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Sa 01. April 2017
20 Uhr Philharmonie Berlin

Kent Nagano

Genia Kühmeier Sopran

Claudia Huckle Alt

Benjamin Bruns Tenor

Matthew Rose Bass

Till Fellner Klavier

Rundfunkchor Berlin

Philipp Ahmann Choreinstudierung

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Franz Schubert
Messe Nr. 5 As-Dur für Soli, Chor und Orchester 
Richard Strauss
›Metamorphosen‹ für 23 Solostreicher 
Ludwig van Beethoven
Fantasie c-Moll für Klavier, Chor und Orchester 

18.55 Uhr Einführung mit Habakuk Traber

In Zusammenarbeit mit dem Rundfunkchor Berlin

Restkarten an der Abendkasse.

 

Zum Programm

Eine enge Verbindung zur kirchenmusikalischen Praxis begleitete Franz Schubert von Kindheit an: So wurde er bereits in jungen Jahren als Chorknabe ausgebildet und sang ab 1808 im Chor der königlich-kaiserlichen Hofmusikkapelle in Wien. Auch später kehrte er mit seinem Schaffen stets zur liturgischen Tradition zurück und komponierte etwa mehrere kurze Messen. Deren Fünfte, die Schubert im November 1819 in Angriff nahm, sollte dabei eine repräsentativere Funktion innerhalb seines vokalen Œuvres einnehmen und ihm zugleich die Widmung an das Kaiserpaar ermöglichen. Musikalisch suchte er in der Verflechtung von Kirchentradition und symphonisch-konzertanten Stil mit der As-Dur-Messe nach neuen Ausdrucksformen – vielleicht auch in dem Bewusstsein, dass etwa zeitgleich Ludwig van Beethoven Ähnliches mit der Arbeit an seiner ›Missa solemnis‹ beabsichtigte? Beethoven jedenfalls hatte bereits Jahre zuvor damit begonnen, die Gattungsgrenzen zu überwinden. Seine »Chorfantasie« op. 80 für Klavier, Chor und Orchester von 1808 nimmt dabei die formale und musikalische Konzeption des Finales seiner Symphonie Nr. 9 teilweise vorweg: Auch diesem Konzertstück legt Beethoven die Melodie seines unveröffentlichten Liedes »Gegenliebe« zugrunde.
Als 1945 nicht nur ein Großteil der europäischen Städte, sondern auch vormals als sicher erschienenen moralischen und kulturellen Werte Deutschlands in Trümmern lagen, wandte sich Richard Strauss mit seinen ›Metamorphosen‹ 1945 in einer Art Rückgriff dem Wirken und Schaffen bedeutender deutscher Persönlichkeiten zu. Inspiration suchte und fand er einerseits bei Johann Wolfgang von Goethe; musikalisch referiert er auf Ludwig van Beethoven und besonders dessen Trauermarsch der »Eroica«. Für 23 Solostreicher – zehn Violinen, je fünf Bratschen und Celli sowie drei Kontrabässe – orchestriert, widmete Strauss sein letztes großes Orchesterwerk Paul Sacher und dessen Collegium Musicum in Zürich, die nach Kriegsende im Januar 1946 die Uraufführung realisierten.

  • Kent Nagano Dirigent

    Foto: Felix Broede

    Kent Nagano | DirigentKent Nagano
    Benjamin Bruns | TenorBenjamin Bruns
    Till Fellner | KlavierTill Fellner
    Claudia Huckle | AltClaudia Huckle
    Genia Kühmeier | SopranGenia Kühmeier
    Matthew Rose | BassMatthew Rose
    Rundfunkchor BerlinRundfunkchor Berlin

    Kent Nagano Dirigent

    Kent Nagano ist ehemaliger Chef- und heutiger Ehrendirigent des DSO. Er gilt als einer der herausragenden Dirigenten sowohl für das Opern- als auch das Orchesterrepertoire. Mit der Spielzeit 2015 | 2016 begann seine Amtszeit als Generalmusikdirektor der Hamburger Staatsoper sowie als Chefdirigent des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg. Sein Vertrag beim Orchestre symphonique de Montréal, das er seit 2006 leitet, wurde bis 2020 verlängert. Im Herbst 2013 wurde er zum Ersten Gastdirigenten der Göteborger Symphoniker ernannt.

    Weltweit arbeitet Kent Nagano mit führenden Orchestern zusammen, u. a. mit der Dresdner Staatskapelle, dem Leipziger Gewandhausorchester, den Wiener, Berliner und New Yorker Philharmonikern, dem Chicago und London Symphony Orchestra. Seit 2014 gestaltet er im Rahmen der AUDI-Sommerkonzerte das ›Vorsprung‹-Festival.

    Seinen ersten großen Erfolg feierte der Dirigent 1984 beim Boston Symphony Orchestra. Von 1988 bis 1998 war er Music Director der Opéra National de Lyon und von 1991 bis 2000 Music Director des Hallé Orchestra. Eine wichtige Station in Kent Naganos Laufbahn war seine Zeit als künstlerischer Leiter und Chefdirigent beim Deutschen Symphonie-Orchester Berlin von 2000 bis 2006. Zu den Höhepunkten der Zusammenarbeit gehörten Opernaufführungen von Zemlinsky, Schreker und Wagner bei den Salzburger Festspielen und im Festspielhaus Baden-Baden sowie die Verleihung des Grammy Award 2011 für die Einspielung der Oper ›L'amour de loin‹ von Kaija Saariaho. Als Ausdruck der Verbundenheit ernannte ihn das Orchester 2006 zum Ehrendirigenten. Als Generalmusikdirektor an der Bayerischen Staatsoper in München von 2006 bis 2013 hat Kent Nagano deutliche Akzente gesetzt, u. a. mit Uraufführungen von Jörg Widmann und Wolfgang Rihm sowie Neuproduktionen von Mozarts ›Idomeneo‹, Tschaikowskys ›Eugen Onegin‹ und Wagners ›Der Ring des Nibelungen‹.

    Unter den zahlreichen CD- und DVD-Produktionen sind preisgekrönte Aufnahmen: Busonis ›Dr. Faust‹ mit Dietrich Fischer-Dieskau und der Opéra National de Lyon erhielt 2000 den Grammy Award in der Sparte ›Beste Operneinspielung‹, Prokofjews ›Peter und der Wolf‹ und Jean-Pascal Beintus' ›Wolf Tracks‹ mit dem Russian National Orchestra wurde 2004 mit einem Grammy Award in der Kategorie ›Bestes Kinderhörspiel‹ ausgezeichnet.

Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin ist ein Ensemble der

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