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Mi 14. Dezember 2016
20 Uhr Philharmonie Berlin

Ingo Metzmacher

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Igor Strawinsky
›Apollon musagète‹  
Anton Bruckner
Symphonie Nr. 4 Es-Dur ›Romantische‹  

18.55 Uhr Einführung mit Habakuk Traber

 

Zum Programm

Igor Strawinskys ›Apollon musagète‹ scheint weit entfernt vom Skandal, Rausch und Rhythmus seines ›Le sacre du printemps‹. Fünfzehn Jahre nach dessen Uraufführung suchte der russische Komponist, inzwischen in Paris zu Hause, nicht nur nach neuen Stoffen für seine Ballettmusiken, sondern auch nach neuen ästhetischen und musikalischen Bezugspunkten. Für ›Apollon musagète‹ ließ er sich von barocken Formelementen eines Lully, antiken Verslehren und vom »klassischen Tanztheater« anregen, um eine neue Klarheit, Strenge und Reduktion in seinen Werken zu erreichen: »Ich wollte eine Tanzszene komponieren über einen Stoff aus der griechischen Götterwelt, deren Choreographie sich streng an die Formen des klassischen Balletts halten sollte.« Im Mittelpunkt seines 1928 entstanden Balletts für Streichorchester steht Apollon, der Gott des Lichts und der Künste. Die erste Szenerie in Strawinskys Musik berichtet als Prolog von der Geburt des Gottes. Das zweite Bild eröffnet Apollon tanzend sowie Kalliope, Polyhymnia und Terpsichore begrüßend. Jeder der drei verleiht er eine Gabe, wodurch sie zu Musen werden: für die Dichtung, die Pantomime und für den Tanz. Die Schenkung feiern sie ebenfalls tanzend: einzeln, teils im ›Pas de deux‹ mit dem Gott und schließlich gemeinsam, sich in die Apotheose steigernd, in der Apollon die Musen in ihre zukünftige Heimat, den Parnass, führt. Ingo Metzmacher, ehemaliger Chefdirigent des DSO, kontrastiert den Neoklassizismus Strawinskys mit Überschwang und Erhabenheit der Vierten Symphonie Anton Bruckners, die vom Komponisten mit dem Beinamen ›Romantische‹ versehen wurde. Hornrufe, Jagdmotivik und Ländler-Melodien durchziehen die Sätze; das Finale beginnt dramatisch-düster, findet letztendlich dennoch zum triumphalen Ausklang. Bis heute gilt die Vierte als eine der beliebtesten Symphonien Bruckners.

  • Ingo Metzmacher Dirigent

    Foto: Harald Hoffmann

    Ingo Metzmacher | DirigentIngo Metzmacher

    Ingo Metzmacher Dirigent

    Ingo Metzmacher begann seine Laufbahn in Frankfurt beim Ensemble Modern sowie an der Brüsseler Oper. Von 1997 bis 2005 war er Generalmusikdirektor der Hamburgischen Staatsoper, danach Chefdirigent an der Niederländischen Nationaloper in Amsterdam und von 2007 bis 2010 Chefdirigent und künstlerischer Leiter des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin.

    In den letzten Jahren stand er im Zentrum international beachteter Aufführungen von Musiktheaterwerken Luigi Nonos, Bernd Alois Zimmermanns, Harrison Birtwistles und Wolfgang Rihms bei den Salzburger Festspielen. Er leitete eine Neuproduktion des ›Ring des Nibelungen‹ an der Genfer Oper und trat mehrfach am Royal Opera House in London, dem Opernhaus Zürich, der Mailänder Scala sowie der Wiener und Berliner Staatsoper auf. Zudem gab er zahlreiche Konzerte mit führenden Orchestern, darunter die Wiener und Berliner Philharmoniker, das Chicago Symphony Orchestra, das Orchestre de Paris, das BBC Symphony Orchestra, die Tschechische Philharmonie, die New Japan Philharmonic und das Russische Nationalorchester.

    Zu seinen Projekten in der kommenden Spielzeit gehören die Neuproduktion von Schostakowitschs ›Die Nase‹ am Royal Opera House in London, eine konzertante Aufführung von ›Moses und Aron‹ in der Elbphilharmonie sowie Schrekers ›Die Gezeichneten‹ an der Bayerischen Staatsoper. Zudem gibt er Konzerte mit den Wiener Philharmonikern, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, den Wiener Symphonikern, dem NDR Sinfonieorchester und den Bamberger Symphonikern.

    Seine umfangreiche Diskographie enthält eine Gesamtaufnahme der Sinfonien von Karl Amadeus Hartmann mit den Bamberger Symphonikern, die Uraufführung von Hans Werner Henzes Neunter Sinfonie mit den Berliner Philharmonikern, Olivier Messiaens ›Éclairs sur l'Au-delà…‹ mit den Wiener Philharmonikern, Hans Pfitzners ›Von deutscher Seele‹ und Engelbert Humperdincks ›Königskinder‹ mit dem DSO Berlin sowie der Livemitschnitt von Schostakowitschs ›Lady Macbeth von Mzensk‹ aus der Wiener Staatsoper.

    Ingo Metzmacher ist Autor der Bücher ›Keine Angst vor neuen Tönen‹ und ›Vorhang auf! Oper entdecken und erleben‹.

Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin ist ein Ensemble der

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