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Do 09. Februar 2017
20 Uhr Philharmonie Berlin

Alexander Shelley

Lars Vogt Klavier

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Wolfgang Amadeus Mozart
Ouvertüre zur Oper ›Don Giovanni‹ 
Klavierkonzert Nr. 20 d-Moll KV 466 
›Maurerische Trauermusik‹ 
Richard Strauss
›Tod und Verklärung‹ 

18.55 Uhr Einführung mit Habakuk Traber

 

Zum Programm

Todesahnung eröffnet Wolfgang Amadeus Mozarts Oper ›Don Giovanni‹. Bereits die zwei dramatisch auffahrenden Akkorde zu Beginn der Ouvertüre sowie die darauffolgende, schleichend sich dahinwindende, nur von kurzen Einwürfen durchbrochene Musik scheinen das spätere Schicksal ihres Protagonisten zu besiegeln; der vergnügte Charakter des sich anschließenden Teils erklingt erzwungen. Neben der Ouvertüre zu ›Don Giovanni‹ – und dem Requiem KV 626 – wählte Mozart einen düsteren d-Moll-Einstieg insbesondere auch für ein weiteres Werk: Der finstere Duktus des Klavierkonzerts Nr. 20 KV 466 scheint eine ähnliche Ausdruckswelt zu beschreiten. Dabei befand sich der 21-jährige Komponist im Februar 1785, zur Entstehungszeit des Konzerts, auf dem Zenit seines Erfolgs. Seine Salzburger Anstellung hatte er gekündigt und sich samt seiner Familie in Wien niedergelassen; seine dort auf eigenes Risiko veranstalteten Akademien, für die er auch sein d-Moll-Konzert verfasste, erfreuten sich großer Beliebtheit. Zudem war Mozart in Wien der Freimaurerloge »Zur Wohltätigkeit« beigetreten. Als im November zwei prominente Mitglieder der Loge verstarben, steuerte er ein kurzes instrumentales Werk anlässlich deren Totenfeier bei. Die ›Maurerische Trauermusik‹ lässt Mozart dabei in c-Moll beginnen; in c-Moll setzte gut einhundert Jahre nach ihm auch Richard Strauss seine musikalische Auseinandersetzung mit der letzten Phase des menschlichen Lebens. Das Programm zu ›Tod und Verklärung‹ formulierte der Komponist 1894 folgendermaßen: »Es war vor sechs Jahren, als mir der Gedanke auftauchte, die Todesstunde eines Menschen, der nach den höchsten Zielen gestrebt hatte, also wohl eines Künstlers, in einer Tondichtung darzustellen.« Strauss‘ ›Tod und Verklärung‹ verbindet dann musikalisch auch all jene Momente, die gemeinhin mit dem Sterben verbunden werden: einen selig-dämmrigen Traumzustand, Schmerzen und Fieberwahn sowie schließlich die Flucht in Erinnerungen an frühere Tage.

  • Alexander Shelley Dirigent

    Foto: Thorsten Hoenig

    Alexander Shelley | DirigentAlexander Shelley
    Lars Vogt | KlavierLars Vogt

    Alexander Shelley Dirigent

    Seit Beginn der Saison 2015 | 2016 ist Alexander Shelley Musikdirektor des National Arts Centre Orchestra im kanadischen Ottawa. Zudem ist er Erster Gastdirigent beim Royal Philharmonic Orchestra in London und bis 2017 musikalischer Leiter der Nürnberger Symphoniker.

    1979 in London geboren, machte der Dirigent erstmals international auf sich aufmerksam, als er 2005 die Leeds Concuctor's Competition gewann. Seitdem stand er am Pult international renommierter Klangkörper, darunter das Londoner Philharmonia Orchestra, das City of Birmingham Symphony Orchestra, das Rotterdams Philharmonisch Orkest, das Leipziger Gewandhausorchester und das Simón Bolívar Youth Orchestra.

    Alexander Shelley engagiert sich sowohl in der Förderung von musikalischem Nachwuchs als auch für das Heranführen eines jungen Publikums an klassische Musik. So dirigierte er im Jahr 2014 das Bundesjugendorchester auf einer Deutschlandtournee mit dem Bundesjugendballett, u. a. in einem gemeinsamen Konzert mit den Berliner Philharmonikern bei den Osterfestspielen Baden-Baden. 2005 gründete er die Schumann Camerata in Düsseldorf, die sich mit ihrer Konzertreihe ›440Hz‹ gezielt an junge Menschen richtet. Bei der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen ist er regelmäßiger Gast und Künstlerischer Leiter des ›Zukunftslabors‹, in dem Education-Projekte verschiedener Art stattfinden.

    2014 erschien seine erste Aufnahme für die Deutsche Grammophon, ein Album mit Daniel Hope und dem Royal Stockholm Philharmonic Orchestra mit Werken u. a. von Erich Wolfgang Korngold, Hanns Eisler und Kurt Weill. Die jüngste Veröffentlichung mit dem Titel ›Peter und der Wolf in Hollywood‹ präsentiert eine neue Version des Kinder-Klassikers von Sergej Prokofjew und bietet zur Audio-CD eine interaktive App. Realisiert wurde dieses Projekt mit dem Bundesjugendorchester und Campino von den ›Toten Hosen‹ als Sprecher.

Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin ist ein Ensemble der

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