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Fr 03. März 2017
20 Uhr Philharmonie Berlin

Alan Buribayev

Daniel Müller-Schott Violoncello

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Michail Glinka
Drei Tänze aus der Oper ›Ein Leben für den Zaren‹  
Pjotr I. Tschaikowsky
Variationen über ein Rokoko-Thema für Violoncello und Orchester  
Mili Balakirew
Symphonie Nr. 1 C-Dur  

18.55 Uhr Einführung mit Habakuk Traber

 

Zum Programm

Mit Musik aus Russland tritt der kasachische Dirigent Alan Buribayev ans Pult des DSO. Sein Programm führt auf Mili Balakirew hin, dessen Bedeutung für die russische Musik zum Teil bis heute eher in der Position eines einflussreichen Förderers gleichgesinnter Talente statt in der eines aktiven schöpferischen Mitgestalters gesehen wird. Als Sprachrohr des sogenannten ›Mächtigen Häufleins‹, zu dessen Kreis noch César Cui und Modest Mussorgski, Nikolai Rimski-Korsakow und Alexander Borodin zu zählen sind, forderte er eine stärkere Konzentrierung der russischen Musik auf nationale Elemente. Als Vorbild galt den fünf »Revolutionären« ihr Landsmann Michail Glinka, der 1836 mit der Uraufführung der Oper ›Ein Leben für den Zaren‹ mit der noch vorherrschenden italienischen Mode gebrochen und erstmals eine eigenständige, spezifisch russische (Ton-)Sprache verwirklicht hatte. Selbst Autodidakt auf dem Gebiet der Komposition, stand Balakirew den akademisch gelehrten Formen, Einflüssen und Gattungen – 1862 wurde das erste russische Konservatorium in St. Petersburg, vier Jahre später das Konservatorium in Moskau gegründet – eher misstrauisch gegenüber. Eine Mittlerposition kann einzig Pjotr Tschaikowsky für sich beanspruchen: Obwohl von Anton Rubinstein am St. Petersburger Konservatorium ausgebildet, erhielt er ebenso von Balakirew wichtige Impulse zur Gestaltung seiner Werke. Und auch Balakirew selbst war nicht vollständig frei von Einflüssen Anderer: Seine Erste Symphonie zitiert etwa Mussorgskis ›Boris Godunov‹ und erinnert im Scherzo an die »Elfenmusik« Mendelssohn Bartholdys. 30 Jahre lang arbeitete Balakirew mit Unterbrechungen an der Symphonie; deren Uraufführung im April 1898 unter seiner Leitung markierte dann zugleich das Ende seiner Dirigentenlaufbahn sowie den Beginn einer späten produktiven Schaffensphase.

  • Alan Buribayev Dirigent

    Foto: rechtefrei

    Alan Buribayev | DirigentAlan Buribayev
    Daniel Müller-Schott | VioloncelloDaniel Müller-Schott

    Alan Buribayev Dirigent

    Alan Buribayev wurde 1979 in eine kasachische Musikerfamilie geboren. Zunächst studierte er in seiner Heimat Violine und Dirigieren und setzte dann sein Dirigierstudium bei Uroš Lajovic in Wien fort. Als Preisträger des Lovro-von-Matačić-Wettbewerbs in Zagreb und des Antonio-Pedrotti-Wettbewerbs machte der junge Dirigent auf sich aufmerksam und erhielt erste Einladungen von wichtigen europäischen Orchestern.

    Von 2004 bis 2007 war Alan Buribayev Erster Dirigent des Astana Symphony Orchestra und hatte außerdem das Amt des Generalmusikdirektors am Meininger Theater inne. Unter seiner Leitung wurden hier zahlreiche Produktionen zur Aufführung gebracht, u. a. Offenbachs ›Hoffmanns Erzählungen‹, Mozarts ›Cosi fan tutte‹, Janačeks ›Jenufa‹, Strauss' ›Salome‹ sowie Puccinis ›La Bohème‹. Nach Stationen beim Norrköping Symphony Orchestra in Schweden und Brabant Philharmonic Orchestra in Eindhoven|Niederlande, die er zwischen 2006 und 2012 leitete, ist er seit 2010 Chefdirigent beim RTÉ National Symphony Orchestra in Dublin.

    Darüber hinaus wird Alan Buribayev von namhaften Orchestern regelmäßig als Gastdirigent eingeladen, etwa vom London Philharmonic, City of Birmingham und Gothenburg Symphony Orchestra, dem Leipziger Gewandhausorchester, der Dresdner Philharmonie, den Sankt Petersburger Philharmoniker, dem Russische Nationalorchester und Bolshoi Orchestra.

    Auch in Japan hat sich der Kasache einen Namen gemacht und bereits mit den meisten der großen Orchester des Landes konzertiert. Zur Saison 2014|2015 ist er zum Ersten Gastdirigenten des Japan Century Symphony Orchestra in Osaka ernannt worden. Zeitgleich trat er seine Stelle als Chefdirigent am Opernhaus der kasachischen Hauptstadt Astana an.

Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin ist ein Ensemble der

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