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So 04. Juni 2017
20 Uhr Philharmonie Berlin

Yutaka Sado

Mie Miki Akkordeon

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Aaron Copland
Suite ›Appalachian Spring‹  
Astor Piazzolla
Konzert für Bandoneon und Orchester  
Silvestre Revueltas
›Sensemayá‹  
Leonard Bernstein
›Symphonische Tänze‹ aus ›West Side Story‹  

18.55 Uhr Einführung mit Habakuk Traber

 

Zum Programm

Das »bandoneón« war Astor Piazzollas Instrument. Durch dieses entdeckte er die Liebe zur Musik und zum Tango, begeisterte sich in den »barrios« der argentinischen Hafenstadt für neue Formen, komplexe Rhythmen und ausgefallene Harmonik und entwickelte daraus letztlich seine individuelle Handschrift als Komponist. Das Konzert für Bandoneon, Streicher und Percussion, im Dezember 1979 in Buenos Aires uraufgeführt, zeigt mit seiner Innovations- und Spielfreude den Komponisten Piazzolla in einer der schöpferischsten, kreativsten und erfolgreichsten Phasen seines Lebens. Als »Aconcagua«, eigentlich der Name des höchsten Bergs der südamerikanischen Anden, vermarktete sein Verleger später das Werk, das mit seiner einzigartigen Kombination aus Vitalität und Wehmut die Faszination Tango in der klassischen Konzertform erfahrbar macht. So bedeutsam Piazzolla für die Entstehung des argentinischen »Tango nuevo« war, so wichtig war Silvestre Revueltas für die Herausbildung einer modernen mexikanischen Konzertmusik. Sein Tonpoem ›Sensemayá‹ von 1938, basierend auf dem gleichnamigen Gedicht des Kubaners Nicolás Guillén, beschreibt musikalisch die rituelle Tötung einer Schlange. Die markanten Rhythmen und Klangfarben – Revueltas erweitert das Orchester etwa um die lateinamerikanischen Perkussionsinstrumente Maracas und Raspador – verbindet Revueltas‘ Musik mit dem Œuvre Aaron Coplands. Dessen Suite zum Ballett ›Appalachian Spring‹ gilt bis heute als sein populärstes und ur-amerikanischstes Werk, auch wenn der Titel nicht wie oft angenommen auf die nordamerikanischen Appalachian Mountains verweist. Zum wichtigsten Vertreter der Werke Coplands wurde Leonard Bernstein. In Bernsteins ›West Side Story‹, 1957 in New York mit sensationellem Erfolg uraufgeführt, trifft schließlich Latein- auf Nordamerika, US-Jazz auf Latino-Tanzmusik und Broadwaytradition auf symphonische Form.

  • Yutaka Sado Dirigent

    Foto: Jun Yoshimura

    Yutaka Sado | DirigentYutaka Sado
    Mie Miki | AkkordeonMie Miki

    Yutaka Sado Dirigent

    Yutaka Sado ist einer der bedeutendsten japanischen Dirigenten unserer Zeit und seit Jahren regelmäßiger Gastdirigent des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin. Zuletzt konnte das Orchester ihn zum traditionellen Silvesterkonzert begrüßen.

    Der langjährige Assistent von Leonard Bernstein und Seiji Ozawa gewann einige der wichtigsten Dirigierpreise wie den Premier Grand Prix beim Internationalen Dirigierwettbewerb Besançon und den Grand Prix du Concours International Leonard Bernstein Jerusalem. 1993 übernahm er das Chefdirigat beim Orchestre des Concerts Lamoureux in Paris. Seit 2005 ist Yutaka Sado Künstlerischer Direktor des Hyogo Performing Arts Centre (PAC) sowie Chefdirigent des PAC-Orchesters. Seit der Saison 2015|2016 ist er zudem Chefdirigent des Tonkünstler-Orchesters; sein Vertrag wurde nach nur einer Saison bis 2021|2022 verlängert.

    Unter den zahlreichen Klangkörpern, die er dirigiert hat, sind stellvertretend das London Philharmonic Orchestra, das Gewandhausorchester Leipzig, die Berliner Philharmoniker, das Konzerthausorchester Berlin, das Orchestre de Paris, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks sowie das Tonhalle-Orchester Zürich zu nennen.

    Mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin hat Yutaka Sado CD-Aufnahmen mit Tschaikowskys Fünfter Symphonie und Rachmaninoffs Zweitem Klavierkonzert (mit dem japanischen Pianisten Nobuyuki Tsuji) veröffentlicht. Neben einer CD mit Opernarien, die er mit der Sopranistin Karita Mattila und dem London Philharmonic Orchestra aufgenommen hat, widmet er sich mit seinen zahlreichen Produktionen u. a. den Werken von Bernstein, Wagner, Liszt und dem spätromantischen französischen Repertoire.

    Hohes Ansehen genießt Yutaka Sado in seiner japanischen Heimat nicht zuletzt durch eine Fernsehsendung, in der er den Zuschauern als Dirigent und Moderator die Welt der klassischen Musik näherbringt.

Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin ist ein Ensemble der

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