›Knight Bachelor‹ in der ›New Year Honours List‹. 1991 erhielt er den ›Royal Philharmonic Society | Charles Heidsieck Music Award‹. Im Juni 2012 wurde ihm der Ehrendoktortitel der bildenden Künste vom Knox College in Galesburg | Illinois verliehen.

Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin ist ein Ensemble der

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